Episodios

  • Können wir den Auferstandenen erkennen?
    Apr 7 2026
    Eine der zauberhaften Ostergeschichten im Neuen Testament ist die um Maria Magdalena. Sie geht, von Kummer und Liebe getrieben, am frühen Ostermorgen zum Grab, macht sich Gedanken, wie sie den Stein wegbekommen soll, der das Grab verschließt und ist dann völlig verwirrt, weil der Stein weggerollt ist. Sie rennt zu Petrus und Johannes, die lassen sie einfach stehen und rennen selbst zum Grab, sehen die Tücher, aha, zusammengefaltet und ordentlich, kapieren aber überhaupt nichts „ER sah, und glaubte“ heißt es zwar über Johannes, aber was er glaubte, ist da nicht zu lesen. Und dann gehen sie verwundert nach Hause und lassen Maria wieder stehen. Und was macht Maria? Sie steht am Grab und weint, aus Trauer über den schrecklichen Tod Jesu, aus Kummer über all das schreckliche der letzten Tage, aus Liebe zum Rabbuni. Und sie beugt sich ins Grab und sieht die Engel. Und einer fragt sie, warum sie denn weint. Und sie sagt: Man hat meinen Herrn weggenommen und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.“ Und dann sieht sie Jesus. Sie ist aber vor Trauer so blind, dass sie ihn nicht erkennt und denkt, es ist der Gärtner. Und auch Jesus fragt sie zartfühlend: Wen suchst Du? Warum weinst Du? Und sie erklärt ihm ihre Sehnsucht. Und dann ruft Jesus sie beim Namen: Maria. Und da gehen ihr die verheulten Augen auf und sie erkennt ihren Rabbuni. Und Jesus gibt ihr, der Frau, den Auftrag, zu den Jüngern zu gehen und alles zu berichten und über ihn Zeugnis zu geben. Und sie rennt und berichtet den Aposteln: „Ich habe den Herrn gesehen. Ich, die Frau und ich habe die beste Botschaft der Welt für Euch und für alle: Der Tod ist nicht das Ende, nicht das Letzte, nicht der Schrecken ein Leben lang. Der Tod ist nur der Durchgang. Auferstehung ist angesagt und ganz neues Leben“Maria ist die erste, die den Auferstandenen gesehen hat, Apostolin der Apostel, hat Papst Franziskus sie deshalb endlich genannt. Vielleicht können nur Menschen in tiefer Trauer, mit verweinten Augen wegen eines Verlustes, in Verzweiflung wegen der Situation, in der man im Moment leben muss, und mit sehnsuchtsvoller Liebe zu den Menschen, zu denen man im Moment nicht gehen kann, den Auferstandenen sehen und ihn erkennen und dann von ihm erzählen.
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    4 m
  • Feiern wir die Auferstehung mit allen Sinnen
    Apr 6 2026
    Gibt es einen wunderbareren Jubel? Geht es schöner als heute? "Christus ist auferstanden. Halleluja!“ Gesegnete, frohe und hallelujavolle Ostern wünsche ich Dir und Euch von ganzem Herzen!Der Osterspaziergang von Johann Wolfgang Goethe ist wohl der schönste weltliche Hymnus an das Osterfest. Viele von uns haben das als Schüler auswendig gelernt: Zum Beispiel diese erste Strophe: "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden, belebenden Blick, Im Tale grünet Hoffnungs-Glück; der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück."Oder machst Du heute einen Emmausgang? Viele von uns kennen diesen Begriff noch: Am Ostermontag geht man spazieren, will mit allen Sinnen die auferstandene, aufgeblühte Schöpfung genießen. Der ursprüngliche Emmausgang, der Weg der beiden Jünger nach Emmaus, war alles andere als ein fröhlich leichter Gang: Alle Hoffnungen auf Zukunft mit