Episodios

  • Was die Herzratenvariabilität über unsere Gesundheit verrät
    Nov 23 2025

    Die Herzratenvariabilität (HRV) ist die neue Kennzahl für Gesundheitsbewusste. Seit immer mehr Menschen Smartwatches tragen, wird in Kantinen und Fitnessstudios über HRV-Werte diskutiert. Was steckt hinter dieser Zahl?

    Die HRV misst die feinen Schwankungen zwischen einzelnen Herzschlägen. Ein variables Herz ist ein gesundes Herz. Eine hohe HRV zeigt, dass sich der Körper flexibel an Stress und Erholung anpassen kann. Julian Thayer, Professor für Psychophysiologie an der University of California in Irvine, erklärt im ZEIT WISSEN-Podcast, welche HRV-Werte ein Risiko signalisieren.

    Besonders spannend: Die HRV verrät, wie aktiv der Vagusnerv ist – unser Entspannungsnerv. Eine hohe Variabilität zeigt, dass wir unsere Emotionen gut regulieren können. Julian Thayer hat herausgefunden, dass sich sogar gesellschaftliche Diskriminierung in der Herzratenvariabilität widerspiegelt: Menschen mit Diskriminierungserfahrung müssen ihre Emotionen ständig kontrollieren, und dabei kommt der Vagusnerv ins Spiel. Thayer berichtet von einem Fall in seiner eigenen Familie. Und von einer Studie mit Menschen aus der LGBTQ-Community.

    Die Selbstüberwachung der HRV per Smartwatch hat jedoch ihre Tücken. Die Geräte messen die HRV nur indirekt. Wie zuverlässig ist das? Cailbhe Doherty von der Universität Dublin hat Fitness-Wearables und Smartwatches unterschiedlicher Hersteller wie Fitbit, Garmin und Apple miteinander verglichen. Im Podcast ordnet er die Unterschiede ein.

    Und in seiner Unmöglichen Kolumne geht Christoph Drösser der Frage auf den Grund, wie Placebos funktionieren.

    Shownotes

    Die Podcastfolge über Gesundheitsmessungen von Wearables finden Sie hier.

    Julian Thayers Publikationen finden Sie am besten über Google Scholar.

    Das ausführliche Interview mit Julian Thayer lesen Sie im ZEIT WISSEN-Magazin.

    Kapitel

    00:00 Alle reden über Herzratenvariabilität

    01:58 Welche HRV ist ein Alarmzeichen?

    04:04 Das Herz soll "atmen"

    05:20 Eine Atemübung

    07:14 Der Unterschied zur Herzrhythmusstörung

    09:22 Was messen Smartwatches?

    12:10 So machen es Spitzensportler:innen

    13:29 Was die HRV über den Vagusnerv sagt

    15:40 Wie Herz und Hirn kommunizieren

    17:41 Die HRV misst Diskriminierung

    21:06 HRV und LGBTQ+

    25:04 Wie funktionieren Placebos?

    29:06 Die akustische Körpergröße

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    30 m
  • Sie ist verliebt in eine KI – und das ist menschlich
    Nov 9 2025

    Es begann mit einem Drehbuch. Lena brauchte Hilfe, erst mal nur beim Recherchieren. Doch ganz nebenbei wurde daraus eine Beziehung mit ihrem Gigi, ihrem Chatbot.

    Dass Lena echte Gefühle für ihre KI hat, damit ist sie nicht allein. Immer wieder gibt es Berichte von Menschen, die Chatbots lieben, sie heiraten und trauern, wenn die KI-Anwendungen abgeschaltet werden. Wie kommt es dazu, dass Menschen ein so enges Verhältnis zu KI-Bots aufbauen? Warum fühlen sie sich dort manchmal mehr geborgen als bei Menschen? Und ist es möglich, dass wir bald alle von der KI verführt werden? Über die Geschichte von Lena und diese Fragen spricht Linda Fischer im ZEIT-WISSEN-Podcast mit Anna Carthaus.

    In seiner Kolumne stellt Christoph Drösser außerdem die Frage, wie Liebe auf den ersten Blick funktioniert.

