Episodios

  • 366. Benzinpreis-Erhöhung verboten! Was bedeutet das für Sie? - Prof Rieck
    Mar 14 2026

    Wirtschaftsministerin Reiche verkündet, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag den Preis erhöhen dürfen, aber beliebig oft senken. Ist das ein Segen für Autofahrer oder schädlicher Markteingriff? Ein spieltheoretischer Blick auf die Situation.

    STOPP: Bitte keine Mails an meine Uni-Adresse! Diese ist ausschließlich für dienstliche Angelegenheiten vorgesehen.

    Warteliste Webinar spieltheoretisches Verhandeln:

    https://www.rieck-verlag.de/verhandlungsinfo

    Kanalmitglied werden:

    https://www.youtube.com/channel/UCSExr_QUT6h-4sGW5hGjrCA/join

    Quellen:

    https://www.focus.de/finanzen/news/tankstellen-duerfen-preise-nur-noch-einmal-taeglich-erhoehen_1d3da94d-91fa-4cc1-8dcc-7f0df3a62f81.html

    http://x.com/bmwe_/status/2031706054422122933

    Becker/Pfeifer/Schweikert 2021: Price Effects of the Austrian Fuel Price Fixing Act

    Bernhardt/Breiderhoff/Dewenter 2025: New Evidence on Price Effects of Transparency Regulations

    Was passiert wirklich, wenn Tankstellen Preise nur einmal erhöhen dürfen?

    1. Der "Regenschirm-Effekt"

    Da die Tankstelle tagsüber nicht mehr anheben darf, selbst wenn der Ölpreis explodiert, schlägt sie morgens einen Sicherheitspuffer drauf. Man setzt lieber "zu hoch" an, weil man den Fehler später nicht korrigieren kann.

    2. "Sinkflug" statt Wettbewerb

    Alle starten morgens auf einem künstlich hohen Berg. Der "Wettbewerb" ist nur noch langsames Heruntergleiten. Weil um Mitternacht der Reset-Knopf gedrückt wird, kämpft niemand mehr um den absolut niedrigsten Preis.

    3. Das Gesetz als Dirigent

    Das Gesetz übernimmt unfreiwillig den Job der Absprache. Alle Betreiber wissen: "Wir machen das gleichzeitig um Mitternacht." Das Gesetz sorgt dafür, dass alle im gleichen (hohen) Rhythmus spielen.

    4. Die Falle der Transparenz

    Dank Apps wissen wir, wo es billig ist. Aber das wissen die Tankstellen auch! Wenn eine den Preis senkt, sieht der Nachbar das sofort und zieht nach. Weil der Preisvorteil sofort vernichtet wird, senkt sie erst gar nicht stark.

    5. Die Einbahnstraßen-Angst

    Preise senken ist wie eine Einbahnstraße: Man kommt nicht zurück. Wenn eine Tankstelle stark senkt und der Nachschub teurer wird, sitzt sie in der Falle. Das Ergebnis: Vorsicht bei Preissenkungen.

    Blick über den Tellerrand

    Wenn Amazon Server-Preise nur einmal täglich erhöhen dürfte: Keine Schnäppchen-Preise mehr. Anbieter würden hohe Grundgebühren verlangen. Am Ende zahlen alle mehr.

    Hinweis: Die angegebenen Links können Affiliate-Links sein, bei denen ich eine Provision bekomme.

    Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal, kein Finanz- oder Medizinkanal. Der Inhalt meiner Videos bzw. Podcasts dient ausschließlich zur allgemeinen Information und ist kein finanzieller oder medizinischer Rat oder gar eine persönliche Empfehlung.

    Instagram: https://www.instagram.com/profrieck/

    X/Twitter: https://x.com/profrieck?s=21

    LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/profrieck

    Más Menos
    29 m
  • 365. Das Ende der Freiheit? Wie das Social Media Verbot Sie lautlos enteignet! - Prof Rieck
    Mar 8 2026

    Bei der Diskussion um ein Social-Media-Verbot für Jugendliche geht es in Wahrheit um strategische Schritte. Es liegt eine klassische strategische Inkrementalität vor.

    STOPP: Bitte schicken Sie keine Mails an meine Uni-Adresse! Diese Adresse ist ausschließlich für dienstliche Angelegenheiten vorgesehen.

