Episodios

  • Vom Anwalt zum Medien-CEO: Ein ungewöhnlicher Weg - Interview mit Dr. Rainer Esser
    Jan 14 2026
    Wie schafft es jemand, einen Verlag vom Abstiegsplatz in die Champions League zu führen? Dr. Rainer Esser erzählt von seiner bemerkenswerten Karriere, die über eine Banklehre, ein Jurastudium und die Deutsche Journalistenschule schließlich zur Spitze der Zeit Verlagsgruppe führte. Besonders überraschend: Seine Banklehre war für das Management wichtiger als das Jurastudium. 1999 übernahm Esser die Geschäftsführung eines angeschlagenen Verlags mit 300 Mitarbeitern. Seine Erfolgsformel basierte auf schnellem Ausprobieren neuer Geschäftsmodelle mit niedrigen Investitionen und einer Kultur der Wertschätzung (die übrigens das volle Potenzial der Mitarbeiter entfaltete). Heute beschäftigt das Unternehmen 1400 Menschen und finanziert sich zu 75 Prozent durch Verkaufserlöse. Die digitale Transformation sah Esser nicht als radikale Neuerfindung, sondern als natürliche Erweiterung – er entwickelte die Zeit von einem Papierprodukt zu hundert digitalen Produkten. Eine prägende Begegnung hatte er mit Helmut Schmidt, dessen umfassendes Wissen und analytische Fähigkeiten ihn tief beeindruckten. Nach 27 Jahren übergibt Esser seine operative Rolle und wechselt ab Februar in den Aufsichtsrat. Sein Rat an sein jüngeres Ich? Mehr Geduld, Selbstbewusstsein und Diplomatie hätten geholfen. Erfahre mehr über diese inspirierende Führungsgeschichte und die Zukunft des Qualitätsjournalismus. In dieser Folge hörst Du: ✨ Jurastudium als Karrierevorteil im Medienmanagement – Essers unkonventioneller Weg vom Jura-Studium über Journalismus ins Management zeigt, dass diverse Fachkompetenzen in Führungspositionen wertvoller sein können als klassische Medienwirtschafts-Ausbildungen. ✨ Digitale Transformation ohne radikalen Bruch – Die digitale Neuausrichtung erfolgte nicht durch Zerstörung des Bestehenden, sondern durch Ausbau vorhandener Stärken – ein konservativer Ansatz, der sich als erfolgreicher erwies als disruptive Strategien. ✨ Niedriges Risiko durch schnelle Experimente – Essers Innovationsformel basiert auf niedrigen Investitionsschwellen und rasantem Testen statt großer, teurer Projekte – dies reduziert Misserfolgsrisiken deutlich. Viel Spaß und viel Inspiration! Was ist Dein Aha-Moment?
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    41 m
  • Von der Notlösung zur Erfolgsgeschichte: Eine ungeplante Unternehmensführung - Interview mit Zoë Andreae
    Dec 10 2025
    Von der Notlösung zur erfolgreichen Unternehmensführerin - Zoë Andreae übernahm mit 25 Jahren spontan die Geschäftsführung des Familienunternehmens Lecare, als ihr Vater schwer erkrankte. Im The Path of Purpose Podcast erzählt Zoe ihre beeindruckende Geschichte der ungeplanten Nachfolge. Was als kurzzeitige Aushilfe nach dem BWL-Studium begann, entwickelte sich zur dauerhaften Übernahme des Legal-Tech-Pioniers, den ihr Vater in den 1980ern gründete. Die steile Lernkurve meisterte sie dank erfahrener Mitarbeiter und externer Mentoren. Nach 8,5 Jahren führt sie das innovative Unternehmen erfolgreich und hat ihre Leidenschaft für die Unternehmensführung entdeckt. Zoë teilt ihre Erkenntnisse über Nischenspezialisierung im Legal-Tech-Bereich und erklärt, warum Fokussierung der Schlüssel zum Erfolg ist. Sie beschreibt ihren strukturierten Ansatz im Produktmanagement und die Balance zwischen Kundenwünschen und Innovation. Besonders spannend: Wie das 40 Jahre alte Familienunternehmen seine traditionellen Stärken mit modernen Tech-Trends verbindet und dabei die bewährte "Made-in-Germany"-Qualität beibehält. Hör dir die vollständige Episode an und erfahre, wie aus einer Notlösung eine erfolgreiche Unternehmensführung wurde! In dieser Folge hörst Du: ✨ wie Zoë von der BWL-Absolventen zur Geschäftsführerin in sechs Wochen wurde - ohne Vorerfahrung und Einarbeitung ✨ ihre Strategie mit der sie 8,5 Jahre später ein erfolgreiches 30-köpfiges Softwareunternehmen mit über 500 Kunden führt ✨ wie sie KI-Integration vorantreibt, ohne die Stärken eines 40 Jahre alten Familienunternehmens zu verlieren.
