Episodios

  • #46 Jannik Rank: Wissenschaft endet nicht mit dem Paper – sie beginnt im Austausch
    Feb 27 2026
    Wissenschaft findet nicht im luftleeren Raum statt. Sie wird öffentlich finanziert, gesellschaftlich diskutiert und politisch eingeordnet. Für Jannik Rank ist Wissenschaftskommunikation deshalb kein freiwilliges Zusatzprojekt neben der Promotion, sondern Teil wissenschaftlicher Verantwortung. In dieser zweiten Folge sprechen wir mit ihm darüber, wie sich sein Engagement für Wissenschaftskommunikation entwickelt hat – von frühen Erfahrungen bei Jugend forscht bis zur aktiven Teilnahme an Formaten wie der Science Show, „Wissenschaft in der Holtenauer“ oder Rent a Scientist. Dabei wird deutlich, dass es ihm nicht primär um Bühnenpräsenz geht, sondern um Dialog: um Situationen, in denen Fragen erlaubt sind, Unsicherheiten sichtbar werden und Wissenschaft als Prozess erfahrbar wird. Besonders wichtig ist ihm die Vermittlung wissenschaftlicher Methodik. Forschung produziert keine endgültigen Wahrheiten, sondern arbeitet mit Modellen, Wahrscheinlichkeiten und Fehlerbalken. Gerade in gesellschaftlichen Debatten – etwa rund um Klima oder Gesundheit – zeigt sich, wie erklärungsbedürftig diese Denkweise ist. Wissenschaftskommunikation bedeutet hier nicht nur, Ergebnisse zu „übersetzen“, sondern nachvollziehbar zu machen, wie Erkenntnis entsteht. Gleichzeitig sprechen wir über strukturelle Rahmenbedingungen: Wie viel Raum haben Promovierende für Wissenschaftskommunikation? Braucht es institutionelle Verankerung statt individueller Initiative? Und welche Rolle spielen geschützte Experimentierräume wie das Zertifikatsprogramm des Graduiertenzentrums, in denen neue Formate ausprobiert werden können – ohne Leistungsdruck, aber mit professionellem Feedback? Die Folge macht deutlich: Wissenschaftskommunikation ist keine Einbahnstraße. Sie schafft Transparenz, fördert Vertrauen und ermöglicht Austausch. Und sie verändert auch diejenigen, die kommunizieren – indem sie dazu auffordert, die eigene Forschung immer wieder neu zu durchdenken.
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    42 m
  • #45 Jannik Rank: Vom Labor zur Industrie: Mechanisches Verhaken statt Chemie – Promotion in den funkt. Nanomaterialien
    Feb 13 2026
    In dieser Folge von Let’s talk SCIENCE! nehmen wir euch mit an die Technische Fakultät – genauer gesagt in den Lehrstuhl für funktionale Nanomaterialien. Doktorand Jannik forscht an der elektrochemischen Oberflächenstrukturierung von Metallbändern und Drähten. Ziel seiner Promotion ist es, eine nachhaltigere Alternative zu herkömmlichen, chemisch aggressiven Haftvermittlern zu entwickeln. Statt auf chemische Bindungen setzt das Team auf ein mechanisches Prinzip: Durch gezielte elektrochemische Ätzprozesse entstehen mikrostrukturierte Oberflächen, die Kunststoffe formschlüssig „verhaken“ – vergleichbar mit einem dreidimensionalen Puzzle. Der Clou: Das Verfahren soll nicht nur im Labormaßstab funktionieren, sondern industriell skalierbar sein. Von zehn Zentimetern Draht im Labor bis zu zwei Kilometern Edelstahlband in einer kontinuierlichen Anlage – Janniks Promotionsprojekt ist eng mit einem Industriepartner verknüpft und zeigt beispielhaft, wie wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn und technologische Anwendung ineinandergreifen. Wir sprechen über: • den Weg in die Promotion über Hiwi-Tätigkeit und Masterarbeit, • Forschung zwischen Labor, Anlagenbau und industriellem Upscaling, • Nachhaltigkeit durch elektrochemische Verfahren, • wissenschaftliche Denkweisen im Umgang mit „Nicht-Erfolgen“, • Patente, Publikationspraxis und NDA-Herausforderungen in Industrieprojekten, • Konferenzen zwischen Rostock, Seattle und Prag, • sowie die Frage, wie viel Freiheit in industrienaher Forschung steckt. Die Folge zeigt eindrucksvoll, wie eng Grundlagenforschung, technologische Entwicklung und Nachhaltigkeitsfragen miteinander verbunden sind – und warum es manchmal gerade dann spannend wird, wenn etwas nicht funktioniert.