    Warteliste Webinar spieltheoretisches Verhandeln:

    https://www.rieck-verlag.de/verhandlungsinfo

    Kanalmitglied werden:

    https://www.youtube.com/channel/UCSExr_QUT6h-4sGW5hGjrCA/join

    Quellen:

    https://x.com/awholenewstory/status/2027405865217876453

    https://www.statista.com/chart/35822/laws-banning-or-restricting-social-media-for-minors/

    https://www.adwus.de/verbraucher/klarnamenpflicht/

    https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/social-media-verbot-australien-viele-jugendliche-machen-sich-ueber-die-altersgrenze-lustig/

    Strategische Analyse: Die Kaskade der Identifikation

    Das Momentum für ein Social-Media-Verbot ist der initiale Zug in einem Stufenspiel. Wer hier lediglich über Jugendschutz debattiert, unterliegt einem Kategorienfehler.

    1. Inkrementalität als Hebel

    Strategisch handelt es sich um Salami-Taktik. Der „Schutz der Jugend" fungiert als moralischer Ankerpunkt. Durch die Schaffung einer Infrastruktur zur Altersverifikation entstehen Sunk Costs. Sobald die Fixkosten getragen sind, sinken die Grenzkosten für die Ausweitung auf eine Klarnamenpflicht nahe Null.

    2. Das Ende des Gleichgewichts

    Anonymität ist ein notwendiger Schutzraum in der Demokratie. Ohne Pseudonymität kollabiert der Markt der Meinungen zu einem Gleichgewicht, bei dem alle Akteure aus Angst nur noch systemkonforme Signale senden.

    3. Die Interventionsspirale

    Technologisch erzwingt das Verbot eine Flucht in VPN-Tunnel. Dies induziert den nächsten Eingriff (VPN-Verbot), was die Transaktionskosten für die Wirtschaft massiv erhöht.

    Fazit: Die Altersverifikation ist das Trojanische Pferd zur Abschaffung der digitalen Privatsphäre. Wer A (Jugendschutz) sagt, bereitet den Pfad für B (Totalidentifikation).

    Hinweis: Die angegebenen Links können Affiliate-Links sein, bei denen ich eine Provision bekomme.

    Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal, kein Finanz- oder Medizinkanal. Der Inhalt meiner Videos bzw. Podcasts dient ausschließlich zur allgemeinen Information und ist kein finanzieller oder medizinischer Rat oder gar eine persönliche Empfehlung.

    Instagram: https://www.instagram.com/profrieck/

    X/Twitter: https://x.com/profrieck?s=21

    LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/profrieck

    Más Menos
    27 m
  • 364. Das Fernsehen fälscht Bilder, die Polizei verfolgt Bagatellen – was steckt dahinter? - Prof Rieck
    Mar 1 2026

    Wieso gibt es ständig Anzeigen und Hausdurchsuchungen wegen Kleinigkeiten? Es ist der gleiche Grund, weshalb im Radsport so lange Doping verbreitet war: Zielverschiebung in Organisationen. Die hier dargestellte Theorie steht in der Tradition der Bürokratietheoretiker Max Weber und Robert Merton.

    Zu den 38 Verfahren wegen minimaler Kritik: https://www.welt.de/politik/deutschland/article699db827cfca786c686c9567/zulaessige-machtkritik-rentner-nannte-merz-pinocchio-staatsanwaltschaft-stellt-verfahren-ein.html

    STOPP: Bitte schicken Sie keine Mails an meine Uni-Adresse! Diese Adresse ist ausschließlich für dienstliche Angelegenheiten vorgesehen.

    Warteliste für mein Webinar über spieltheoretisches Verhandeln: https://www.rieck-verlag.de/verhandlungsinfo

    Das Buch "Die 36 Strategeme der Krise": https://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B089CZ3Y6R/ref=nosim/christianriec-21 Als Hörbuch: https://payhip.com/b/4nBZl

    Möchten Sie Kanalmitglied werden? https://www.youtube.com/channel/UCSExr_QUT6h-4sGW5hGjrCA/join

    Die Mechanik des institutionellen Versagens: Eine spieltheoretische Dekonstruktion

    Wenn wir Organisationen wie die Polizei analysieren, begehen wir oft den Fehler, individuelles Fehlverhalten zu suchen. Doch es handelt sich um ein Gleichgewichtsproblem innerhalb fehlleitender Anreizstrukturen.