Jesus hatten sich zerschlagen, die drei gemeinsamen Jahre mit ihm sind weg und verblasst, und nach dem schmählichen Kreuzestod geht gar nichts mehr. Sie fliehen aus Jerusalem, sie haben die Nase voll von allem und gehen nach Hause. Und dann kommt ein Dritter dazu, den sie nicht erkennen und der fragt ganz arglos, was denn los war in Jerusalem und sie erzählen ihm alles: vom Tod Jesu, von seinem Leben und Wirken vorher und ihrer großen Enttäuschung von dem: Wir aber hatten gehofft…Und sie erzählen auch von der Aufregung am Morgen: Dass die Frauen am Grab gewesen seien aber den Leichnam Jesu nicht gefunden haben aber Engel berichtet haben er lebe. Und dann am Abend, als sie miteinander das Brot brechen, da erst erkennen sie ihn, den auferstandenen Jesus Christus und sie rennen zurück und erzählen aus übervollem Herzen: Der Herr ist wirklich auferstanden, wir haben ihn erkannt, als er das Brot mit uns gebrochen hat.Einander zuhören – die Auferstehung feiern – die Botschaft weitersagen und - sie mit Leib und Seele und allen Sinnen genießen, das ist das österliche Heute.Und um es nochmal mit Goethe zu sagen: "Jeder sonnt sich heute so gern. Sie feiern die Auferstehung des Herrn, denn sie sind selber auferstanden."
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    5 m
  • Schenken wir uns Himmelsmomente
    Apr 5 2026
    Es ist so weit. Ostern. Den Impuls heute zu machen, hat mich schon gestresst. Wie fang ich an? Einfach mal ein lebhaftes Halleluja! Was soll ich denn jetzt erzählen? Erinnerst du dich noch an die Ostertage aus deiner Kindheit? Oder erlebst du sie heute wieder durch deine Kinder oder Enkel? Das Ostern aus meiner Kindheit, an das ich mich am besten erinnere, hat leider sogar keine theologische Tiefe und auch mit Jesus so gar nichts zu tun. Da weiß ich nur noch, dass die ganze Schokolade geschmolzen war. Es muss unglaublich heiß gewesen sein. Meine Schwester und ich suchten die Schokohasen natürlich trotzdem im großen Garten bei meinem Pat und meiner Jöt – also zu Hochdeutsch meine Paten – Die Schokohasen waren nur an ihrer Verpackung zu erkennen in ihrem ganz veränderten Zustand. Moment! Das ist doch Auferstehung. Verwandlung. Transformation in Gott hinein. Verstehst du das? Ich tue mich damit schwer. Ich unterrichte oft nach dem Theologen Medard Kehl, dass es bedeutet, dass wir aufgehoben sind. Das heißt - Befreiung. Schmerz und Schuld und Lasten des Lebens sind aufgehoben. Das heißt aber auch - Bewahren. Denn etwas aufheben, das heißt, man bewahrt es auf. Aufgehoben wie ein Kind – in den Armen liebender Eltern, Großeltern oder Paten. Aufgehoben wie etwas Wertvolles – wie ein alter Liebesbrief in einer Schmuckschatulle. Aufheben im Sinne von: Nichts geht verloren. Weil alles an dir und mir an uns Gott so wertvoll und wichtig ist. Das was dein Kernwesen, deine Seele, unsere Person wirklich ausmacht. Das bedeutet aber auch, dass ich und du nie mehr einsam sein werden. Dass ich dann bei Gott bin. Und ich glaub diesen Himmel, das Bei-Gott-Aufgehoben-Sein, das finden wir schon hier. Da wo wir in Beziehungen gut aufheben und aufgehoben sind. Dann ist Auferstehung nicht nur heute, sondern jeden Tag möglich. Vielleicht schaffen wir das auch an allen anderen Tagen, dass wir uns Himmelsmomente gegenseitig schenken. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.
