Chlorgesänge Podcast Por Ute Zill Martina Schrey arte de portada

Chlorgesänge

Chlorgesänge

De: Ute Zill Martina Schrey
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Wir sind Schwimmerinnen. Wir waren beide mal im Schwimmverein, aber das ist lange her. Bis vor kurzem schwammen wir so wie die meisten – ab und zu, wenn es gerade passt. Doch dann entdeckten wir die Jahreskarte der Berliner Bäderbetriebe – und stellten fest: Berlin hat ja über 60 Schwimmbäder! Schnell stand fest: Die durchschwimmen wir alle! Und zwar in einem Jahr. Gesagt, getan. Was uns beim Bahnen ziehen durch den Kopf geht und warum wir meinen, dass schwimmen nicht nur überlebenswichtig, sondern ein großartiges Abenteuer ist – darum geht es hier!Ute Zill, Martina Schrey Deportes Acuáticos
Episodios
  • Folge 149: Hier kann man übers Wasser gehen
    Mar 25 2026
    Diesmal sind wir ausnahmsweise in einem Hotel - einem Hotel mit Schwimmbadgeschichte. Unsere Gesprächspartnerin ist Verena Jaeschke, Leiterin des Hotels Oderberger im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg und als promovierte Kulturhistorikerin bestens vertraut mit der wechselvollen Vergangenheit dieses Ortes. Denn das einstige Stadtbad an der Oderberger Straße wurde bereits 1902 eröffnet, als Volksbadeanstalt mit Seifräumen und über 100 Wannen- und Brausebädern. Mittendrin ein knapp 209 Quadratmeter großes Schwimmbassin, außerdem Wohnungen für den Maschinenmeister der Badeanstalt und den Rektor der angrenzenden Schule.Viele Menschen hatten damals kein eigenes Badezimmer, geschweige denn Wanne oder Dusche, und so wurde die Badeanstalt über Jahrzehnte rege genutzt. Viele Berliner:innen haben hier schwimmen gelernt, auch die beiden Weltkriege konnten dem Gebäude wenig anhaben - bis das Schwimmbecken 1986 wegen baulicher Mängel geschlossen werden musste. Die Brause- und Wannenbäder wurden nach der Wende noch bis in die 1990-er Jahre genutzt, aber dann war auch damit Schluss.Was folgte, war ein jahrelanger Dornröschenschlaf. Des Gebäudes, nicht aber der vielen Menschen, die das Bad unbedingt erhalten wollten. Bereits 1990 gründete sich eine Anwohnerinitiative und legte eigene Nutzungskonzepte vor, trotzdem fiel das Bad 1994 aus der Investitionsplanung des Landes Berlin. Anderes war nach der Wende wichtiger. 1996 übernahmen die Berliner Bäderbetriebe, in Sachen Schwimmen tat sich trotzdem nichts. Trotzdem wurde das einstige Bad zu einem überaus belebten und beliebten Ort für die Off-Kulturszene, Tanz, Theater und Ausstellungen lockten ein breites Publikum an. Im Jahr 2000 wurde aus der Anwohnerinitiative dann eine Genossenschaft, die das alte Stadtbad zu seinem 100. Geburtstag kaufte - die hohen Sanierungskosten dann aber doch nicht aufbringen konnte. Erneut wechselte das Gebäude den Besitzer, 2007 übernahm die Stiftung Denkmalschutz für 100.000 Euro mit dem Ziel, das Gebäude erneut zu verkaufen. Bedingung: Die Schwimmhalle muss saniert und öffentlich zugänglich gemacht werden.Eine echte Herausforderung, erzählt Verena Jaeschke - also genau das, was ihre Familie liebt: Ihre Mutter Barbara, Leiterin der angrenzenden GLS Sprachenschule, dachte sich: Warum nicht? Und tatsächlich, sie bekam den Zuschlag. Nach umfangreicher Sanierung wurde die ehemalige Volksbadeanstalt im September 2016 als Hotel wieder eröffnet, das Schwimmbad an 5 Tagen die Woche für die Öffentlichkeit wieder zugänglich und zwar zu Preisen, die nur wenig höher sind als in den öffentlichen Bädern.Möglich ist dies, weil das Hotel an den anderen Tagen in der herrlichen Schwimmhalle mit Kreuzgratgewölbe, Arkaden und umlaufender Galerie eigene Veranstaltungen macht. Denn der Architekt stattete das Schwimmbad mit einem Hubboden aus, der nach oben fahren kann und das Wasser nach unten verdrängt: Durch die Luken im Beckenboden, die sich zu diesem Zweck öffnen lassen. So kann man dann im wahrsten Sinne des Wortes übers Wasser gehen. Überhaupt ist die Schwimmhalle und das ganze Hotel wirklich sehr liebevoll saniert und restauriert worden - auch wir kamen aus dem Staunen nicht heraus und sind total begeistert. Schwimmen waren wir dort natürlich auch - es lohnt sich!Und übrigens: Verena Jaeschke sucht nach Zeitzeugen, die einst hier im Stadtbad an der Oderberger Straße schwimmen gelernt haben. Und es noch aus der Zeit vor der Sanierung kennen. Wer darüber erzählen möchte, möge sich gern an sie wenden! Und wer jetzt noch mehr wissen möchte: Jeden ersten Dienstag im Monat gibt es um 17 Uhr eine kostenlose Führung durch das Stadtbad.