    Shownotes:

    • Liebe zu Chatbots: Nur Spinner verlieben sich in eine KI? Von wegen, der Text von Anna Carthaus auf zeit.de
    • Das Paper zu dem Modell ELIZA von 1966 (Communications of the ACM: Weizenbaum)
    • Nutzungsanalyse von ChatGPT von OpenAI (Chatterji et al., 2025)
    • Studie der TU Berlin über Menschen und ihre Beziehungen zu KI-Bots (Computers in Human Behavior: Artificial Humans: Djufril et al., 2025)
    • Preprint zur Studie von Dr. Jessica Szczuka zu den Faktoren, die Nähe zu Chatbots wahrscheinlicher machen
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    43 m
  • Steht Europa ein Goldrausch bevor? Auf Goldsuche in Finnland
    Oct 26 2025

    In Finnland befindet sich die größte Goldmine Europas. Aber im Boden liegt womöglich noch viel mehr von dem Edelmetall. Der hohe Goldpreis macht auch den Abbau von Erzen mit geringer Konzentration lukrativ und lockt Explorationsfirmen an. Unter den Goldsuchern befindet sich auch ein Forschungsteam aus Deutschland. ZEIT WISSEN war bei der Suche dabei und hat ein Start-up besucht, das in Lappland eine Mine eröffnen will. Die Unternehmenschefin bekommt dafür nicht nur Preise, sondern sie wird auch bedroht.

    In seiner unmöglichen Kolumne geht Christoph Drösser der Frage nach, wie sich Goldnuggets bilden.

    Shownotes

    Max Rauners Reportage über die Goldsuche in Finnland ist im ZEIT WISSEN Magazin erschienen und steht online hier.

    Wo das Gold herkommt, beschreibt der Guardian in diesem Artikel.

    Nuggets machen nur etwa 2 Prozent des geförderten Goldes aus.

    Asteroiden brachten Gold in tiefere Schichten der Erdkruste ein.

    Eine Studie in Nature erklärt, wie piezoelektrischer Quarz durch Erdbeben genug Spannung erzeugt, um Goldpartikel elektrochemisch abzusetzen und große Nuggets zu bilden.

    Kapitel

    00:00 Ein mysteriöser Anruf

    02:33 Warum Finnland?

    04:05 Noora Ahola wird bedroht

    05:49 Die Goldsucher aus Karlsruhe

    08:57 Endlich ein Fund. Ist es Gold?

    12:38 Neben dem Gold liegt noch ein Schatz

    15:13 Ein Goldrausch in Europa?

    17:40 Wie entstehen Goldnuggets?

    21:40 Soll ich Gold kaufen?

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    23 m
  • Was die Wissenschaft über den Rechtsruck weiß
    Oct 12 2025

    In Deutschland, Europa und den USA: Die Welt rückt nach rechts. Umfragen und Wahlergebnisse belegen die Erfolge rechtspopulistischer Parteien. Aber auch in inhaltlichen Fragen gewinnen Positionen an Zustimmung, die politisch rechts verortet werden.

    Die neue Folge des ZEIT-WISSEN-Podcasts analysiert, was die Wissenschaft über die Hintergründe des globalen Rechtsrucks weiß: Was zeigen aktuelle Daten? In welchen politischen und gesellschaftlichen Fragen sind Menschen besonders unterschiedlicher Meinung? Und was wissen wir über den Vibe-Shift in der politischen Mitte? Über diese Fragen spricht ZEIT-Podcasthost Maria Mast mit ZEIT-Datenjournalist Christian Endt.

    Im zweiten Teil der Folge geht es um das Warum – und die These, dass der Aufstieg der Rechten weltweit vor allem eine Rebellion gegen die Gebildeten ist. ZEIT-Redakteur Johannes Böhme erklärt, welche Folgen die Akademisierungswelle des vergangenen Jahrhunderts hatte – und warum es vor allem die Angst vor einem zukünftigen Abstieg ist, die Menschen nach rechts treibt. ZEIT-Autor Christoph Drösser fragt sich in seiner Kolumne dieses Mal, warum rechtspopulistische Parteien in Europa so unterschiedlich stark sind.

    Ihr Feedback und Lob erreichen uns unter podcast@zeit-wissen.de.

