Die Zu Spät Show Podcast Por Ian DeBay arte de portada

Die Zu Spät Show

Die Zu Spät Show

De: Ian DeBay
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Ein Late Night Comedy Podcast. Gesellschaft, Politik, Klima, Alltag satirisch betrachtet, mit viel schwarzem Humor. Je dunkler die Nacht, umso dunkler der Humor.© 2025 Ian DeBay Artes Escénicas Biografías y Memorias Ciencias Sociales
Episodios
  • Weihnachten ist der Horror: Familienfeste zwischen Stress und Konsumzwang
    Dec 25 2025

    Eines vorweg, um die Gemüter zu beruhigen und die Anwälte der Familienwerte in Schach zu halten: Ich liebe meine Familie. Ich verbringe gerne Zeit mit ihr und ich feiere im Grunde auch gerne Weihnachten. Dieser Disclaimer ist wichtig, damit im Laufe dieser Analyse nicht der Eindruck entsteht, ich sei ein einsamer Grinch, der im Keller hockt und Lametta verbrennt. Doch machen wir uns ehrlich: Weihnachten ist furchtbar. Es ist der pure Horror, ein logistischer Albtraum und purer Stress. Während das Fest an sich – entkoppelt von jedem religiösen Zwang – ein schönes traditionelles Familienfest sein könnte, zerfällt der Zauber der Kindheit mit jedem Jahr, in dem man älter wird, ein Stück mehr. Die Magie weicht der harten Arbeit, und plötzlich merkt man, dass der Tisch sich eben nicht von selbst mit Braten und Dekoration füllt.

    Die Illusion der Ruhe im kapitalistischen Mühlenrad

    Das Grundproblem beginnt bei der künstlichen Erhöhung dieses einen Datums. Wir werden darauf trainiert, auf diesen einen Tag hinzufebern – unterstützt durch Adventkalender, die uns täglich die verbleibende Zeit bis zum Eskalationspunkt vor Augen führen. Als Erwachsener weicht die Vorfreude jedoch oft dem puren Druck. In der Arbeitswelt müssen vor den Feiertagen noch schnell alle Projekte abgeschlossen werden, als gäbe es nach den zwei freien Tagen keine Zukunft mehr. Man gerät mitten in die Mühlen des Kapitalismus, nur um sich danach in die nächste Arbeit zu stürzen: Die Vorbereitung des Festes. Dass ich mich als Mann hier leicht rede, ist mir bewusst, denn den Löwenanteil dieser Vorbereitung – vom Geschenkekauf bis zum Küchendienst – leisten immer noch überwiegend die Frauen, während der männliche Teil der Verwandtschaft oft schon den ersten Weihnachtsbrand auf dem Sofa kultiviert.

    Der Geschenkfluch: Warum wir Klemmbausteine einzeln verpacken

    Ein besonderes Kapitel des Wahnsinns sind die Geschenke. Wir alle wissen, dass das Christkind eine Lüge war, doch anstatt als Erwachsene ehrlich miteinander zu sein, verstricken wir uns in absurde Rituale. Wer kennt es nicht? Man macht aus, sich nichts zu schenken, nur um dann sicherheitshalber doch ein „Angstgeschenk“ im Schrank zu verstecken, falls die Gegenseite sich nicht an die Abmachung hält. Das Ergebnis ist oft ein Kreislauf aus minderwertigem Plunder, den man im nächsten Jahr frustriert zurückschenkt. Bei den Kindern hingegen fährt die Eisenbahn drüber: Da gibt es keine Ausnahme. Aus schierer Angst vor dem weihnachtlichen Zorn des Nachwuchses greift man zu verzweifelten Mitteln. Um die Erwartung nach „vielen Packerln“ zu erfüllen, verpackt man inzwischen schon jeden einzelnen Klemmbaustein eines Sets separat, nur damit der Berg unterm Baum groß genug ist und man selbst fünf Minuten Ruhe vor dem nächsten Aufstand hat.

    Familien-Hetze und das heilige Silvester-Bett

    Die wahre Prüfung ist jedoch die Familien-Logistik. Wer in einer Beziehung lebt oder Kinder hat, besitzt plötzlich Familien im Plural. Anstatt den Heiligabend gemütlich mit Bratwürsteln und schlechter Musik zu Hause ausklingen zu lassen, hetzt man von einer Feier zur nächsten. Man sitzt mit Menschen, die man kaum kennt, an wackeligen, provisorisch verlängerten Tischen und isst viel zu viel, obwohl die Oma hochheilig versprochen hatte, dieses Jahr „weniger zu machen“. Es ist ein eng getakteter Marathon der Höflichkeit, bei dem die Kinder still sein müssen, während die Erwachsenen sich den Bauch vollschlagen. Wenn der ganze Spuk vorbei ist, wartet jedoch die finale Ironie: Die Kinder haben Ferien, man selbst muss arbeiten, und die Großeltern sind so erschöpft vom Fest, dass sie als Betreuungspersonen für das nächste Jahr ausfallen. Kein Wunder, dass Silvester heute nicht mehr die Nacht der Partys ist, sondern der heilige Moment, in dem man um 22:00 Uhr das Licht ausmacht und einfach nur froh ist, dass es vorbei...