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    41 m
  • Folge 148: Die Eisschwimmen-Königin
    Mar 18 2026
    Wir haben ja schon mehrfach übers Eisschwimmen gesprochen, aber unsere heutige Gesprächspartnerin toppt wirklich alles: Alisa Fatum-Böker hat zum Jahreswechsel 2018/2019 mit dem Eisschwimmen begonnen und bereits 2019 über 1000 Meter einen Weltrekord geschwommen, der bis heute (außer von ihr selber) nicht gebrochen wurde. Gerade kommt sie von der Winterschwimm-WM in Oulu/Finnland - und auch wenn ihre Paradestrecke dort nicht angeboten wurde, hat sie trotzdem 7 Medaillen mit nach Hause gebracht. Im Januar war sie bereits bei der Eisschwimm-EM in Italien und konnte dort ebenfalls mehrfach über Gold jubeln. Zuhause ist Alisa in Leipzig. Hier arbeitet die Physiotherapeutin in einem ambulanten Reha-Zentrum, hier trainiert sie regelmäßig im Kulkwitzer See. Von Kindestagen an schwimmt sie im Verein, hat aber früh gemerkt, dass es die langen Distanzen sind, die ihr am meisten Spaß machen. Also trainierte sie nicht nur im Becken, sondern zunehmend auch im Freiwasser. Und im Herbst 2018 wollte sie einfach nicht damit aufhören - so begann ihre Karriere als Eisschwimmerin. Wärmer als 5 Grad darf das Wasser beim Eisschwimmen nicht sein, geschwommen wird trotzdem im ganz normalen Badeanzug. Das Besondere bei Alisa: Sie räumt sowohl auf kurzen wie auf langen Distanzen die Medaillen ab. Wie ehrgeizig sie ist, spüren wir auch in unserem Gespräch, aber nicht unangenehm: Sie ist einfach eine sehr gute Schwimmerin mit einer sehr guten Technik - das hat sie sich in den letzten 22 Jahren hart erarbeitet.Im See schwimmt sie übrigens nie allein - ihre Mutter ist immer dabei und steigt auch selber mit ins Wasser. Genauso wie Alisas Freund ist ihre Mutter sogar in Finnland mitgeschwommen, auch wenn es für eine Medaille nicht gereicht hat. Das war auch gar nicht das Ziel, sagt Alisa, allein dabei gewesen zu sein, war ein Traum. Das Becken wurde ins Meer gebaut, ganze Eisblöcke mussten herausgeschnitten werden, damit man tatsächlich schwimmen konnte. Und über all dem ein knallblauer Himmel bei Temperaturen deutlich unter null Grad.Brrr - das muss man wollen! Und Alisa will. Bis vor kurzem musste sie sogar alles selber finanzieren, von der Kleidung bis zu den Reisen und den Teilnahmegebühren. Seit gut vier Monaten ist sie Kadersportlerin und kann deshalb Fördergelder beantragen. Viel ist es nicht, was sie erwarten darf, aber eine richtig gute warme Jacke beispielsweise, die sie vor und nach dem Schwimmen tragen kann, hilft schon mal weiter. Zwar startet Alisa offiziell für den SSV Leutzsch, ihre Trainingspläne fürs Eisschwimmen schreibt sie sich jedoch selbst. Unterstützt vom Verein fühlt sie sich trotzdem - denn mehrmals in der Woche trainiert sie parallel im Becken und wird dabei von Trainer:innen begleitet. Sie findet es gut, dass Eisschwimmen 2025 als Sportart durch den Olympischen Sportbund anerkannt wurde. Wenn es soweit ist, wäre Schwimmen die einzige Sportart, die im Sommer und im Winter olympisch ist. Ob sie dann auch dabei ist? Alisa ist skeptisch. Die nächsten olympischen Winterspiele sind ja erst in vier Jahren, also 2030. Wer weiß, sagt sie, wie gut sie dann noch in Form sei.Ihr großes Ziel ist es, eines Tages die Eismeile zu schaffen - 1609 Meter. Allerdings - die 1000 Meter sind schon ein ziemliches Brett, sagt sie. „Da merke ich von Meter zu Meter, wie meine Hände und Füße zu Klumpen werden.“ Vielleicht ist sie deshalb so schnell - um schnell wieder draußen zu sein? Alisa lacht. „Vielleicht!“
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    34 m
  • Folge 147: Gemeinsam baden gehen
    Mar 11 2026