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    4 m
  • Der Karsamstag ist ein Dazwischen-Tag
    Apr 4 2026
    Heute ist Karsamstag. Ein Tag, der ein Dazwischen markiert. Ein Tag, der noch die Stille vom Karfreitag trägt. Trotzdem ein normaler Werktag. Ein Tag, der schon den morgigen Tag erahnen lässt. Wir wissen ja, was morgen ist. Die Menschen rund um Jesus wussten es nicht. Vielleicht ahnten sie es. Vermutlich glaubten sie es. Aber was mir noch im Ohr klingelt, sind die Karfreitagsdiskussionen. Stichwort: Tanzverbot. Ich kann mich darüber nicht mehr empören. Sollte ich aber doch als gute Christin oder? Empört es dich? Wenn Menschen trauern, dann tun sie dies doch auch auf ganz unterschiedliche Weisen. Mancher ist voller Tränen. Andere voller Wut. Manch einer lenkt sich stark ab. Und das ist für mich total okay. Nein, es ist sogar wichtig. Meinen Lernenden sag ich immer, dass sie Kinder nicht um ihre Trauer bringen sollen. Kindern klar sagen, was passiert ist ohne Beschönigungen, Wege der Trauer ausprobieren lassen. Dann lasst sie doch tanzen. Würde ich am liebsten dann laut rufen, wenn diese Diskussion in der Öffentlichkeit wieder aufflammt – jedes Jahr. Wenn sie wüssten, warum es diesen Tag gibt. Hätten sie alle dann noch Lust zu tanzen? Für mich braucht es den Karfreitag. Denn ohne Sterben, Leiden und Tod keine Auferstehung. Es braucht aber auch den Karsamstag. Denn die Trauer hat auch ihren Platz in unserem Leben. Der Tod und somit auch die Trauer lässt sich nicht ausklammern, selbst im Leben Jesu, also selbst bei Gott nicht. - Gott sei Dank. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.
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    3 m
  • Wenn nur noch eine Kerze brennt
    Apr 3 2026
    Der heutige Karfreitag ist durch die Stille geprägt. Es ist sogar im ganzen Land ein Feiertag und es ist auch in der Stadt ruhiger. Aber dieser Tag ist auch geprägt von sehr besonderen Liturgien und Abläufen. Jetzt gleich fahren wir ins Nachbarstädtchen zu einer besonderen Form des Betens in diesen Kartagen.Es sind die Karmetten, die an diesen drei Tagen gefeiert werden und einen ganz eigenen Stil und Inhalt haben. In den Gebeten und Gesängen der Karmette werden die Klagelieder des Propheten Jeremia gelesen und gesungen. Das Leid der zerstörten Stadt Jerusalem wird beklagt und auf das, sehr viele spätere Leiden Christi hingedeutet. Psalmen werden gebetet und gesungen, die Leiden und Bedrängnis zum Thema haben, besonders Psalm 22: "Mein Gott mein Gott, warum hast du mich verlassen" und Psalm 69 und 88. Lesungen aus den alten Kirchenvätern, insbesondere von Augustinus, werden vorgetragen und dann Berichte über das erlebte Leiden Christi im Hebräerbrief, die die theologische Bedeutung der Kreuzigung erklären. Gesänge und Antiphonen vertiefen die Texte und stellen uns das unglaubliche Leiden Christi sehr deutlich vor Herz und Sinne.Was mich aber in dieser Liturgie wirklich packt, ist der begleitende, sehr packende Lichtritus. Ein großer Leuchter mit 15 Kerzen steht in der Mitte und immer nach einem Psalm oder Canticum wird eine Kerze ausgelöscht. Dieses Auslöschen und zeigt die Flucht der Jünger sehr markant dar und die unglaubliche Einsamkeit und Dunkelheit Christi, die zum Schluss nur noch von einer Kerze erleuchtet wird.Irgendwann vor Jahren wurde mir dadurch erst klar, was der wunderbare Lichtritus der Osternacht bedeutet. Während am Karfreitag alle Lichter ausgelöscht werden, wird dann an Ostern durch die eine Flamme der Osterkerze, die in die Kirche getragen wird, die ganze Kirche erleuchtet und an der einen, neu auferstandenen Flamme, kann sich die ganze Osterhoffnung auf das ewige Leben entzünden und die Welt wieder hell machen.