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    50 m
  • #44 Ulf Evert & Mirco Bergerhof: Gemeinsam denken, gemeinsam sprechen: Wissenschaftskommunikation in Europa
    Dec 19 2025
    In der letzten Folge von Let’s talk SCIENCE! in diesem Jahr blicken wir gemeinsam zurück – und zugleich nach vorn. Im Weihnachtsspecial sprechen wir mit Ulf Evert und Mirco Bergerhof vom Graduiertenzentrum der Universität Kiel über Wissenschaftskommunikation, europäische Zusammenarbeit und die Frage, welche Rolle Wissenschaft heute für Gesellschaft und Demokratie spielt. Im Mittelpunkt steht die European University of the Seas (SEA-EU) – ein europäisches Universitätsbündnis, das Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation über Ländergrenzen hinweg neu denkt. Ulf und Mirco geben Einblicke in ihre Arbeit in der Expert Group Science Communication: von gemeinsamen Leitlinien für gute Wissenschaftskommunikation über internationale Science-Shows bis hin zu Netzwerken, die Nachwuchswissenschaftler*innen langfristig stärken. Die Folge ist zugleich eine Einladung zum Nachdenken: Was verstehen wir eigentlich unter Wissenschaftskommunikation? Wo beginnt sie – und für wen? Wir sprechen über interne und externe Kommunikation, über Dialog statt Einbahnstraße, über Social Media, Fake News und die Verantwortung von Wissenschaft in einer zunehmend komplexen Informationslandschaft. Persönlich wird es, wenn Ulf und Mirco von Momenten erzählen, die sie besonders geprägt haben: von Reflexionsgesprächen mit Doktorand*innen, von wachsendem Selbstvertrauen, von Safe Spaces und davon, wie Kommunikation nicht nur Forschung sichtbar macht, sondern Menschen stärkt. Eine ruhige, nachdenkliche Jahresabschlussfolge über Austausch, Haltung und den Wert von Wissenschaftskommunikation – gerade in Zeiten des Wandels.
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    1 h
  • #43 Dr.‘in Antonia Habich & Fiona Walker-Friedrichs: Bühne frei für Wissenschaft – Wie das Science Theatre entsteht
    Dec 8 2025
    In unserer ersten Special-Folge Ende des Jahres wird es kreativ: Wir sprechen mit Antonia und Fiona, die viele Hörer*innen bereits aus ihren jeweiligen Promotionsfolgen kennen. Diesmal geht es jedoch nicht um Mikrobiologie oder Archäobotanik – sondern um etwas, das beide verbindet: ihre Leidenschaft für Wissenschaftskommunikation und die Entstehung eines völlig neuen Formats an der Uni Kiel. Im Gespräch erzählen die beiden, wie sie über das Zertifikatsprogramm Wissenschaftskommunikation am Graduiertenzentrum zusammengefunden haben und warum gerade die Science Show für sie ein Türöffner war. Aus ersten Kursen, gemeinsamen Auftritten und viel gegenseitigem Feedback entwickelte sich eine Idee, die schnell größer wurde: ein eigenes Science Theatre, in dem Promotionsprojekte nicht als Vortrag, sondern als humorvolle, zugängliche