Podcast Literatur - ein Literaturformat von Theo Schneider und der VHS Kaiserslautern Podcast Por Theo Schneider arte de portada

Podcast Literatur - ein Literaturformat von Theo Schneider und der VHS Kaiserslautern

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De: Theo Schneider
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Das Literaturformat von Theo Schneider und der VHS Kaiserslautern: Bücher, literarische Themen sowie Autorinnen und Autoren aus Rheinland-Pfalz und der Welt in Lesung und Gespräch.VHS Kaiserslautern, Theo Schneider Ciencias Sociales
Episodios
  • Extra: Joseph-Breitbach-Preis für Frank Witzel
    Nov 11 2025
    Am 12. November 2025 wird Frank Witzel 70 Jahre alt. Sein größtes Geburtstagsgeschenk erhielt er allerdings schon im September: 50.000 Euro mit der Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises in Koblenz. Denn von dort stammt der Schriftsteller, Publizist und Investor Joseph Breitbach (1903-1980). Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach und Berlin. Und er ist ein höchst vielfältiger Künstler: Schriftsteller, Musiker, Komponist und Zeichner. Er illustrierte und gestaltete seine eigenen Bücher und die anderer. Er ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, der für seine Hörspiele die Musik selbst schreibt, aber auch andere Musikstück komponiert und das Libretto zu der Oper „Dora“ verfasst hat. Vor allem aber ist er Autor von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Genres, deren Mischformen zwischen Essay, Experiment, Betrachtung, politische, psychologische und philosophische Überlegungen in keine Schubladen passen. Das gilt auch für sein Hauptwerk, für das er 2015 den Deutschen Buchpreis erhielt: „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist ein 800 Seiten starkes Textkonvolut, „ ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt“, das durch viele literarischen Formen streunt: Erzählungen über das Erwachsenwerden eines Dreizehnjährigen in Wiesbaden, imaginierte Verhöre, Protokolle, innere Monologe, philosophische und psychologische Erörterungen, Action, Essay und Wahnvorstellungen. Eine „Mischung aus Wahn und Witz, formaler Wagemut und zeitgeschichtliche Panoramen…einzigartig in der deutschen Literatur, ein genialisches Sprachkunstwerk…ein großer Steinbruch, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia“. Und – möchte ich hinzufügen – ein Buch, das zu Unrecht als schwerer Lesestoff bezeichnet wird, sondern höchst vergnüglich herz- und hirnerhellend ist für alle die sich darauf einlassen. Daraus wird Frank Witzel im folgenden Extra lesen, nachdem ihn Mareike Gries in einem Interview zu Leben, Werk und Breitbach-Preis befragt hat.
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    40 m
  • Kostprobe: Die abwesenden Männer
    Nov 11 2025
    Der Roman beginnt 1989 in Bremerhaven. Hier ist das Mädchen Raisa mit ihrer Mutter Martha nach Jahren ziellosen Umherziehens endlich sesshaft geworden. Aus ihrer Perspektive wird der Roman erzählt. Aber was kann sie schon erzählen, wenn die Mutter beharrlich schweigt, auch verschweigt wer ihr Vater ist? Wenn sie ihr eigenes Schicksal so beharrlich verschweigt wie das der anderen Frauen in der Familie ? Bis sie eines Tages beginnt, Bruchstücke auf Zettel zu notieren, die sie in der Gartenmauer deponiert. Gedanken und Fragmente über sich und über die Geschichte von Großmutter und Urgroßmutter, Geschichten aus vier Generationen von Frauen. Durch die sich ein gemeinsames Muster zieht: Die Abwesenheit von Männern. Männer, die sie geliebt haben, die sie misshandelt haben, die verschollen sind, die fliehen mussten, die sie aus Scham verschwiegen haben. Raisa lebt allein mit ihrer Mutter Martha und das schon immer. An ihren Vater hat sie keine Erinnerungen. Ihr Name ist das Einzige, was sie von ihm bekommen hat – besser so, sagt Martha. Doch Raisa beginnt, Fragen zu stellen. Als der Nachbarsjunge Mat verschwindet, beginnt Martha zu erzählen. Von der Großmutter Dina. Von Lügen, die schützen, und Lügen, die in Gefahr bringen. Von der Liebe ihres Lebens und ihrem größten Verlust. Rabea Edel zeichnet in ihrem Buch die bewegende Lebensgeschichte ihrer Mutter und das Portrait einer Nachkriegsgeneration, die im Schatten der Gewalt und des Schweigens aufgewachsen ist. Sie erzählt von der Kraft der Liebe und von der Rückeroberung der eigenen Geschichte durch die Sprache. Ein Buch wie ein Kaleidoskop, das vor allem die Frauen in den Blick nimmt – und die weibliche Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. Sie sind die Geister der Vergangenheit, die Geister von denen ihre Mutter nicht spricht, die Geister, nach denen die Tochter und Enkelin fragt. Es sind die Geister von Generationen, die geprägt sind von Verlusten und Traumata, von persönlichen aber auch von den Dramen der Geschichte der vergangenen hundert Jahre. Die individuellen Geschichten sind immer auch geprägt von der jeweiligen politisch-gesellschaftlichen Zeitgeschichte. Dies sind die Spuren, die Fragmente, die Erinnerungen, die Raisa in diesem Buch allmählich zutage fördert. Das mit seinen häufigen und spontanen Wechseln von Handlungen, Schauplätzen und Zeiten so komplex konstruiert ist, dass es die ungeteilte Aufmerksamkeit der Leserinnen verlangt. Wie bei einem Puzzle werden Motive, Strukturen und Erkenntnisse erst sichtbar, wenn die vielen Fragmente am Ende ein Gesamtbild sichtbar machen. In dieser Kostprobe stellt Leander Bauer das Buch vor und Autorin Rabea Edel liest zentrale Passagen.
