Episodios

  • 15 Jahre um die Welt gereist: Der berühmteste Appenzeller Baumstamm
    Mar 5 2026

    Was passiert, wenn ein jahrhundertealter Appenzeller Fastnachtsbrauch zur globalen Kunstaktion wird? Das Urnäscher Bloch – ein fünf Meter langer Baumstamm – wurde 2011 von zwei Künstlern ersteigert und auf Weltreise geschickt. Geplant waren zwei bis drei Jahre. Am Ende wurden es 15.

    Der Stamm stand in Berlin, Shanghai und New York, steckte während der Pandemie in Chile fest und lag monatelang im Hafen von Mumbai – falsch deklariert, beinahe versteigert. Australien verweigerte die Einreise aus Angst vor eingeschleppten Schädlingen. Vor Verschiffungen wurde das Holz mit Gas oder Hitze behandelt, die Rinde entfernt – „jedes Jahr erneut getötet“, wie es im Text heisst.

    Redaktorin Ramona Koller von der Appenzeller Zeitung erzählt im Gespräch mit Mark Schoder die Geschichte eines Brauchs, der seine gewohnte Umgebung verliess – und dabei zum Fall für Spediteure, Anwältinnen und Diplomaten wurde. Eine Geschichte über Tradition und Transformation. Und über die Frage, ob das Bloch nach 15 Jahren Weltreise wieder heimfindet – oder ob seine Geschichte gerade erst beginnt.

    Wo liegen die Ursprünge des Blochs – Holzbrauch oder Fruchtbarkeitsritual?


    Was bleibt von einem Brauch übrig, wenn nur noch der Baumstamm reist – ohne Blochmannschaft, ohne Kontext?


    Warum hing das Bloch jahrelang in Häfen fest?


    Wer bezahlte die rund 120’000 Franken für die Odyssee?


    Und was kommt zurück in die Ostschweiz: derselbe Stamm – oder ein gezeichnetes Relikt seiner Reise?

    Mehr Artikel zum Thema:
    Die absurde Geschichte eines Baumstamms auf Weltreise: Das Urnäscher Bloch ist zurück – und hängt schon wieder fest
    15 Jahre unterwegs: Das Urnäscher Bloch steht kurz vor der Heimkehr
    Regen, Rauch und Reiter – das Urnäscher Bloch wird durchs Hinterland gezogen


    Más Menos
    12 m
  • Krieg in Nahost: Wie wichtig ist die Rolle der Schweiz?
    Mar 4 2026

    Seit dem Kriegsausbruch vom Samstag sitzen mehrere Hunderttausend Schweizerinnen und Schweizer im Mittleren Osten fest. Wegen der Bombardements ist der Luftraum gesperrt, nur vereinzelt konnten Maschinen ausfliegen. Gleichzeitig steht die Schweizer Botschaft in Teheran im Fokus. Sie vertritt als sogenannte Schutzmacht die Interessen der USA im Iran – und übermittelt Botschaften zwischen den beiden Staaten.

    Zuständig ist das Aussendepartement von Bundesrat Ignazio Cassis. Es muss sich um die gestrandeten Touristinnen und Touristen kümmern – und die guten Dienste der Schweiz aufrechterhalten.

    Inlandredaktor Stefan Bühler sagt: «Mit den guten Diensten übernimmt die Schweiz streng genommen nur eine Briefträgerinnenfunktion zwischen Iran und den USA – manchmal ist es aber doch mehr.»
    Im Podcast «Hinter der Schlagzeile» erzählt er ausserdem von einem sonderbaren Interview, das er 2012 mit einem der höchsten Vertreter des iranischen Regimes in Bern geführt hat.

    Lesen Sie mehr zum Thema:

    • «Schlechte Dienste für das iranische Volk»: Kritik an Schweizer Vermittlung zwischen USA und Iran
    • Newsblog++Hisbollah-Funktionär kündigt «offenen Krieg» mit Israel an
    • Cassis über die Botschaft in Iran: «Die Lage ist geprägt von der Angst vor den deutlich hörbaren Mörsergranaten»

    Mehr Folgen von «Hinter der Schlagzeile»:

    https://www.aargauerzeitung.ch/podcasts/hinter-der-schlagzeile

    Host: Benjamin Rosch

    Gast: Stefan Bühler

    Kontakt: podcast@chmedia.ch

    Más Menos
    16 m
  • Raketen über Tel Aviv: Kurt Pelda berichtet aus dem Krieg gegen Iran
    Mar 3 2026
    Krieg im Nahen Osten: Die USA und Israel greifen Iran an, Teheran antwortet mit Raketen auf Israel. CH-Media-Kriegsreporter Kurt Pelda berichtet aus Tel Aviv über Luftalarme, Iron Dome, Einschläge – und eine Bevölkerung, die mit erstaunlicher Routine reagiert. Im Podcast ordnet er zudem die geopolitischen Folgen ein: von steigenden Ölpreisen über Russlands Schwäche bis zu möglichen Machtverschiebungen im Iran.
    Más Menos
    22 m
  • Iranischer Flüchtling bekämpft Regime aus dem Appenzellerland
    Feb 26 2026

    Mohsen Massoudi organisierte in seiner Heimatstadt nahe Isfahan Proteste im Zuge der Bewegung «Frauen, Leben, Freiheit». Als der iranische Geheimdienst bei seiner Mutter erschien, fürchtete er um sein Leben und floh.