Sketches auf die Bühne gebracht werden. Wir sprechen darüber, wie man wissenschaftliche Inhalte in Theater übersetzt, wo man sich kreativ von der Realität lösen muss – und wo Fakten trotzdem unverhandelbar bleiben. Antonia und Fiona berichten, wie es ist, auf der Kieler Woche plötzlich Bakterien zu spielen, warum Feedbackkultur so wichtig ist, und welchen Mut es braucht, auf einer Bühne etwas auszuprobieren, das weit weg von klassischem wissenschaftlichen Alltag liegt. Dabei geht es auch um die Unterschiede zwischen interner und externer Wissenschaftskommunikation, darum, wie sehr Zielgruppen die Kommunikation verändern – und wie viel man gewinnt, wenn man Forschung neu denkt: persönlicher, zugänglicher und vor allem gemeinschaftlich. Zum Abschluss blicken wir nach vorne: Was bedeutet Wissenschaftskommunikation für ihre kommenden Jahre als Forscherinnen? Wie lässt sich kreative Kommunikation mit einer wissenschaftlichen Laufbahn verbinden? Und wie könnte eine Zukunft aussehen, in der Theater, Forschung und Outreach ganz selbstverständlich zusammengehören? Eine inspirierende Folge über Mut, Kreativität und die Freude daran, Wissenschaft lebendig zu machen.
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    55 m
  • #42 Fiona Walker-Friedrichs: Zwischen Asche, Ähren und Isotopen – Landwirtschaft in der Bronzezeit neu gelesen
    Nov 21 2025
    In dieser Folge von Let’s talk SCIENCE! treffen wir Fiona, Doktorandin im Exzellenzcluster ROOTS an der Universität Kiel. Sie verbindet Archäologie mit Naturwissenschaft – genauer gesagt: mit Isotopenanalysen und Archäobotanik. Ihr Forschungsfeld liegt weit entfernt von der klassischen Vorstellung der Archäologie mit Schaufel und Ausgrabungsstätte. Fiona untersucht verkohlte Getreidereste aus der Bronzezeit in Dänemark, um herauszufinden, wie Menschen vor über 3.000 Jahren ihre Felder bestellt, gedüngt und ihre Ernten organisiert haben. Dabei nutzt sie Methoden aus der Chemie und Biologie, um Rückschlüsse auf landwirtschaftliche Praktiken zu ziehen: Welche Pflanzen wurden bevorzugt angebaut? Wie stark wurde gedüngt – und warum? Und was sagen die kleinen Unterschiede in der Isotopenzusammensetzung über das Leben und Wirtschaften früherer Gemeinschaften aus? Fiona erzählt, wie sie über Kiel und Durham in dieses interdisziplinäre Forschungsfeld kam, was sie an der Verbindung von Biologie und Archäologie fasziniert und wie sich wissenschaftliche Arbeit zwischen Labor, Datenauswertung und Betreuerwechsel anfühlt. Wir sprechen außerdem über Herausforderungen im Forschungsalltag, über kollegiale Zusammenarbeit statt Konkurrenz und über den Wunsch, Wissen zu teilen, anstatt es zu hüten. Ein spannender Einblick in die Welt zwischen Archäologie, Chemie und Geschichte – und in die Leidenschaft einer Forscherin, die selbst kleinste verkohlte Körner zum Sprechen bringt.