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    50 m
  • KI - Die größte Revolution der Arbeitswelt - Interview mit Daniel Szabo
    Nov 26 2025
    Jeden Tag machen die Entwicklungen von KI Riesensprünge. Die einen hecheln KI hinterher und fragen sich, wie sie die ganzen Updates bewältigen und einen Überblick behalten sollen. Für die anderen ist KI ist immer noch ein Mysterium, das Angst einflößt und existenzielle Fragen hochkommen lässt. Daniel Szabo, Gründer von „Generation Tech Partners“ und KI-Experte, spricht Klartext und zeigt einen einfachen Weg durch den KI Dschungel. Daniel beschäftigt sich seit 2013 mit KI, lange bevor es Mainstream wurde. Er begann seine Karriere bei einem DAX Konzern und verband dort die neuesten digitalen Technologien mit bestehenden Geschäftsmodellen. Später skalierte er bei Körber Digital ein Team von 50 auf 450 Mitarbeiter und erzielte zweistellige Millionenumsätze mit KI-Software und Beratung. Für Daniel übertrifft die aktuelle KI-Revolution alles bisher Dagewesene und er vergleicht KI mit der Internet-Revolution der 90er Jahre, jedoch mit noch größerem Impact. Die aktuelle KI-Welle ist deutlich einflussreicher als die vorherige Digitalisierungswelle. 40% der ArbeitnehmerInnen in Deutschland gehen in den nächsten zehn Jahren in Rente. Und KI wird diese Lücke füllen müssen, das ist eine Chance. KI ist gekommen, um zu bleiben, es wird keinen Weg daran vorbeigehen. KI ist kein Nice-to-Have, sondern essentiell für die Wirtschaftskraft. Daniel’s Message ist, dass deutsche CEOs täglich mindestens zwei Stunden KI selber nutzen sollten, anstatt sich hinter regulatorischen Ausreden zu verstecken. Die KI-Integration ist rechtlich möglich und ist hauptsächlich eine Frage der Umsetzung. Führungskräfte nutzen KI bisher zu wenig. Die größten Hindernisse in Bezug auf KI sind nicht technische oder finanzielle Gründe, sondern liegen in fehlender digitaler Expertise der Führungsebenen. Ausgerechnet in den Führungsebenen deutscher Unternehmen wird KI am wenigsten praktisch eingesetzt, obwohl dort die strategischen Entscheidungen getroffen werden. KI ist ein Change Prozess, der von oben kommen muss. Die Technologie ist da und günstig. Die Hindernisse liegen nicht bei den Kosten, sondern bei Mindset und Skills. Deutsche Unternehmen scheitern bei der KI-Implementierung hauptsächlich an mentalen Barrieren und Ängsten, nicht an mangelnden technischen Fähigkeiten. KI zu nutzen ist in erster Linie ein psychologisches und kein technisches Problem. Daniel’s Erkenntnis ist, dass die digitale Transformation primär kulturell, und nicht technisch ist. Was die Innovationskraft betrifft, so sieht Daniel, dass viele Unternehmen bei exponentiell skalierbaren Geschäftsmodellen zu früh aufgeben, da exponentielles Wachstum anfangs langsamer als lineares Wachstum erscheint. Erfolgreiche Gründer und Investoren benötigen 10-15 Jahre, um relevante Businesses aufzubauen, während große Unternehmen zu früh schon nach 3-4 Jahren den Stecker ziehen. Manche Geschäftsmodelle sind in Deutschland ökonomisch nicht mehr sinnvoll und erreichen natürlicherweise ihr Lebensende. Doch zum Beispiel beim Handel sieht Daniel Potenzial für KI-Effizienzsteigerungen durch viele kleine Anwendungsfälle. Die rasante KI-Entwicklung von 2023-2024 hat sich nach Daniel's Einschätzung mittlerweile verlangsamt hat, da der Nutzen für viele Anwendungsfälle abnimmt und die KI Varianten sich nicht mehr so tiefgreifend verändern. In dieser Folge hörst Du: ✨ warum die analoge Zusammenarbeit in dynamischen Umfeldern gut funktioniert, ✨ weshalb in Zukunft tiefes Expertenwissen weniger relevant sein wird und Generalisten mit breiter Vielseitigkeit wichtiger werden, ✨ welche service-basierten Geschäftsmodelle sich besonders revolutionieren werden, ✨ was die 3 größten Fehler in der KI Anwendung sind, ✨ wie sich jeder leicht in Bezug auf KI Themen auf dem Laufenden halten kann.