    Heute lebt er im Appenzellerland – und setzt seinen Protest fort. Über eine Online-Petition sammelt er Unterschriften mit dem Ziel, den Bundesrat dazu zu bewegen, die iranische Botschaft in Bern zu schliessen und diplomatische Beziehungen abzubrechen.

    Der Fall zeigt, wie stark internationale Konflikte bis in die Ostschweiz wirken. Die Schweiz spielt im Verhältnis zwischen den USA und Iran eine besondere Rolle: Seit 1979 vertritt sie die amerikanischen Interessen in Teheran.

    Für Massoudi ist klar: Das Regime müsse international isoliert werden. Militärische Eskalationen lehnt er ab – er setzt auf politischen und diplomatischen Druck.

    Más Menos
    20 m
  • Was der Schweiz noch mehr schadet als Trumps Zölle
    Feb 25 2026

    Zurück auf Feld 1: Das Oberste Gericht hat die von Donald Trump verhängten Strafzölle auf Importwaren für rechtswidrig erklärt. Doch die Reaktion des US-Präsidenten folgte umgehend: Neue Strafzölle wurden erlassen – zunächst in Höhe von 10 Prozent, später 15 Prozent, befristet auf 150 Tage. Wie es danach weitergeht, ist offen.
    Was hingegen sicher ist, ist die Unsicherheit. Wer mit den USA Handel treibt, weiss heute nicht, welche Regeln morgen gelten.

    Was bedeutet das für die Schweizer Exportindustrie?
    Welche Auswirkungen hat das auf die Verhandlungen des Bundesrates mit der US-Regierung über ein mögliches Zollabkommen?
    Und was heisst all das für die wirtschaftliche Zukunft der Schweiz?

    Im Podcast «Hinter der Schlagzeile» von CH Media sagt Florence Vuichard, Chefin des Wirtschaftsressorts: «Die Schweiz konnte mit dem Machtgebaren der USA nie gut umgehen, das ist nicht erst seit Trump so.»

    Lesen Sie hier mehr zum Thema:

    • Zoll-Chaos in den USA: Folgen für die Schweizer Wirtschaft
    • Trump verliert seine wichtigste Waffe
    • Nach Gerichtsurteil: Linke will Verhandlungen abbrechen

    Mehr Folgen von «Hinter der Schlagzeile»:

    https://www.aargauerzeitung.ch/podcasts/hinter-der-schlagzeile

    Host und Produzent: Stefan Bühler

    Gast: Florence Vuichard

    Kontakt: podcast@chmedia.ch

    Más Menos
    18 m
  • Susanne Wille im LIVE-Podcast
    Feb 24 2026

    Worum geht’s?
    Am 8. März stimmt die Schweiz über die «Halbierungsinitiative» ab. Patrik Müller spricht mit SRG-Generaldirektorin Susanne Wille über den Abstimmungskampf, Kritik an der SRG und die geplante Transformation.

    Kernaussagen von Susanne Wille

    200 Franken reichen nicht: Wille sagt, die Initiative bedeute eine Halbierung der Mittel; sie nennt –500 Mio. aus der Medienabgabe, –150 Mio. aus der Unternehmensabgabe sowie wegbrechende Werbegelder.

    Konsequenz laut Wille: Mit der Hälfte der Mittel sei das heutige viersprachige Angebot nicht mehr möglich; sie spricht vom Ende der heutigen Service-public-Leistung.

    Wofür das Geld eingesetzt wird: Wille sagt, rund die Hälfte der Beiträge fliesse in die Information.

    Warum die Umfragen knapp sind: Die Initiative wirke «verführerisch», weil sie suggeriere, mit etwas weniger gehe es schon. Gleichzeitig müsse Journalismus besser erklärt werden (Themensetzung, Entscheide, Aufwand).

    «Ich kommuniziere nicht taktisch»: Wille wehrt sich gegen den Vorwurf, konkrete Folgen als Drohung zu formulieren, und betont betriebswirtschaftliche Logik: Wenn man halbieren müsse, gehe es an teure Kostenblöcke wie Studios/Produktion.

    Transformation der SRG: Wille beschreibt die SRG als früher stärker dezentral gewachsen; sie wolle «zusammenrücken», Synergien nutzen und das Medienhaus «neu bauen» – bei laufendem Betrieb.

    Personal & Sparen: Wille verweist darauf, die SRG habe seit 2018 100 Mio. gespart; der Personalbestand sei über 20 Jahre ungefähr gleich gewesen, in den letzten zehn Jahren etwas gesunken; nun gehe er nochmals um 900 Vollzeitstellen runter.