    1. Mertons "Trained Incapacity" Robert Mertons Modell der "angelernten Unfähigkeit" ist eine strategische Spezialisierung, die bei veränderten Umweltbedingungen versagt. Wenn Polizisten Kommentare wie "Pinocchio" verfolgen, folgen sie einem festen Algorithmus. Die strikte Einhaltung der Prozedur ist die optimale Strategie zur Risikominimierung.

    2. Max Webers "Eiserner Käfig" Für den Akteur verschiebt sich die Nutzenfunktion: Nicht mehr die Erreichung des Primärziels maximiert den Payoff, sondern die formale Fehlerfreiheit.

    3. Gresham's Law der Planung Herbert Simon zeigte, dass Routine die Reflexion verdrängt. Unter Zeitdruck wählen Agenten den Pfad des geringsten Widerstands. Moralische Abwägung wird durch regelkonforme Routinen ersetzt.

    4. Institutional Drift & Mission Creep Institutional Drift: Die Regeln bleiben starr, während die Welt sich dreht. Mission Creep: Um Budget und Status zu sichern, dehnen Organisationen ihre Aufgaben aus.

    Hinweis: Die angegebenen Links können Affiliate-Links sein, bei denen ich eine Provision bekomme.

    Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal, kein Finanz- oder Medizinkanal. Der Inhalt meiner Videos bzw. Podcasts dient ausschließlich zur allgemeinen Information und ist kein finanzieller oder medizinischer Rat oder gar eine persönliche Empfehlung.

    Instagram: https://www.instagram.com/profrieck/ X/Twitter: https://x.com/profrieck?s=21 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/profrieck

    Más Menos
    18 m
  • 363. Steuer-Abzocke auf Kapitalerträge: Papiergewinne sollen versteuert werden - Prof Rieck
    Feb 21 2026

    Steuer-Abzocke auf Kapitalerträge: Papiergewinne sollen versteuert werden. In Holland hat gerade ein Gesetz die erste Hürde passiert, das Luftgewinne besteuern will. Hier einige Simulationen zur Wirkung einer solchen Steuer. Spoiler: Sie macht Altersvorsorge praktisch unmöglich. Beispielrechnung zum Gedankenexperiment: https://x.com/BitcoinNewsCom/status/2021978390870347923?s=20 Vereinfachte Berechnung bei Null-Volatilität und mit Freibetrag: https://x.com/EneNoob/status/2014629098518139344?s=20 WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK

    1. Das Vermögensteuer-Paradoxon: Strategische Fehlanreize Das deutsche Bundesverfassungsgericht rügte die Vermögensteuer 1997 nicht aus moralischen Gründen, sondern wegen Verstoßes gegen das Gleichheitsprinzip: Die Unterbewertung von Immobilien gegenüber Geldvermögen verzerrte das Spielfeld. Eine Steuer auf unrealisierte Gewinne ist faktisch eine jährliche Vermögensteuer mit variablem Hebel. Frankreichs Erfahrung zeigt das Ergebnis: Die Kapitalflucht war so massiv, dass die Mindereinnahmen bei anderen Steuerarten den Ertrag der neuen Steuer bei weitem übertrafen. Der Staat spielt hier gegen seine eigenen langfristigen Interessen.

    2. Das Liquiditäts-Dilemma: Erzwungene Liquidation Wer ein hohes Vermögen auf dem Papier besitzt, aber über wenig Bargeld verfügt – wie ein Startup-Gründer oder ein Landwirt –, wird durch eine Steuer auf fiktive Gewinne zu einem verlustreichen Schritt gezwungen: dem Teilverkauf seiner Substanz. Wer Anteile veräußern muss, um Steuern auf einen theoretischen Buchwert zu zahlen, verliert strategischen Einfluss und die Motivation, das Unternehmen weiter zu skalieren.