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    20 m
  • Die Christkind-Verschwörung: Warum wir unsere Kinder belügen
    Dec 18 2025

    Jeder frischgebackene Vater startet mit diesem einen, fast schon heiligen Vorsatz: „Ich werde mein Kind niemals anlügen.“ Wir malen uns aus, wie wir jede noch so komplexe Frage der Welt in kindgerechte Häppchen verpacken – ein bisschen Pipi-Kaka-Sprache hier, ein bisschen Gugugaga dort, aber im Kern bleibt es die reine Wahrheit. Doch dann kommt das Leben dazwischen. Spätestens, wenn man versucht, einem Vierjährigen den Klimawandel so ehrlich zu erklären, dass man sich kurz darauf im Wartezimmer eines Kinderpsychologen wiedersieht, merkt man: Die totale Ehrlichkeit ist vielleicht doch nicht der Weisheit letzter Schluss. Manchmal ist die Lüge einfach der bequemere Weg, um nicht ständig neue existenzielle Krisen am Abendbrottisch verhandeln zu müssen.

    Weihnachtstraditionen zwischen Magie und Notlüge

    Besonders in der Vorweihnachtszeit mutieren wir Eltern zu regelrechten Hochstaplern. Wir erschaffen ein riesiges, strukturelles Lügengebilde aus Nikoläusen, Krampusse, Weihnachtsmännern und Christkindern. Dabei stellt sich die fast schon ketzerische Frage, ob unsere Traditionen und Religionen eigentlich nur auf einem Fundament aus Flunkereien basieren. Wir erzählen uns selbst, dass wir das alles für die Kinder tun, für diesen magischen Glanz in ihren Augen. Aber wenn wir ehrlich sind, belügen wir sie für uns selbst. Es ist schlichtweg herzig anzusehen, wie sie ihre Wunschzettel schreiben – was uns nebenbei den Stress erspart, uns wirklich mit ihren Interessen auseinanderzusetzen. Wir brauchen die Lüge als Puffer, damit die Kinder nicht merken, dass es eigentlich nur wir sind, die ihnen etwas schenken wollen.

    Die dunkle Seite der pädagogischen Lügen

    Historisch gesehen hatte das Belügen der Kinder sogar einen noch dunkleren Beigeschmack. Früher, als Schrank und Magen leer blieben, war es einfacher zu sagen: „Du warst nicht brav genug, deshalb hat das Christkind nichts gebracht.“ Es war eine perfide Methode, den berechtigten Zorn über Armut und Ungerechtigkeit von den Eltern oder dem System weg und direkt in die kindliche Psyche umzuleiten. Heute sind die Gabentische zwar voll mit Plastik, aber die systemischen Lügen bleiben. Wir impfen unseren Kindern Sätze ein, wie „Alles wird gut“ oder „Du kannst werden, was du willst“. Dabei wissen wir genau: Ohne Erbe, Beziehungen oder das Glück der oberen 0,1 Prozent ist das schlichtweg Bullshit. Wir vermitteln ihnen ein Bild einer Gesellschaft, die auf Teilen und Rücksicht basiert, während wir sie gleichzeitig in ein System entlassen, in dem nur die lautesten Schreihälse und die rücksichtslosesten Egoisten wirklich gehört werden.

    Warum Ehrlichkeit in der Erziehung so schwierig ist

    Wir lügen sogar in ihren Bilderbüchern weiter. Auf dem illustrierten Bauernhof sind alle Tiere glücklich und leben in harmonischer Eintracht mit dem Bauern, bis wir ihnen schließlich das Schnitzel servieren, ohne jemals das Wort Schlachthaus zu erwähnen. Wir haben Angst, sie könnten Veganer werden, und verheimlichen deshalb, dass unsere Gesellschaft auf der Ausbeutung von Lebewesen fußt. Wir lügen, weil wir überfordert sind, weil wir das System selbst nicht ändern können und es deshalb wenigstens vor den Kindern schönfärben wollen. Doch Kinder sind stärker, als wir glauben. Sie vertragen die Wahrheit oft besser als wir Erwachsenen, die wir uns hinter Ironie und Zynismus verstecken. Vielleicht wäre es an der Zeit, ihnen zu sagen: Wir schenken dir etwas, weil wir dich lieben und weil du Teil unserer Familie bist – ganz ohne die Drohung eines unsichtbaren Wesens, das dich ständig beobachtet. Wir haben es vielleicht verkackt, aber geben wir unseren Kindern wenigstens das richtige, ehrliche Rüstzeug mit, um es besser zu machen.