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    4 m
  • Dienen und sich dienen lassen
    Apr 2 2026
    Der Gründonnerstag, den wir heute begehen, hat eine sehr eigene Weitergabe des Glaubens, die oft nicht mehr vollzogen, sondern nur noch vorgelesen wird. Jesus feiert mit seinen Freunden das Pessachmahl und wäscht davor seinen Jüngern die Füße. Und das, was dabei bis heute überliefert wird, sind seine eindrücklichen Mahnungen: „Ihr nennt mich Meister, und das bin ich. Und wenn ich, euer Herr und Meister euch die Füße gewaschen habe, sollt auch ihr einander die Füße waschen“ Der kaum überhörbare Aufruf zur Nächstenliebe und zum Dienst an den Mitmenschen, zu seinem Andenken, ist die eine Seite dieses Geschehens. Aber es gibt eine zweite, eine sehr mystische Seite. Petrus, der Macher, der Fels, der die große Klappe hat und auf den Putz haut, der soll sich die Füße waschen lassen? Niemals. Er kann es nicht ertragen und nicht die Ohnmacht aushalten, hier nichts tun zu können. Und er beginnt mit Jesus zu streiten und sich aufzuregen: „Nicht Du solltest mir die Füße waschen, sondern ich sollte das tun“ und selbst als Jesus einwendet, er solle es geschehen lassen, auch wenn er es jetzt nicht verstehen würde, selbst da geht das Gezeter weiter und er fordert dann, dann nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und den Kopf bitte. Mir und vielen von uns kommt das glaube ich schon bekannt vor. Wir selbst wollen Herr der Lage sein. Wir wollen das Geschehen im Griff haben und sehr genau wissen, wie, was, wann, wohin steuert. Und es macht nervös und unruhig und wir sind unsicher und erschrocken, wenn alles, was wir sorgfältig bisher selbst regeln konnten und den Fortgang im Blick hatten, wenn plötzlich nichts mehr geht. Da kann eine Krankheit sein, ein Unfall, ein familiärer Schicksalsschlag oder das sichtlich älter werden. Viele können nicht aushalten, jetzt Hilfe annehmen zu müssen, jetzt nicht mehr alles selbst zu können. Aber wenn ich diesen Jesus richtig verstehe, bedeutet es eben auch beides: den Dienst am Nächsten nicht zu vergessen, aber auch, Hilfe zu erbitten und mir dienen zu lassen, Schwäche, Alter, Krankheit anzunehmen und aus den Händen geben zu können, was ich bisher fest im Griff hatte. Auch das bedeutet: tut dies zu meinem Gedächtnis.
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  • Die Kirche ist nicht die Titanic
    Apr 1 2026
    Kannst Du dich noch an den Film Titanic erinnern? Der war Ende der 1990er Jahre ein Riesenerfolg – obwohl der Ausgang der Geschichte ja absolut vorhersehbar gewesen ist. Der Prager Soziologe und Priester Tomas Halik benutzt in einem seiner Bücher die Geschichte der Titanic, um etwas Wichtiges über die Zukunft unserer Kirche zu sagen. Erstmal glaubt er, dass die Kirche eine Zukunft hat – trotz aller Probleme aktuell. Doch sie muss ihre Gestalt ändern – und da kommt der Vergleich mit der Titanic ins Spiel. Wir diskutieren ja auch in der deutschen Kirche leidenschaftlich über Strukturmaßnahmen. Da sagt er: Alles gut und schön und auch notwendig. Aber: Maßnahmen wie das Zusammenlegen von Pfarreien, den verstärken Einsatz von ausländischen Priestern erinnern ihn an das Hin- und Herschieben der Liegestühle auf der Titanic. Er möchte weder eine billige Modernisierung der Kirche noch eine Flucht in die Vergangenheit. Wird also unsere Kirche komplett versinken? Nein! Eine bestimme Gestalt von Kirche wird