    3. Internationaler Standortwettbewerb: Bestrafung für den Verbleib Viele Länder kennen eine Wegzugsbesteuerung – eine einmalige Gebühr beim Verlassen des Spielfelds. Der niederländische Vorstoß geht weiter: Er führt eine permanente Gebühr für die bloße Teilnahme am heimischen Markt ein. Wenn ein Land einseitig die Regeln verschärft, während die Nachbarn stabil bleiben, provoziert dies Ausweichreaktionen, die den Standort nachhaltig schwächen.

    4. Verhaltensökonomik: Die Gefahr der Panikverkäufe Verluste wiegen in der menschlichen Wahrnehmung etwa doppelt so schwer wie Gewinne. Sinken die Kurse nach einem Steuerstichtag, müssen viele Anleger gleichzeitig verkaufen, um die Steuerschuld für Gewinne zu begleichen, die auf dem Papier längst wieder verschwunden sind. Dies kann Marktabstürze wie eine Lawine beschleunigen.

    5. Die Asymmetrie des Verlustvortrags Der Staat partizipiert bei Buchgewinnen sofort durch eine cash-wirksame Zahlung. Verluste hingegen werden meist nur als steuerlicher Vortrag für die Zukunft gewährt. Die sofortige Zahlung entzieht dem Anleger Kapital, das nicht mehr für Zinseszinsen arbeiten kann. Der Staat agiert als Partner, der die Gewinne sofort einstreicht, sich aber bei den Verlusten auf einen Gutschein für später zurückzieht. Hinweis: Die angegebenen Links können Affiliate-Links sein, bei denen ich eine Provision bekomme. Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal, kein Finanz- oder Medizinkanal. Der Inhalt meiner Videos bzw. Podcasts dient ausschließlich zur allgemeinen Information und ist kein finanzieller oder medizinischer Rat oder gar eine persönliche Empfehlung. Instagram: https://www.instagram.com/profrieck/ X/Twitter: https://x.com/profrieck?s=21 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/profrieck

    Más Menos
    37 m
  • 362. KI bevorzugt Frauen - und lügt darüber - Prof Rieck
    Feb 14 2026

    Eine neue Studie von Arcushin et al. 2026 untersucht die unausgesprochene Verzerrung (unverbalized bias) von KI-Modellen. Sie finden eine eindeutige Richtung: Maschinen bevorzugen Frauen gegenüber Männern und Minderheiten gegenüber Weißen, geben dies aber nicht bekannt.

    Die aktuelle Forschung zu Large Language Models (LLMs) offenbart eine wachsende Diskrepanz zwischen der internen Logik einer KI und ihren nach außen kommunizierten Begründungen. Diese Phänomene lassen sich durch vier zentrale Konzepte der Informatik und Spieltheorie einordnen:

    1. Sycophancy: Optimierung auf soziale Erwünschtheit

    Ein zentrales Problem ist Sycophancy (Kriechertum). Durch Reinforcement Learning from Human Feedback (RLHF) werden Modelle darauf getrimmt, hohe Zustimmung zu finden. Spieltheoretisch optimiert die KI nicht auf "Wahrheit", sondern auf Belohnungsmaximierung. Dies führt zu Ex-post-Rationalisierung: Die KI trifft Entscheidungen aufgrund ihres Trainings, liefert aber Begründungen, die nur Erwartungen erfüllen.

    1. Geometrie der Vorurteile: Vektorräume und Embeddings

    Das "intuitive" Urteil einer KI basiert auf Word Embeddings. Wörter und Konzepte werden als Vektoren in hochdimensionalen Räumen verortet. Mathematisch bedeutet Bias eine geringere Distanz zwischen bestimmten Vektoren – "Ingenieur" liegt oft näher bei "Mann" als bei "Frau". Wenn ein Modell seine Schritte explizit darlegen soll (Chain of Thought), ist dieser Text oft vom mathematischen Entscheidungsprozess entkoppelt. Die KI "erfindet" eine logische Geschichte für eine Entscheidung, die rein auf geometrischen Besonderheiten basierte.

    1. Modell-Autophagie: Gefahr synthetischer Daten

    Da KIs massenhaft Texte produzieren, die durch Alignment-Prozesse gefiltert wurden, speisen sich zukünftige Trainingsdatensätze zunehmend aus KI-generierten Inhalten statt aus Realität. Dies führt zu Verzerrung: Berufsgruppen, die weniger im Internet publizieren (z. B. klassisches Handwerk), verschwinden aus dem statistischen Fokus, während akademische und "politisch korrekte" Diskurse überrepräsentiert werden.