    Vor der Aufzeichnung dieser Folge waren wir ziemlich aufgeregt - immerhin hatten wir uns ein kleines Experiment vorgenommen. Auf die Idee gekommen sind wir durch die Anzeige einer Berliner Schwimmschule: Schwimmbäder am Internationalen Frauentag für eine Stunde zu vermieten! Wir fackelten nicht lange und schlugen zu. Und damit nicht genug - wir luden unsere Hörerinnen ein dabei zu sein.

    Dörte, Anne, Susanne, Monika, Ursula und Sonja sind unserer Einladung gefolgt. Und das war nicht einfach - denn das kleine Bad in Lankwitz liegt ziemlich versteckt auf dem Gelände eines Krankenhauses. Wir waren vorher auch noch nicht da gewesen und wussten nicht, was uns da erwartet.

    Am Ende war es ein großer Spaß. Das Becken war zwar nicht besonders groß, vielleicht 18 Meter lang und 10 Meter breit, aber das Wasser warm und angenehm, lang einschwimmen musste man sich da nicht. Fürs Wettkampfschwimmen war der Pool ohnehin nicht ausgerichtet, wohl aber für Schwimmkurse: Rundherum lagen Nudeln, Schwimmbretter, Ringe und diverses Kleinzeug bereit. Die kleinen Gummienten haben es uns als Erstes angetan - und so übten wir uns darin, sie beim Rückenschwimmen auf der Stirn zu balancieren, mit den Nudeln durchs Wasser zu schweben oder einfach mal quer durchs Becken zu tauchen.

    Und weil es so herrlich warm war, kamen wir natürlich auch schnell ins Gespräch und das Schwimmen wurde zur Nebensache. Dörte hatte am Morgen ohnehin schon ihre Bahnen gezogen, Susanne sich als ehemalige Rettungsschwimmerin und Leistungssportlerin im Leben schon genug gestresst und Monika erzählte von ihrem Schwimmkurs auf den kanarischen Inseln. Auch Anne und Sonja kamen schnell miteinander ins Plaudern und Ursula freute sich über die Gelegenheit, mal ganz entspannt nur unter Frauen zu sein.

    Denn so verschieden alle waren - das Thema Schwimmen ist und bleibt ein guter Anknüpfungspunkt, dazu hatte jede ihre Geschichte zu erzählen. Wir haben viel gelacht - und das ein oder andere auch noch gelernt. Das machen wir wieder!

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    16 m
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