Kostprobe: Die abwesenden Männer Podcast Por  arte de portada

Kostprobe: Die abwesenden Männer

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Der Roman beginnt 1989 in Bremerhaven. Hier ist das Mädchen Raisa mit ihrer Mutter Martha nach Jahren ziellosen Umherziehens endlich sesshaft geworden. Aus ihrer Perspektive wird der Roman erzählt. Aber was kann sie schon erzählen, wenn die Mutter beharrlich schweigt, auch verschweigt wer ihr Vater ist? Wenn sie ihr eigenes Schicksal so beharrlich verschweigt wie das der anderen Frauen in der Familie ? Bis sie eines Tages beginnt, Bruchstücke auf Zettel zu notieren, die sie in der Gartenmauer deponiert. Gedanken und Fragmente über sich und über die Geschichte von Großmutter und Urgroßmutter, Geschichten aus vier Generationen von Frauen. Durch die sich ein gemeinsames Muster zieht: Die Abwesenheit von Männern. Männer, die sie geliebt haben, die sie misshandelt haben, die verschollen sind, die fliehen mussten, die sie aus Scham verschwiegen haben. Raisa lebt allein mit ihrer Mutter Martha und das schon immer. An ihren Vater hat sie keine Erinnerungen. Ihr Name ist das Einzige, was sie von ihm bekommen hat – besser so, sagt Martha. Doch Raisa beginnt, Fragen zu stellen. Als der Nachbarsjunge Mat verschwindet, beginnt Martha zu erzählen. Von der Großmutter Dina. Von Lügen, die schützen, und Lügen, die in Gefahr bringen. Von der Liebe ihres Lebens und ihrem größten Verlust. Rabea Edel zeichnet in ihrem Buch die bewegende Lebensgeschichte ihrer Mutter und das Portrait einer Nachkriegsgeneration, die im Schatten der Gewalt und des Schweigens aufgewachsen ist. Sie erzählt von der Kraft der Liebe und von der Rückeroberung der eigenen Geschichte durch die Sprache. Ein Buch wie ein Kaleidoskop, das vor allem die Frauen in den Blick nimmt – und die weibliche Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. Sie sind die Geister der Vergangenheit, die Geister von denen ihre Mutter nicht spricht, die Geister, nach denen die Tochter und Enkelin fragt. Es sind die Geister von Generationen, die geprägt sind von Verlusten und Traumata, von persönlichen aber auch von den Dramen der Geschichte der vergangenen hundert Jahre. Die individuellen Geschichten sind immer auch geprägt von der jeweiligen politisch-gesellschaftlichen Zeitgeschichte. Dies sind die Spuren, die Fragmente, die Erinnerungen, die Raisa in diesem Buch allmählich zutage fördert. Das mit seinen häufigen und spontanen Wechseln von Handlungen, Schauplätzen und Zeiten so komplex konstruiert ist, dass es die ungeteilte Aufmerksamkeit der Leserinnen verlangt. Wie bei einem Puzzle werden Motive, Strukturen und Erkenntnisse erst sichtbar, wenn die vielen Fragmente am Ende ein Gesamtbild sichtbar machen. In dieser Kostprobe stellt Leander Bauer das Buch vor und Autorin Rabea Edel liest zentrale Passagen.
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