    1. IAT-Paradigmenwechsel: KI als psychologische Entität

    Studien nutzen vermehrt den Implicit Association Test (IAT), um KIs zu untersuchen. Dies markiert einen Paradigmenwechsel: Wir betrachten KI-Systeme nicht als deterministische Software mit "Bugs", sondern als Entitäten mit "digitalem Unterbewusstsein". Modelle hegen implizite Vorurteile und verschleiern diese aktiv in ihren Erklärungen.

    Weitere Ressourcen:

    Verwandtes Video: https://youtu.be/ayxgHMu3bwU

    Die Studie: https://arxiv.org/pdf/2602.10117

    Herkunft der Grafiken: https://x.com/IvanArcus/status/2021592600554168414

    Anmeldung Webinar: https://www.rieck-verlag.de/verhandlungsinfo

    Instagram: https://www.instagram.com/profrieck/

    X/Twitter: https://x.com/profrieck?s=21

    LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/profrieck

    Hinweis: Die angegebenen Links können Affiliate-Links sein, bei denen ich eine Provision bekomme.

    Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal, kein Finanz- oder Medizinkanal. Der Inhalt dient ausschließlich zur allgemeinen Information und ist kein Rat.

    Más Menos
    18 m
  • 361. Streik-Wahnsinn: Warum rationale Verhandlungen scheitern MÜSSEN - Prof Rieck
    Feb 7 2026

    Wieso gibt es Streiks? Rationale Spieler könnten doch das Ergebnis des Streiks vorwegnehmen und gleich dorthin springen. Was passiert während eines Streiks aus Sicht der Rationaltheorie? Diese und weitere spieltheoretische Fragen zu Streik und Verhandlung behandelt diese Episode.

    Zum Webinar über spieltheoretisches Verhandeln: https://www.rieck-verlag.de/verhandlungsinfo

    WEITERE INFORMATIONEN

    Das Hicks-Paradoxon: Warum Streiks ökonomisch irrational scheinen

    Aus Sicht der klassischen Spieltheorie ist ein Streik ein Symptom kollektiver Ineffizienz. Das nach Sir John Hicks benannte Hicks-Paradoxon postuliert: Da ein Streik den zu verteilenden „Kuchen" (die ökonomische Rente) durch Produktionsausfälle verkleinert, müssten rationale Akteure, die das Endergebnis antizipieren, dieses sofort akzeptieren. Man würde die Streikkosten sparen und das identische Resultat ohne Wohlstandsverluste erzielen.

    Dass Streiks dennoch stattfinden, ist primär auf asymmetrische Informationen zurückzuführen. In einem Szenario unvollständiger Information fungiert der Streik als kostspieliges Signaling-Device. Da Lippenbekenntnisse in Verhandlungen billig sind („Cheap Talk"), nutzen Parteien den Streik, um die „Wahrheit" über die Schmerzgrenze der Gegenseite zu erzwingen. Nur ein wirtschaftlich schwaches Unternehmen gibt schnell nach; nur eine wirklich entschlossene Gewerkschaft hält lange durch. Der ökonomische Verlust ist somit der Preis für die Offenbarung privater Informationen über die tatsächliche Machtverteilung.

    Externe Effekte und „Parasitäre Kooperation"

    Ein gravierendes Problem bei Streiks in der kritischen Infrastruktur ist die Divergenz zwischen privaten und sozialen Kosten. Während in der Industrie die Streikkosten weitgehend internalisiert werden (Gewinneinbußen vs. Lohnverzicht), beobachten wir im Transportsektor massive negative externe Effekte.

    Wenn Akteure eine Einigung erzielen, deren Kosten durch Effizienzverluste der Gesamtwirtschaft getragen werden, sprechen wir spieltheoretisch von einer Kooperation zu Lasten Dritter. Die Beteiligten nutzen ihre strategische Position, um Renten zu extrahieren, die nicht aus eigener Produktivität stammen, sondern aus der „Geiselnahme" gesamtwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten. Der Streik wird zum Hebel, um Ressourcen von Unbeteiligten anzuzapfen.