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    29 m
  • Folge 58: Es war einmal in Kaiserslautern
    Nov 11 2025
    „Es war einmal in Kaiserslautern“ – so heißt ein Kapitel in Christian Barons Roman „Drei Schwestern“, der vor kurzem im Claassen Verlag erschienen ist. Es ist der dritte Band seiner Kaiserslautern-Trilogie, die in der Stadt und ihrer Umgebung spielt. Der erste Band, er hieß „Ein Mann seiner Klasse“, ist unmittelbar autobiografisch und schildert Kindheit und Aufwachsen des Protagonisten in einer Unterschichtfamilie in den 90er Jahren. Sie sind geprägt von Gewalt und Alkohol, aber auch von unverschuldeter Armut trotz Vollzeitarbeit, vergeblicher Hoffnung auf Besserung, von Scham über die Unzulänglichkeiten der Unterschichtzugehörigkeit und von schlecht verhohlener Verachtung und verlogenem Mitleid der Bessergestellten. Ein Buch, das Leben und Sterben der armen Leute in einem der reichsten Länder der Welt aus ihrer eigenen Perspektive so schonungslos, genau und einfühlsam beschreibt, wie dies zuvor jahrzehntelang kein anderer Roman der deutschen Literatur zustande gebracht hat. Der zweite Band mit dem Titel „Schön ist die Nacht“ spielt in den 70er Jahren und erzählt von den Großeltern, die selbst in den Jahren des Aufschwungs nicht zu Wohlstand gelangen können, von ihren Mühen und Widersprüchen zwischen Wohlanständigkeit und Kleinkriminalität, von ihren kleinen Freuden und großen Leiden unter Arbeitsbedingungen und Alkoholismus. Der neue, dritte Band „Drei Schwestern“ beschreibt wie sich die Eltern des Protagonisten des ersten Buches, der zu dieser Zeit in den 80er Jahren noch nicht geboren ist, kennen und lieben lernen; schildert also gewissermaßen die Vorgeschichte zum ersten Buch. Aus den wechselnden Perspektiven der drei Schwestern wird von ihren unterschiedlichen Sehnsüchten und Lebensentwürfen erzählt. Aber eben nicht, wie das die übergroße Mehrheit der aktuellen deutschen Literatur tut, unter weitgehender Ausblendung gesellschaftlicher Verhältnisse, sondern im Gegenteil: Christian Barons erzählerischer Blick zeigt ständig die Umstände gesellschaftlicher Klassenverhältnisse und dass sie die eigentlichen Ursachen für die Situationen der Einzelnen sind. Anders gesagt: Das Private ist politisch! In Folge 58 von Podcastliteratur.de liest Christian Baron aus seinem neuen Buch und redet mit Theo Schneider über Inhalt, Form und Entstehung und gibt Auskunft über seine literarische Werkstatt. Drei Schwestern Unterschiedlicher könnten Mira, Juli und Ella kaum sein – und doch sind sie geeint in ihrer Sehnsucht nach jener großen Freiheit, die im Westdeutschland der Achtzigerjahre ein süßes Versprechen war. Mira ist sechzehn, da erleidet sie eine Totgeburt. Der Vater des Kindes ist fort, doch tröstet sie der schillernde Nachbarsjunge Ottes. Sie will ausbrechen aus den Zwängen des proletarischen Elternhauses, politisiert sich und träumt vom Dasein als Dichterin. Juli, die jüngste Schwester, beschützt und bevormundet Mira, die sich nicht abhängig machen soll von einem Mann. Erst recht nicht von Ottes, dem Juli nichts Gutes zutraut. Darüber vergisst sie jedoch, den eigenen Weg zu finden. Die große Schwester Ella hat einen sozialen Aufstieg durch Heirat hinter sich und wird durch die Probleme der Jüngeren in die Muster ihrer Vergangenheit katapultiert. Muss es Mira und Juli nicht gelingen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, wo doch scheinbar alles möglich ist? Zum Abschluss seiner Kaiserslauterer Trilogie erzählt Christian Baron von einer Welt, die Frauen alles verspricht, gegen deren unsichtbare Mauern die drei Schwestern aus „einfachen Verhältnissen“ in der Klassengesellschaft aber unablässig anrennen müssen. Ein zärtlicher Roman über Mut und Aufbruch, über das Fallen und Weitermachen – und immer wieder über die Hoffnung und die Liebe. Pressestimmen »Christian Baron offenbart sich als ein leidenschaftlicher Erzähler … Der Roman ist nicht nur Werkzeug, eine bittere Erkenntnis über linke Eliten des Landes oder die tatsächlichen Klassenverhältnisse zu kolportieren. Er lebt von flotten Dialogen, Idiolekten und Figuren, die im erzähl
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