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    18 m
  • Warum große Autos kleine Penisse bedeuten (und andere wissenschaftliche Erkenntnisse)
    Dec 11 2025

    In der dritten Folge der „Zu Spät Show" präsentiert Ian DeBay eine Service-Folge für all jene, die Männer sexuell attraktiv finden: Eine einfache Formel zur Vermeidung kleiner Schwänze. Die Formel? Je größer und lauter das Auto, desto kleiner der Johannes. Eine Studie, durchgeführt vom Forscher höchstpersönlich – an sich selbst. Methodisch einwandfrei.

    DAS PLATZPROBLEM – WENN STEHZEUGE DIE STADT FRESSEN

    Autos sind keine Fahrzeuge. Sie sind Stehzeuge. In Ian's Bezirk besitzt nur ein knappes Viertel der Menschen ein Auto – trotzdem werden fast zwei Drittel der öffentlichen Fläche für diese Blechtrümmer geopfert. Man greift sich auf den Kopf und fragt: Was soll der Scheiß?

    Besonders absurd wird es mit Kindern. Überall muss man "Stopp!", "Geh da nicht!", "Lauf dort nicht!" rufen. Der Platz für Menschen ist eingeschränkt, weil alles den Autos geopfert wird.

    SPIELPLÄTZE – SYMPTOM DES AUTOZENTRISMUS

    Früher konnten Kinder einfach raus auf die Straße und spielen. Mit den Ratten. Eine gute Zeit. Dann kamen die Autos und verdrängten das Leben in eingezäunte Lager namens "Spielplätze".

    Aber selbst dort sind die Autos invasiv: Schaukeln aus Autoreifen, Autoreifen in den Boden versenkt bei den Wippen. Erst verdrängen sie das Leben, konzentrieren es in Lagern – und dann machen sie sich auch dort breit, um Kindern das Gefühl zu lehren, wie es ist, unter die Räder zu kommen.

    DIE TEUERungsSPIRALE – WENN PARKPLÄTZE MEHR PLATZ BRAUCHEN ALS GESCHÄFTE

    Autos machen alles teurer. Die Fläche, die ein Parkplatz rund um ein Geschäft braucht, ist immer viel größer als das Gebäude selbst. Dazu kommen Werkstätten, Tankstellen und all der andere Autoscheiß. Platz, den man besser nutzen könnte – für günstigen Wohnraum zum Beispiel.

    Und weil wegen den Autos alles weit auseinander ist, gibt es keine Greißler ums Eck mehr. Alles nur noch in Malls außerhalb der Stadt, wo man nur mit dem Auto hinkommt. Kein Leben mehr im Grätzl. Alles ausgesaugt von diesen Vampiren, die sich Autos nennen.

    DAS WETTRÜSTEN – MAMAS PANZER FÜR DEN SCHULWEG

    Und die Autos werden immer größer. Schlussfolgerung? Die Penisse der Männer, die sie fahren, werden immer kleiner.

    Aber ja, auch Frauen fahren große Autos. Warum? Um ihre Kinder zu beschützen, natürlich. Je mehr große Autos unterwegs sind, muss man mitgehen. In einem kleinen Auto wird man von einem SUV sofort überrollt und zerquetscht.

    Ein Wettrüsten um immer größere Autos, damit man nur ja nicht selbst Opfer wird. Dass dadurch andere Kinder auf der Strecke bleiben oder man sie zur Strecke bringt? Egal. Hauptsache, die eigenen Kinder sind geschützt.

    DIE ISOLIERUNG – WENN DAS AUTO ZUR SOZIALEN KAPSEL WIRD

    Autos isolieren Menschen. Es gibt nur diese Welt im Auto und das draußen ist was anderes. Das Gefährliche. Das muss man bekämpfen, da muss man drüberfahren, Vollgas geben und ignorieren.

    Autos tragen zur Vereinsamung bei. Vor allem, wenn man in Siedlungen wohnt, wo es sonst nichts gibt, wo man mit niemandem sonst irgendwas zu tun hat – außer mit den Podcastern, die einem das eigene Weltbild bestärken.

    DIE ABHÄNGIGKEIT – GEFÄNGNIS AUF VIER RÄDERN

    Autowerbung verspricht Freiheit. Immer fährt nur das eine beworbene Auto durch die menschenleere Stadt. Keine anderen Autos. Keine Menschen. So stellen sich Autohersteller Städte vor.

    Die Realität? Abhängigkeit. Man wohnt in einer Siedlung, wo es sonst nichts gibt. Kein öffentlicher Verkehr. Die nächste Zivilisation 30 Kilometer entfernt. Wehe, das Auto ist kaputt. Wehe, man ist krank, verletzt oder zu alt zum Fahre...

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    20 m
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