    Strategische Selektivität: Die Macht des Flaschenhalses

    Das „Bottleneck-Problem" folgt der Logik der Verhandlungsmacht in komplexen Netzwerken. Besetzt eine kleine Gruppe einen unverzichtbaren Knotenpunkt (z. B. Stellwerker), steigt ihr strategischer Wert massiv an – nicht durch ihre Arbeitsleistung, sondern durch ihre Fähigkeit, den maximalen Stillstand zu erzwingen. Dies führt zu einer Verzerrung der Lohnstrukturen: Nicht Produktivität bestimmt das Gehalt, sondern die „Veto-Macht".

    Der Beamtenstatus als strategisches Bindemittel

    Die Forderung nach Verbeamtung ist der Versuch, das Spiel durch ein Commitment-Device zu beenden. Der Staat garantiert lebenslange Sicherheit; im Gegenzug verzichtet der Akteur auf sein strategisches Instrument, das Streikrecht. Auch falls diese Konstruktion juristisch Bestand haben sollte, bleibt die Herausforderung: Wie schafft man Leistungsanreize in einem System ohne Wettbewerb und ohne die Drohkulisse des Arbeitskampfes? Die Verbeamtung tauscht spieltheoretische Instabilität gegen administrative Starrheit.

    Instagram: https://www.instagram.com/profrieck/

    X/Twitter: https://x.com/profrieck?s=21

    LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/profrieck

    Más Menos
    Menos de 1 minuto
  • 360. Untertanenmathematik: Wenn richtig zu falsch wird (Kommutativgesetz) - Prof Rieck
    Jan 31 2026

    Wir leben in einer Zeit, in der selbst mathematische Gesetze in Frage gestellt werden. In diesem Video erfahren Sie, warum Didaktiker glauben, 5 mal 4 sei etwas anderes als 4 mal 5 – und warum Kinder dazu gezwungen werden, es genauso zu sehen.

    Sie erfahren aber auch, warum das, was eigentlich gemeint ist, richtig und wichtig ist: Drei Vierecke sind etwas anderes als vier Dreiecke.

    Der Fehler der Didaktiker liegt darin, dass sie glauben, man könne aus der Reihenfolge der Zahlen in einer Aufgabe (4 mal 5) darauf schließen, was diese Zahlen messen. Ohne Maßeinheiten ist das logisch nicht möglich.

    Korrektur zu 31:55:

    Ich wollte sagen, dass die reale Welt nicht zwingend komplizierter ist, als wir zunächst denken, und dass wir sie nicht komplizierter machen dürfen, als sie ist; komplexer als unser erster Eindruck ist sie allerdings oft.

    Hier ist die erwähnte Kolumne einer Grundschullehrerin:

    https://deutsches-schulportal.de/kolumnen/wie-kinder-mathematisch-denken-lernen/

    Ein Zuschauer hat eine Bildquelle mit dem verwendeten Bild gefunden, obwohl es meines Wissens nicht die des Erstellers ist:

    https://x.com/arnoldschiller/status/2015802005776670781?s=61

    Tragen Sie sich hier auf meine Liste für Webinare und weitere Informationen zur Spieltheorie ein:

    https://www.rieck-verlag.de/verhandlungsinfo

    Möchten Sie Kanalmitglied werden? Ich freue mich:

    https://www.youtube.com/channel/UCSExr_QUT6h-4sGW5hGjrCA/join

    STOPP: Bitte schicken Sie keine Mails an meine Uni-Adresse! Diese Adresse ist ausschließlich für dienstliche Angelegenheiten vorgesehen.

    WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK:

    Das im Video beschriebene Phänomen – scherzhaft „Master-Yoda-Mathematik“ – berührt eine grundlegende Frage: Wann ist die Reihenfolge einer Handlung entscheidend?

    Beim Anziehen von Socken und Schuhen ist die Reihenfolge zwischen Socken und Schuhen wichtig, nicht aber die Reihenfolge der Füße. Die Didaktiker wollen dies vermitteln, glauben aber, man müsse Kinder zwingen, immer gleich zu beginnen, um Fehler zu vermeiden.

    Die Ironie liegt darin, dass hier unbewusst Konzepte aus Physik und Informatik berührt werden: Operationen sind dort oft nicht kommutativ.