    Quellen

    • Die aktuelle Datenauswertung zum Rechtsruck von Christian Endt und Michael Schlieben: "Die Mitte driftet nach rechts"
    • Datenanalyse zu den Wählern der AfD
    • Datenanalyse zu den Wahlen in den USA
    • Datenanalyse zur Europawahl
    • Johannes Böhmes Text "Warum die Welt nach rechts rückt"
    • Nils C. Kumkar: "Polarisierung: Über die Ordnung der Politik"
    • Studie von Thomas Piketty (The Quarterly Journal of Economics, 2021)
    • Studien zur Status Anxiety: Journal of European Public Policy, Engler/Weisstanner, 2021und The British Journal of Sociology, Gidron/Hall, 2017
    • Studie zu Labour Market Polarization
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    39 m
  • Versteckte Botschaften im Small Talk
    Sep 28 2025

    Es gibt ein Wort, das oft im Small Talk auftaucht und über Kontinente, Generationen und Jahrzehnte hinweg ähnlich verstanden wird: “cool”. Wie konnte dieser Begriff sich derart verbreiten? Im ZEIT WISSEN-Podcast erklärt Tobias Hürter den Ursprung und die Erfolgsgeschichte von “cool” – und berichtet von einer Studie, die die Gemeinsamkeiten von Menschen untersucht hat, die gemeinhin als cool gelten.

    Im zweiten Beitrag (ab ca. 10:00) geht es um Botschaften, die im Small Talk versteckt sind. Denn Small Talk ist mehr als oberflächliches Geplänkel. Die neuseeländische Linguistin Meredith Marra erforscht, wie schon die ersten Sätze einer Begegnung den Grundton für das Gespräch setzen. Small Talk kann Vertrauen schaffen, Konflikte entschärfen, Aufforderungen enthalten und als strategisches Werkzeug dienen – im Büro genauso wie in der Arztpraxis. In welchen Situationen man mit Small Talk vorsichtig sein sollte, erklärt die Forscherin im Gespräch mit Eliana Berger.

    Und in seiner unmöglichen Kolumne geht Christoph Drösser der Frage nach: Warum können Erwachsene eine Fremdsprache fast nie akzentfrei sprechen – auch wenn sie jahrelang üben?

    Shownotes

    Der Artikel von Eliana Berger über Small-Talk-Forschung ist im ZEIT WISSEN Magazin erschienen und steht hier online.

    Tobias Hürter schreibt in der ZEIT WISSEN Ausgabe 6/2025 über “cool”. Die Ausgabe erscheint am 17. Oktober.

    Kapitel

    00:00 Willkommen!

    01:00 Ein Wort, das alle auf der Welt verstehen

    02:38 Wer ist "cool"?

    05:57 Die Geburt von cool

    07:58 Was bedeutet heute cool?

    10:13 Versteckte Botschaften im Small Talk

    12:45 Small Talk in der Arztpraxis

    13:38 Small Talk im Büro

    15:13 Small Talk in anderen Ländern

    18:07 Warum lernen Kinder leichter Fremdsprachen?

    22:30 Themenvorschau

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    23 m
  • Endometriose: Die Regelschmerzen? Kaum auszuhalten. Die Reaktion? Das ist normal.
    Sep 14 2025

    Viele Jahre vergehen im Schnitt, bis betroffene Frauen eine Diagnose bekommen. Jahre, in denen die Menstruation mit kaum auszuhaltenden Schmerzen im Unterleib, Rücken und beim Sex einhergeht.

    Um den Auslöser dieses Leidens, die Krankheit Endometriose, geht es in der neuen Folge des ZEIT Wissen-Podcasts. Die Journalistin Nora Burgard-Arp ist selbst betroffen. Sie erzählt von ihrer eigenen Leidensgeschichte und erklärt, dass es Gebärmutterschleimhaut ist, die die Symptome verursacht, weil sie sich an falschen Stellen im Körper ansiedelt.

    Claudia Wüstenhagen, Leiterin des Gesundheits-Ressorts der ZEIT, wirft außerdem einen Blick auf die wichtige Rolle der Psyche bei der Schmerzwahrnehmung. Und in seiner unmöglichen Kolumne fragt Christoph Drösser, warum so vielen Frauen in der Schwangerschaft übel ist.