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    42 m
  • Warum Transformationen scheitern und wie sie gelingen: In Krisenzeiten neu denken - Interview mit Vera Starker
    Nov 19 2025
    New Work wird oft missverstanden als oberflächliche Wohlfühl-Maßnahme. Dabei steckt dahinter eine tiefgreifende Sozialutopie. Es geht um eine tiefgreifende, gesellschaftliche Vision, die weit über flexible Arbeitszeiten hinausgeht und eine grundlegende Neugestaltung der Arbeitswelt darstellt. Genau um die Neugestaltung geht es Vera Starker. Vera Starker, Wirtschaftspsychologin und Co-Founderin der "Next Work Innovation Garage", wechselte als Juristin zur Organisationspsychologie, weil sie wissen wollte, woran Umstrukturierungen scheitern. Sie hatte erfahren, dass selbst bei juristisch perfekten Fusionen Menschen einfach nicht zusammenarbeiten wollten und in den Widerstand gingen. Was sind die Gründe dafür? Vera hatte den tiefen Wunsch, diese Zusammenhänge zu verstehen. Anstatt Mitarbeiterwiderstand zu bekämpfen, ergründet der New Work Ansatz die Logik hinter dem Widerstand. Und versucht Menschen zu verstehen, die bereits gescheiterte Veränderungsprozesse erlebt haben, und völlig berechtigt skeptisch reagieren. Dabei wird gerade das Arbeiten mit den unbewussten und emotionalen Prozessen zum Gamechanger. Eine hypnosystemische Ausbildung, die das angeht, veränderte Veras Leben von Grund auf. Hypnosystemische Methoden revolutionieren die Organisationsentwicklung, weil sie die unbewussten Prozesse der Mitarbeiter untersuchen. Das hypnosystemische Arbeiten mit unbewussten Prozessen ermöglicht es, die Logik hinter scheinbar widersprüchlichem Verhalten zu verstehen, anstatt es zu kritisieren. Auch Führungskräfte werden bei diesem Ansatz bereits vor Veränderungsprozessen auf ihre tatsächliche Veränderungsbereitschaft getestet werden, um das Scheitern von Transformationen zu vermeiden. Das ist ein völlig neuer Ansatz in der Unternehmensberatung. Besonders am Herzen liegt es Vera, aus ihrem hypnosystemischen New Work Ansatz Messverfahren für Unternehmen zu entwickeln, die zum Beispiel den Widerspruch zwischen gewünschter Agilität und gleichzeitiger Kontrolle erfassen, oder zwischen gewünschter psychologischer Sicherheit und gleichzeitiger hoher Fehlerkultur, die Innovationen im Keim erstickt. In großen Konzernen mit tayloristischen Strukturen ist die psychologische Sicherheit besonders niedrig. Vera zeigt auch, dass klassische Kostensenkungen und Personalabbau zwar die Börsenwerte kurzfristig steigern, aber durch Survivor-Effekte langfristig die Produktivität mindern, da Erfahrung und Kompetenz verloren gehen. Eine qualitative Restrukturierung, die das tayloristische Führungskorsett aufbricht, macht mehr Sinn. Besonders Frauen in Führungspositionen scheitern oft an diesem Momentum orientierten, alten System, da ihre nachhaltigen Perspektiven nicht hineinpassen. Spannend ist eine amerikanische Langzeitstudie über zehn Jahre, die zeigt, dass erfolgreiche Unternehmen in Krisen maximalen Fokus halten, überflüssige Initiativen streichen und ein stabiles Management praktizieren. Deutsche Manager hingegen agieren oft aktionistisch und drücken in Krisenzeiten gleichzeitig auf alle Knöpfe. Führungskräfte brauchen Zeit zum Nachdenken. Arbeitsunterbrechungen nehmen hierarchisch nach oben zu. Doch echte organisationale Resilienz entsteht durch fokussiertes Management mit innerer Stabilität. Schon in den universitären Ausbildung wird systemisches und zirkuläres Denken nur oberflächlich behandelt wird, obwohl lineares Wirtschaften längst nicht mehr funktioniert. Zwei Drittel der Führungskräfte greifen in Krisen unbewusst zu autoritären Führungsstilen, nicht als durchdachte Strategie, sondern als Reaktivmodus zur Selbststabilisierung. Leider übernehmen Wirtschaftsmedien die "Kapitän-macht-die-Schotten-dicht"-Narrative unreflektiert. Vera bemängelt, dass Unternehmen zwar in Selbstmanagement, aber kaum in Selbstführung investiert haben.