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    53 m
  • #41 Dr.‘in Antonia Habich: Molekulare Waffen & Mikro-Kriege: Wenn Bakterien angreifen
    Nov 7 2025
    In dieser Folge von Let’s talk SCIENCE! sprechen wir mit Antonia Habich, ehemalige Mikrobiologin an der Universität Kiel, dem UKSH und am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie. Sie erforscht, wie sich sogar eng verwandte Bakterienstämme überraschend stark unterscheiden — und was diese feinen Unterschiede für Infektionen, Resistenzentwicklung und Behandlungsstrategien bedeuten. Antonia erklärt, wie Bakterien miteinander konkurrieren, genetisches Werkzeug „nachrüsten“ und mit molekularen Waffen wie dem Typ-VI-Sekretionssystem Rivalen ausschalten. Wir diskutieren, warum gerade solche Mechanismen für Medizin und Mikrobiologie spannend sind, wie Grundlagenforschung zu neuen Erkenntnissen in der Infektionsbiologie führt und welche Herausforderungen Laboralltag und Datenanalysen mit sich bringen. Außerdem sprechen wir über Antonias Weg in die Forschung, ihre Motivation und die Bedeutung von Wissenschaftskommunikation — als Brücke zwischen Labor, Öffentlichkeit und interdisziplinären Teams. Eine Folge voller faszinierender Mikroorganismen, wissenschaftlicher Neugier und der Frage, wie uns das Verständnis der kleinsten Lebensformen helfen kann, große Probleme zu lösen.
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    1 h
  • #40 Timm Lewerenz: Philosophie lebt – Über Aufklärung, Fragen und die Kunst des Zweifelns
    Oct 24 2025
    In der zweiten Folge des Gesprächs mit Timm Lewerenz, wissenschaftlichem Mitarbeiter am Philosophischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, spricht Moderatorin Liv Schnoor über die Schnittstelle zwischen Denken und Vermitteln – und darüber, was geschieht, wenn Philosophie den Raum der Wissenschaftskommunikation betritt. Ausgehend von seiner Promotion zur Bedeutung der Natur in der Religionsphilosophie der Aufklärung reflektiert Timm Lewerenz, wie sich Erkenntnisse, Zweifel und Diskurse aus der Philosophie in heutige Kommunikationsformen übersetzen lassen. Als Philosoph mit journalistischer Erfahrung bewegt er sich zwischen Forschung und Öffentlichkeit – und zeigt, dass Wissenschaftskommunikation weit mehr ist als die populäre Darstellung von Wissen: Sie ist ein ethischer und gesellschaftlicher Prozess. Im Gespräch geht es um die Frage, wie man komplexe Gedanken so teilt, dass sie Resonanz erzeugen, ohne ihre Tiefe zu verlieren. Über das Spannungsverhältnis zwischen Vernunft und Reichweite, zwischen Wissenschaftsjournalismus, Social Media und akademischer Lehre entsteht ein facettenreiches Bild davon, was es heute heißt, über Wissenschaft zu sprechen – und dabei selbst Teil ihrer Bewegung zu sein. Eine Folge über Verständigung, Verantwortung und die Kunst, Denken hörbar zu machen.
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    1 h y 4 m
  • #39 Timm Lewerenz: Philosophie lebt – Über Aufklärung, Fragen und die Kunst des Zweifelns
    Oct 13 2025
    In dieser Folge von Let’s talk SCIENCE, dem Podcast des Graduiertenzentrums der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, spricht Moderatorin Liv Schnoor mit Timm Lewerenz, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Institut der CAU. Das Gespräch eröffnet einen vielschichtigen Blick auf die Philosophie als Denk- und Forschungsraum zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Timm Lewerenz erzählt von seinem Weg vom Journalismus zurück in die Wissenschaft – und von seiner Promotion zur Bedeutung der Natur in der Religionsphilosophie der Aufklärung. Dabei wird deutlich, wie eng die Fragen der Vernunft, des Glaubens und der Natur miteinander verflochten sind – und wie die Aufklärung bis heute Maßstäbe für kritisches Denken und gesellschaftliche Selbstreflexion setzt. Gemeinsam diskutieren Liv Schnoor und Timm Lewerenz über die Relevanz philosophischer Forschung im 21. Jahrhundert: Wie lässt sich Aufklärung neu lesen? Welche Verantwortung trägt Philosophie in einer zunehmend spezialisierten Wissenschaftslandschaft? Und wie kann aus theoretischem Denken eine lebendige Form der Wissenschaftskommunikation werden, die Brücken zwischen Disziplinen, Zeiten und Menschen schlägt? Ein Gespräch über Erkenntnis, Neugier und die Kunst, Denken zu teilen.
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    51 m