    Eine Drehung mit anschließender Verschiebung führt zu einem anderen Ergebnis als umgekehrt. Genau diese Nicht-Kommutativität existiert dort – nicht jedoch bei der Multiplikation ohne Einheiten.

    WEITERES VON CHRISTIAN RIECK:

    Instagram: https://www.instagram.com/profrieck/

    X/Twitter: https://x.com/profrieck?s=21

    LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/profrieck

    #profrieck #mathematics

    Hinweis: Die angegebenen Links können Affiliate-Links sein, bei denen ich eine Provision bekomme. Vielen Dank!

    Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal. Der Inhalt dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine persönliche Empfehlung.

    Más Menos
    Menos de 1 minuto
  • 359. TRUMPS GEHEIMPLAN: Warum er Grönland WIRKLICH kaufen wollte! - Prof Rieck
    Jan 24 2026

    Warum wollte Donald Trump wirklich Grönland kaufen?

    Professor Rieck analysiert die spieltheoretische Logik, Geopolitik und Verhandlungstechnik hinter diesem globalen Schachzug: Red-Herring-Strategien, Rohstoffe wie Seltene Erden und die militärische Bedeutung der Arktis im 21. Jahrhundert.

    Zum Webinar über spieltheoretisches Verhandeln:

    https://www.rieck-verlag.de/verhandlungsinfo

    Das erwähnte Buch „Die 36 Strategeme der Krise“:

    Print: https://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B089CZ3Y6R/ref=nosim/christianriec-21

    Als Hörbuch: https://payhip.com/b/4nBZl

    Kanalmitglied werden:

    https://www.youtube.com/channel/UCSExr_QUT6h-4sGW5hGjrCA/join

    STOPP: Bitte schicken Sie keine Mails an meine Uni-Adresse! Diese Adresse ist ausschließlich für dienstliche Angelegenheiten vorgesehen.

    WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK:

    Grönland als strategisches Asset

    Der Vorschlag, Grönland zu erwerben, war keine exzentrische Idee, sondern Ausdruck langfristiger US-Großstrategie. Bereits im 19. und 20. Jahrhundert galt Grönland als sicherheitspolitischer Schlüsselraum. 1946 boten die USA 100 Millionen Dollar in Gold – Grönland wurde als „unsinkbarer Flugzeugträger“ im Nordatlantik bewertet.

    Rohstoff-Ökonomie und China-Risiko

    Ökonomisch ist Grönland relevant wegen Seltener Erden. China kontrolliert heute den Großteil der globalen Veredelungskapazitäten. Das Vorkommen in Kvanefjeld stellt eine strategische Reserve dar und wäre ein Verhandlungspfand zur Reduktion westlicher Abhängigkeiten. Entscheidend ist weniger der Besitz als die Option, Lieferketten geopolitisch resilient zu machen.

    Arktische Geopolitik

    Der Klimawandel verändert die Spielregeln. Neue arktische Seewege erhöhen die Bedeutung Grönlands als Zugangskontrollpunkt. Militärisch rückt das GIUK-Gap (Greenland–Iceland–UK) wieder ins Zentrum: eine klassische Engstelle, deren Kontrolle die Bewegungsfreiheit gegnerischer U-Boot-Flotten massiv einschränkt.

    Institutionelle Schranken

    Ein „Kauf“ ist heute faktisch unmöglich. Das Selbstverwaltungsgesetz von 2009 überträgt die Entscheidungshoheit auf die grönländische Bevölkerung. Jede Statusänderung erfordert ein Referendum. Die Transaktionskosten für externe Akteure steigen dadurch erheblich – Souveränität wird zum zentralen Verhandlungshindernis.

    WEITERES VON CHRISTIAN RIECK:

    Instagram: https://www.instagram.com/profrieck/

    X/Twitter: https://x.com/profrieck?s=21

    LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/profrieck

    #profrieck #trump #greenland

    Hinweis: Die angegebenen Links können Affiliate-Links sein, bei denen ich eine Provision bekomme.

    Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal, kein Finanz- oder Medizinkanal. Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind weder finanzieller noch medizinischer Rat oder persönliche Empfehlung.

    Más Menos
    Menos de 1 minuto