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    55 m
  • Burnout: Warnsignale erkennen und vorbeugen - Interview mit Christina Voss
    Oct 29 2025
    Burnout ist eine Epidemie: 61% der Arbeitnehmer fürchten durch Überlastung an einem Burnout zu erkranken und 21% der Beschäftigten stufen ihre Gefahr für ein Burnout als "hoch" ein. Diese Zahlen alarmieren! Burnout Expertin und Stress Coachin Christina Voss weiß aus eigener Erfahrung, dass wir die schleichende Überforderung nicht bemerken und langsam in ein Burnout hineinwachsen. Wenn Wochenenden und Urlaube keine Erholung mehr bringen, wird es kritisch. Nach 13 Jahren im DAX-Konzern als Führungskraft erlebte sie selbst einen Burnout und erkannte den Mangel an präventiver Hilfe. Sie beschreibt typische Burnout-Merkmale wie Perfektionismus, hohe innere Ansprüche und die Tendenz, eigene Bedürfnisse hintenanzustellen. Körperliche Warnsignal sind Schlafprobleme, chronische Verspannungen und das Gefühl, permanent unter Strom zu stehen. Heute weiss Christina, dass Burnout nicht durch zu viel Aktivität entsteht, sondern durch zu wenig Aufmerksamkeit für innere Bedürfnisse und mangelnde Selbstfürsorge. Es geht weniger darum, "Was" wir tun, sondern "Wie" wir handeln. Auch körperliche Warnsignale wie Verspannungen, Schlafprobleme und Erschöpfung sind nicht normal bei der Arbeit, sondern schon der schleichende Beginn. Die Warnsignale beginnen schon lange bevor wir sie letztendlich spüren. Oberflächliche Quick-Fix-Lösungen und Einmal-Trainings sind nur ein Pflaster. Echte Prävention erfordert strukturelle Veränderungen, kontinuierliche ehrliche Selbstreflexion und Common Care als Gemeinschaftsaufgabe. Christina arbeitet heute daran, das Stigma um Burnout und Mental Health abzubauen und präventive Maßnahmen nicht als Luxus, sondern als Investment in die eigene Leistungsfähigkeit zu etablieren. Und dass, Mental Health den gleichen Stellenwert wie körperliche Gesundheit verdient. Christina möchte Menschen den Support zu bieten, den sie damals selbst vermisst hat. Unternehmen unterstützt sie dabei, gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen und nachhaltig zu bewahren. Burnout ist kein persönliches Versagen, sondern entsteht durch das Zusammenspiel individueller und struktureller Faktoren. Wichtige Sofortmaßnahmen sind das radikale Entlasten des Kalenders durch To-dos ausmisten und ehrliche Selbstreflexion. Konkrete Alltagsstrategien sind zum Beispiel flexible Wochenpläne, "unverhandelbare Energieladestellen" definieren und einhalten, Grenzen setzen, energiebringende soziale Kontakte pflegen und die 4-7-8 Atemtechnik. In dieser Folge hörst Du: ✨ wie wir Burnout-Warnsignale frühzeitig erkennen und Belastungen und blinde Flecken erfassen, ✨ welche präventive Maßnahmen wir ergreifen können, ✨ wann externe Hilfe nötig ist, ✨ wie Unternehmensstrukturen und persönliche Verantwortung zusammenspielen, ✨ welche Rolle Selbstfürsorge und soziale Kontakte spielen.
