Der Löwe und das Einhorn C
Essays, Band 16
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Narrado por:
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Friedrich Frieden
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De:
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George Orwell
Geboren in der ehemaligen britischen Kolonie Indien verlief das Leben von George Orwell alles andere als geradlinig. Er besuchte Schulen in Indien und England, beherrschte mindestens zwei gebräuchliche Sprachen Indiens, arbeitete in diversen Gelegenheitsjobs, trieb sich als Landstreicher in England herum, studierte unter Aldous Huxley, verdiente sich als Polizist in Indien, nahm am spanischen Bürgerkrieg als Freiwilliger auf Seite der Republikaner teil und arbeitete Seite an Seite mit Ernest Hemingway als Kriegsberichterstatter. Als junger Mann stand er zwar kommunistischen Ideen offen gegenüber und in seinen frühen Texten finden sich auch antisemitische Vorurteile, doch mit der Zeit und in reiferen Jahren distanzierte sich Orwell öffentlich und in seinen schriftstellerischen Werken ohne Wenn und Aber von seinen jugendlichen Dummheiten. Womöglich durch die brutale Fremdherrschaft des Empires über Indien und durch Stalins organisierten Staatsterror und Massenmord angewidert entwickelte er sich zu einem überzeugten sozialistischen Demokraten, der alle Machtorgane von möglichst vielen Menschen organisiert und Machtumsetzung immer auf möglichst vielen Schultern verteilt sehen wollte. Einen großen Teil seiner prosaischen Werke bilden seine Essays ab, hier Teil 16. Darin vergleicht Orwell die Wirtschaftsstruktur von Sozialismus mit der Gewinn maximierenden Eigenart der freien Marktwirtschaft – dem Kapitalismus und die daraus resultierenden Gefahren für die Gesellschaft. Er erklärt, warum extrem reiche Leute eher mit dem Faschismus sympathisieren und warum im Allgemeinen die oberen 10.000 von politisch extremen Regierungen entlastet und gefördert werden.
Ein kritischer Punkt für freie Gesellschaften ist laut Orwell dann erreicht, wenn „Langeweile auf Stagnation" trifft. Am Beispiel von Nazi-Deutschland wird verdeutlicht, zu was plötzlich steigende staatliche Rüstungsausgaben in diktatorischen Ländern führen (müssen) und wie selbst dieser Umstand in anderen Ländern seine Befürworter findet.
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