    UKW-Entscheid: Wille sagt, sie habe früh angekündigt, den Entscheid zu überprüfen; als sich die Rahmenbedingungen änderten, sei die SRG zurück auf UKW gegangen und habe sich für die Verärgerung entschuldigt.

    Lohn-Debatte: Wille nennt das «nicht vermittelbar», hält aber fest: In der Abstimmung gehe es nicht um ihren Lohn, sondern um den Auftrag eines viersprachigen Medienhauses.

    SRG vs. Private: Wille spricht von einem «jahrzehntelangen Krieg», der beiden geschadet habe, und plädiert für Zusammenarbeit (z.B. Teilen von Rohmaterial). Sie warnt davor zu glauben, der Markt ersetze automatisch SRG-Leistungen – gerade in kleineren Sprachräumen.

    Vorwurf «zu links/zu rechts»: Wille sagt, der Vorwurf untergrabe Vertrauen. Sie verweist auf Ombudsstellen/UBI (unter 1% der Beanstandungen münde in eine UBI-Verurteilung) und betont Vielfalt auch bei Bildungswegen.

    KI & Vertrauen: KI sei Chance und Risiko; es brauche Transparenz und stärkeres Faktenprüfen, weil die Unterscheidung von echt/manipuliert schwieriger werde.

    Junge erreichen: Wille nennt Formate wie SRF News und spezifische Reportageformate, spricht von einer neuen Live-/Streaming-Plattform und sagt: Die Initiative verhindere die «digitale SRG». (rar)

    Más Menos
    48 m
  • Schweizer Spitzenküche am Tropf: Teuer essen, knapp verdienen
    Feb 19 2026

    Trotz 200- bis 300-Franken-Menüs kämpfen viele Gourmetrestaurants ums Überleben. Die Margen sind minimal, die Kosten hoch – und immer öfter braucht es vermögende Investoren im Hintergrund. Jürg Ackermann, stellvertretender Chefredaktor des St. Galler Tagblatts, sagt: «Gutes Essen und ein gleich gutes Geschäft – dieses Prinzip gilt nicht mehr.»

    Warum bleiben in der Spitzengastronomie oft nur ein bis zwei Prozent Marge?
    Weshalb investieren Unternehmer trotzdem Millionen in Hotels und Gourmet-Tempel?
    Wie wichtig sind Mischrechnungen mit Hotels oder finanzstarke Mäzene?
    Was unterscheidet erfolgreiche Ausnahmebetriebe von jenen, die scheitern?
    Und ist Spitzengastronomie heute noch ein Geschäftsmodell – oder vor allem Prestige und Leidenschaft?

    Mehr Artikel zum Thema:

    • Ostschweizer Unternehmer investieren Dutzende Millionen in die Spitzengastronomie
    • Auch George Clooney und Roger Federer assen schon hier – wie der «Gupf» ein Spitzenlokal mit Ausstrahlung wurde
    • Der neue Gault-Millau ist da: Das sind die Auf- und Absteiger in der Ostschweiz
    • Einmal im Jahr sollten wir uns ein Spitzenrestaurant schenken und 500 Franken für ein Menü ausgeben

    Host und Produzent: Mark Schoder

    Gast: Jürg Ackermann

    Más Menos
    17 m
  • Immer Ärger mit der Deutschen Bahn
    Feb 18 2026

    Ferien an der Ostsee beginnen mit einer Mitteilung der Deutschen Bahn früh am Morgen: «Ihr Zug fährt pünktlich.» In Bern macht sich Othmar von Matt, Inlandredaktor von CH Media, auf den Weg. Was er noch nicht weiss: Seine Reise wird fünf Stunden länger dauern als im Fahrplan vorgesehen.
    Das ist allerdings deutlich weniger, als die Rückreise in Anspruch nehmen wird. Und es ist nur eine von zahlreichen Episoden, die Bahnfahrer von Matt zu erzählen weiss. Dabei kommt schon mal ein Zug vor, der auf seinen Lokführer wartet, ein Phantom-Blitz, der eine Strecke lahmlegt - und eine Nacht irgendwo im Nirgendwo.
    Im Podcast «Hinter der Schlagzeile» sagt von Matt: «Die Lokführer und Zugbegleiterinnen sind das Rückgrat der Deutschen Bahn, wie die alle diese Krisen meistern, ist oft sehr gut.» Trotzdem empfiehlt er, für Reisen mit der Deutschen Bahn einen Notvorrat einzupacken: «Wasser und etwas zu essen, weil man nie weiss, was passiert.»

    Lesen Sie mehr zum Thema:

    Zugsausfälle in Basel sollen an Blitz liegen – doch das ist laut Kachelmann unmöglich

    Die Deutsche Bahn zockt im Bistro Schweizer Kunden ab


    Mehr Folgen von «Hinter der Schlagzeile»:

    https://www.aargauerzeitung.ch/podcasts/hinter-der-schlagzeile

    Host und Produzentin: Stefan Bühler

    Gast: Othmar von Matt

    Kontakt: podcast@chmedia.ch

    Más Menos
    18 m