untergehen, aber auch in ihrer gegenwärtigen Gestalt gibt es viele Schätze, die auf eine andere Gestalt von Kirche gerettet und umgeladen werden müssen. Ich finde es wohltuend, dass Tomas Halik deutlich die Probleme anspricht, keine einfachen Lösungen verspricht und trotzdem nicht verzweifelt. Das Werden der neuen Gestalt der Kirche setzt er in Verbindung mit dem Osterfest, das wir ja diese Woche feiern. Er ist überzeugt: Die Erneuerung der Kirche ist vor allem die Erneuerung des Glaubens und eine Erneuerung des Begreifens, Durchdenkens und der Ausdrucksformen des Glaubens. „Seht, ich mache alles neu“ – dieses Zitat aus der Offenbarung des Johannes ist die Zusage Gottes an uns und unsere Kirche. Wir brauchen keine Angst vor Veränderungen zu haben. Jesus ist am Karfreitag gestorben – und gegen jede menschliche Wahrscheinlichkeit ist er wiederauferstanden. Auch manches an unserer Kirche wird vergehen – aber wir alle haben die Hoffnung auf die Auferstehung – anders als bei der Titanic wartet am Ende auf uns nicht der Eisberg, sondern Ostern und das Ewige Leben. Das ist doch mal eine Aussicht!
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  • Die Passion in ungewöhnlicher Form
    Mar 31 2026
    Als erstes gibt es die Einladung, in ein Labyrinth zu gehen. In Bögen laufen, die scheinbar nicht enden. Dann führen sie zur Mitte und dann wieder nach draußen. Dieses Labyrinth ist der Beginn eines erstaunlichen Abends in einer Kolumbariumskirche:Danach die Erlaubnis, in den sakralen Kirchenraum einzutreten, der in durchleuchtend gläserne Tore eröffnet wird. Und dann große, längliche Schiefertafeln und Kreide und die Aufforderung, eigene Zweifel an Gott und am Glauben aufzuschreiben. Zunächst schüchternes Umschauen, machen es die anderen auch? Ja, sie schreiben. Dann werden die Tafeln in den Mittelgang gelegt und manchmal fallen sie auch mit großem Getöse auf den Boden und zerspringen. Und dann ein Wechsel von Pantomime, Musik, Gesang, Licht und Dunkelheit, Ergriffen sein und auch erschrocken. Der darstellende Pantomime stellt Szenen aus der Passion Jesu nach und manchmal war ich, ob der Dringlichkeit der Darstellung so erschrocken, dass ich mich hinter meinem, vor Mitsitzenden versteckt habe, um nicht hinsehen zu müssen. Ganz vieles hat sich mir trotzdem aufgedrängt: die Szene vor dem hohen Rat, in der aus dem Off die ganzen heutigen Vorwürfe an Jesus hineingerufen werden und dem schrillen Wort auch blendend weißes, wie hineingeworfenes Licht das Erschrecken deutlich machen. Und dann das Verstrickt werden Jesu in innere Zweifel und Ängste am Ölberg und das Hängenbleiben in diesen gespannten Seilen der Angst, in denen er sich immer schneller und immer enger verheddert. Und dann den Kreuzweg. Der Pantomime lädt sich all die im Mittelgang liegenden Tafeln mit unseren Zweifeln und Ängsten auf und das kann gar nicht gut gehen und er fällt und es scheppert und man ahnt, eigentlich ist das das Ende. Ist es aber nicht. Und sehr erleichtert erahnen alle nach Musik und Gesang und leuchtendem Auf und Ab, kommt der eben Gefallene und nimmt zwei an der Hand und sie gehen nach Emmaus, erzählen von brennenden Herzen und hoffen sehr, selbst aufzubrechen und Licht zu werden. Vielleicht schaffen Du und ich in dieser besonderen Woche, das Geschehen von damals auch anders zu erleben und in Licht umwandeln zu lassen. Von IHM.
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    5 m