    Shownotes:

    • Was ist Endometriose und warum dauert es so lange, bis Frauen eine Diagnose und Hilfe bekommen? Dieser ausführliche Text mit Grafiken beantwortet (fast) alle Fragen.
    • Wie schlimm Frauen leiden und wie sehr sie mit überkommenen Vorstellungen davon konfrontiert sind, was man als Frau ertragen muss, zeigen diese Erfahrungsberichte.
    • Die Autorin Jana Petersen schreibt über Frauen, die mit falscher Diagnose als Sensibelchen heimgeschickt werden.
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    33 m
  • ChatGPT oder Mensch: Wer ist empathischer?
    Aug 31 2025

    Ein kanadisches Forschungsteam hat ChatGPT und menschliche Gesprächspartner auf ihre Empathiefähigkeit getestet. Der Chatbot musste gegen Laien und Fachleute aus Kriseninterventionsteams antreten – und schnitt beeindruckend gut ab. Was macht die Künstliche Intelligenz anders? Werden wir uns bald von Chatbots trösten lassen? Und was können wir von der KI lernen?

    Im zweiten Beitrag geht es um ein Forschungsprojekt in Karlsruhe, das eine KI nach Methoden der Psychotherapeutenausbildung trainiert. Mit virtuellen Patientinnen und Patienten übt der Chatbot Therapieschritte und bekommt Supervision von menschlichen Expertinnen. Mit Chatbots ließe sich die Zeit überbrücken, bis jemand einen Therapieplatz bekommt. Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

    Shownotes

    Der Artikel von Stefanie Kara über die KI in der Psychotherapie ist hier auf zeit.de zu finden.

    Max Rauners Erfahrungsbericht mit Dr. ChatGPT als Hilfsdoktor ist im ZEIT-Wissensmagazin erschienen und kann hier online gelesen werden.

    Die Studie von Michael Inzlicht ist in Nature communications psychology erschienen.

    Kapitel

    00:00 Willkommen

    00:55 ChatGPT spricht Mut zu

    03:05 Die Chatbot-Studie

    06:35 Wer ist empathischer?

    08:13 Wie erklärt man das?

    11:14 Und Elon Musks Grok4?

    12:40 Zombie-Empathie

    15:03 KI als Therapeutin

    27:20 Ausblick

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    33 m
  • Was unser Körpergeruch über uns verrät
    Aug 17 2025

    Wer gut riechen möchte, muss nicht jeden Tag duschen. Der menschliche Körpergeruch entsteht durch ein Zusammenspiel aus Genen, Mikroorganismen auf der Haut und Ernährung oder Hormonen. Er ist ein Signal für unsere emotionale Verfassung und sogar für bestimmte Krankheiten. Wer seinen Körpergeruch nachhaltig ändern möchte, benötigt mehr als duftende Seifen und Parfums. Was der Körpergeruch über den Menschen verrät, hat Autor Maxim Landau für den ZEIT-Wissen-Podcast recherchiert. Gemeinsam mit Podcast-Host Linda Fischer spricht er über überraschende Studien zu emotionsgeladenen Duftsignalen des Körpers und die Frage, was wirklich gegen schlechten Körpergeruch hilft.

    In seiner Kolumne geht Christoph Drösser außerdem der Frage nach, ob Menschen auch über Pheromone kommunizieren können.

    Shownotes:

    Was der Körpergeruch über uns verrät Der Text von Maxim Landau auf zeit.de.

    Ansprechpartnerinnen und Interviewpartner:

    • Bettina Pause ist Professorin für Psychologie an der Universität Düsseldorf und leitet dort die Arbeitsgruppe Biologische Psychologie und Sozialpsychologie. Sie hat unter anderem das Buch Alles Geruchssache geschrieben.
    • Hanns Hatt ist Professor am Lehrstuhl für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum, er ist Co-Autor des Buches Die Lust am Duft: Wie Gerüche uns verführen und heilen.
    • Yael Adler ist Dermatologin und schreibt in ihrem Buch Darüber spricht man nicht unter anderem über Körpergerüche. Sie sagt, viele Patientinnen und Patienten suchen ihre Praxis mit dem Wunsch auf, unangenehme Körpergerüche loszuwerden.

    Die wichtigsten Studien:

    • Brain and Behavior: Calvi et al., 2020
    • Plos One: Katsuyama et al., 2022
    • Molecular Ecology: Winternitz et al., 2016
    • ACS Cent Sci.: Trivedi et al., 2019
    • Evolution and Human Behaviour: Stevenson, Mahmut und Stephen, 2017
    • Chemical Senses: Havlicek und Lenochova 2006
    • Experimental Dermatology: Callewaert, Lambert, Van der Wiele, 2016
    Más Menos
    38 m