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    49 m
  • Interview mit Fabian Westerheide
    48 m
  • Wie Coaching Führung verbessert und die Zukunft von Coaching - Interview mit Dr. Christopher Rauen
    Sep 24 2025
    Dr. Christopher Rauen ist der Grandmaster im Coachingbereich an der Schnittstelle von Naturwissenschaft, Psychologie und Praxis und wurde 2019 in London als erster Deutscher mit dem „Leading Global Coaches Award“ ausgezeichnet. Christopher blickt auf fast 30 Jahre Erfahrung im professionellen Coachingbereich zurück. Durch sein Studium in Physik und Philosophie kam er zu Arbeits‑, Organisations‑ und klinischer Psychologie, was ihn veranlasste, wissenschaftliche, evidenzbasierte Methoden in Coaching und Wirtschaft zu übertragen. Direkt nach seinem Studium hat er als Vermittler zwischen der zahlenorientierten und psychologischen Welt fünf Geschäftsbereiche rund ums Coaching aufgebaut, die Zertifizierung und Entwicklung wissenschaftlich verankern und das Berufsbild Coaching stärken. Für Christopher steht Coaching heute in Deutschland an einem Scheideweg. Künstliche Intelligenz, Qualitätsfragen und wenige „Brunnenvergifter“ üben Druck aus. Der Coaching Markt ist sehr bunt und unübersichtlich geworden. ER wünscht sich mehr Transparenz und Sichtbarkeit guter Prozesse in der zersplitterten Coachingbranche. Man muss genau hinschauen, was echtes Coaching ist und was nur oberflächliche Erfolgsinszenierungen oder Entertainment. Christopher warnt, dass viel vermeintliches Coaching eher Unterhaltung, laute Versprechungen und Scheinangebote sind, und dass intransparente, unseriöse Anbieter finanzielle Interessen über echte Wirksamkeit stellen, was dem Berufsstand und KlientInnen gleichermaßen schadet. Er betont, dass das Problem nicht nur beim Angebot, sondern auch bei der Nachfrage liegt. Informierte KundInnen wählen eher professionelle Coaches, weshalb Aufklärungsarbeit in der Branche enorm wichtig ist. Der Coaching-Kern ist gleichgeblieben, während sich Methoden und Zielgruppen stark ausdifferenziert haben. Christopher sieht einen fundamentalen Unterschied zwischen echtem Coaching und bloßer Unterhaltung, zwischen systemischen deutschen und pragmatisch-evidenzbasierten, nutzenorientierten US-amerikanischen Ansätzen. Coaching ist eine sehr junge Disziplin, die Zeit für Entwicklung und Reife braucht, aber wegen grundlegender menschlicher Bedürfnisse Bestand haben wird. Entscheidend fürs Coaching sind Perspektivwechsel und die Erkenntnis, dass es keine Wahrheit gibt, sondern nur subjektive Perspektiven. Das Gute ist, dass seriöses Coaching Menschen dort abholt, wo sie stehen. Gerade Führungskräfte können enorm von Coaching profitieren, doch das Commitment, die Neugierde und die Bereitschaft dazu müssen aus der Person selbst herauskommen und lassen sich nicht aufzwingen. Sonst bleibt Coaching bloßes Scheincoaching. Führungskräfte haben blinde Flecken, die sich auf Teams und Organisationen multiplizieren. Coaching kann diese sichtbar machen, Brücken bauen und konkrete Verbesserungen ermöglichen. Ökonomisch lohnt sich Coaching oft schon bei kleinen Effekten. Häufige blinde Flecken von Führungskräften sind Konfliktsymptome statt Ursachen zu sehen und die Haltung „Ich habe recht“ durchzudrücken, was Konflikte verstärkt. Häufig gibt es auch Polarisierungen, die kurzfristig viel erreichen, langfristig aber Organisationen und Menschen schaden können. Das bessere Argument sollte Recht haben und nicht Autorität. Coaching verhilft zu einer realistischen Wahrnehmung über einfache Richtig-Falsch Schemata hinaus, und zu innerer Freiheit, was die Voraussetzung für eine gute Entscheidungsfindung ist. Coaching hilft, die Selbstwahrnehmung zu erweitern, Konflikte zu lösen und handlungsfähig zu werden. Seriöses Coaching stärkt als wirksames Instrument die Selbsterkenntnis. Was Diagnostik und Persönlichkeitsanalysen angeht, so warnt er vor übermäßiger, trügerischer Vereinfachung. Die Messwerte der Diagnostik wirken wie ein Radar und liefern Hinweise und Ausschnitte, brauchen aber Kontext und Begleitung und sind kein Ersatz für Dialog. Erfolg ist für Christopher, wenn Klienten am Ende mehr können, differenzierter wahrnehmen und eine weiterentwickelte
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    1 h y 1 m
  • Demokratie stärken: Vom Juristen zum Aktivisten - Interview mit Dr. Maximilian Oehl
    Sep 3 2025
    Dr. Maximilian Oehl ist Mitbegründer und Geschäftsführer der Kampagnenagentur Media Force, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Extremismus und Desinformation in den Sozialen Medien zu bekämpfen. Daneben ist er Gründer und Board President der überparteilichen Organisation Brand New Bundestag, die junge Politiker mit dem Ziel unterstützt, ihnen den Einzug in Parlamente auf Bundes- und Landesebene zu ermöglichen. "Brand New Bundestag" fördert neue Talente und bringt frische Perspektiven in die Politik. In dieser aufrüttelnden Folge spricht Maximilian über seinen Weg vom Jurastudium zum aktiven Engagement für Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Mit der Gründung der Refugee Law Clinic für Geflüchtete in Köln setzte er ein wichtiges Zeichen für den Zugang zu Recht und Rechtsberatung für alle. Wir sprechen über seine aktuelle Arbeit und über die Herausforderungen unserer Demokratie: von Desinformationskampagnen, die darauf abzielen demokratische Diskurse zu destabilisieren, bis zum Erstarken von Populismus. Besonders spannend ist unsere Diskussion über die Rolle von Unternehmen als demokratische Anker. Anhand konkreter Beispiele wie die Zusammenarbeit mit der Deutschen Fußballliga mit der Kampagne "DEMOKRATEAM" wird gezeigt, wie Sport, Wirtschaft und demokratische Werte Hand in Hand gehen können. Unternehmen tragen eine Verantwortung, wirtschaftlich zu handeln und aktiv demokratische Werte zu fördern und zur Demokratie zu stehen. Maximilian ermutigt die Zuhörer, sich aktiv für Demokratie zu engagieren. Jeder kann einen Unterschied machen und die Zukunft mitgestalten. In diesem spannenden Interview erfährst Du: • worin die Ursachen von Radikalisierung heute liegen, • weshalb sich Unternehmen für Demokratie engagieren sollten, • was junge Talente daran hindert, in die Politik einzutreten, • wie eine ehrliche Kommunikation zwischen Zivilgesellschaft und Politik Frustrationen abbaut, • weshalb wir aufgrund der positiven, wirtschaftlichen und sozialen Indikatoren optimistisch in die Zukunft blicken sollten. Viel Spaß und viel Inspiration! Was ist Dein Aha-Moment? Folge mir gerne auf LinkedIN oder https://www.linkedin.com/in/simonadeckers/ oder Instagram https://www.instagram.com/simonadeckers. Du findest dort Inspiration, Innovation und Power. Komm hier ins Gespräch mit mir: https://go.oncehub.com/SimonaDeckers Hier kannst Du meinen Newsletter abonnieren: info@shanticompany.com Deine Simona www.shanticompany.com Mehr zu Dr. Maximilian Oehl findest Du hier: https://www.linkedin.com/in/maximilian-oehl https://mediaforce.me https://brandnewbundestag.de
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    59 m
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