Die Zu Spät Show Podcast Por Ian DeBay arte de portada

Die Zu Spät Show

Die Zu Spät Show

De: Ian DeBay
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Ein Late Night Comedy Podcast. Gesellschaft, Politik, Klima, Alltag satirisch betrachtet, mit viel schwarzem Humor. Je dunkler die Nacht, umso dunkler der Humor.© 2025 Ian DeBay Artes Escénicas Biografías y Memorias Ciencias Sociales
Episodios
  • Runter mit den Masken: Warum die Fastenzeit besser ist als Fasching
    Feb 19 2026

    Aschermittwoch: Der Fasching ist vorbei. Die Zeit von Jux und Tollerei, wie wir jungen Menschen sagen würden, hat ein Ende gefunden. Endlich ist die Ballsaison in Wien vorbei, die grölenden Massen ziehen ab und das Zuckerbrot wird durch die Peitsche ersetzt. Die Fastenzeit ist da – und damit endlich wieder ein bisschen Ruhe und Bescheidenheit.

    Der Alltag als eigentlicher Maskenball

    Ich werde oft als Verkleidungsbanause bezeichnet, und das stimmt: Alles, was über das Kämmen meiner Haare hinausgeht, ist mir zu viel Aufwand. Aber ich habe eine Theorie: Diejenigen, die sich zum Fasching verkleiden, tun das eigentlich gar nicht. Die wahre Verkleidung tragen wir im Alltag. Wenn wir uns in Anzüge, Blusen und Arbeitskluft zwängen, um genau so auszusehen, wie die Gesellschaft es von uns erwartet, unterdrücken wir jede individuelle Freiheit und Kreativität.

    Der Fasching ist die einzige Zeit im Jahr, in der die Menschen aufhören, sich zu verkleiden. Endlich darfst du der Clown sein, der du bist, die Meerjungfrau, die du gerne wärst, oder der Serienkiller, für den dir im Alltag der Mut fehlt. Plötzlich ist es „empowering“, wenn ein Mann als Frau geht oder umgekehrt – Kulturkämpfe pausieren für 48 Stunden, weil es ja „nur ein Spaß“ ist. Es ist faszinierend, wie dieselben Leute, die im Alltag gegen alles Fremde hetzen, im Fasching mit Begeisterung in eine andere Haut schlüpfen.

    Besoffene Helden und die Rückkehr des Abschaums

    Was ich am Fasching am wenigsten vermissen werde? Menschen, die bereits um 10 Uhr vormittags sturzbesoffen sind und sich dafür auch noch feiern lassen. Im Alltag ist das ein Fall für die Suchtberatung, im Fasching bist du ein Held. Ich bin froh, dass diese Leute jetzt wieder zum „Abschaum“ werden, der heimlich trinken oder seine Vorlieben im Verborgenen ausleben muss. Die Peitsche der Fastenzeit sorgt dafür, dass die gesellschaftliche Ordnung wiederhergestellt wird.

    Ich persönlich faste zwar nicht – ich lasse mir doch von der Kirche nichts vorschreiben –, aber ich verstehe den Reiz der extrinsischen Motivation. Die Fastenzeit ist im Grunde nur die zweite Chance für alle, die ihre Neujahrsvorsätze schon am 3. Januar vergessen haben. Es ist die Zeit, in der man sich gegenseitig daran erinnert, dass man eigentlich abnehmen wollte oder die Kinder weniger schlagen sollte.

    Fasten als Tarnung für das Existenzminimum

    Das Schönste an der Fastenzeit ist jedoch ihre soziale Komponente: Sie macht uns alle gleich. Man kann den frommen Asketen nicht mehr vom armen Schlucker unterscheiden. Wenn man wie ich als Comedian und Content Creator knapp am Existenzminimum entlangschrammt, ist die Fastenzeit ein Segen.

    Man muss nicht mehr zugeben, dass man sich das Abendessen beim Italiener oder die Kinokarte nicht leisten kann. Man sagt einfach: „Ich faste gerade.“ Es ist die perfekte Ausrede, um weniger zu konsumieren, weniger fortzugehen und kein Geld auszugeben. In der Fastenzeit sind wir eine Gemeinschaft – wir sind zusammen arm und nennen es Spiritualität. Das spart ordentlich Geld für die Zeit, in der uns schon wieder der nächste Konsumterror namens Ostern blüht.

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    Die Folge über Alkohol:

    Más Menos
    19 m
  • Ausgeburt der Hölle: Warum die Immobilienbranche unser Leben ruiniert
    Feb 12 2026

    Heute geht es um Immobilien. Oder wie ich es nenne: die Ausgeburt der Hölle.

    Das Fundament des Wahnsinns: Wem gehört die Erde?

    Eigentlich fängt das Problem schon viel früher an als beim Baupfusch im Keller (besonders beliebt in Niederösterreich, wie man hört). Es fängt beim Grundbesitz an. Wer hat eigentlich irgendwann mal entschieden, dass ein Stück Erde – dieser Planet, den wir uns alle teilen – plötzlich „jemandem“ gehört? Mit welchem Recht behauptet ein Mensch, ein Kloster oder ein Bauer: „Das hier ist meins“?

    Wir haben uns so sehr an den Gedanken gewöhnt, dass man Boden kaufen und verkaufen kann, dass wir die fundamentale Absurdität dahinter völlig übersehen. Und sobald dieser Boden „besessen“ wird, beginnt der Drang, ihn mit Beton und Stahl zu versiegeln, denn eine Wiese bringt schließlich keine Rendite.

    Die Vorhölle: Makler und Hausverwaltungen

    Wer nicht das Glück hat, Boden zu erben, landet in der Welt der Dienstleister. Da wären zum einen die Makler. Personen, deren gesamte Jobbeschreibung darin besteht, Schlüssel in Schlösser zu stecken und Türen aufzusperren – eine Dienstleistung, die im Zeitalter des Internets so unnötig ist wie ein Kropf, für die man aber dennoch ein Vermögen bezahlt.

    Hat man dann endlich ein leistbares Loch gefunden, trifft man auf die nächste Stufe der Evolution: die Hausverwaltung. Ihre Kernkompetenz? Das professionelle Ignorieren von E-Mails und Anrufen. Gleichzeitig sind sie blitzschnell darin, Mahnungen zu schicken, wenn man auch nur eine Sekunde im Verzug ist. Es scheint fast so, als würde die Arbeit in einer Hausverwaltung die Seele so sehr auffressen, dass selbst die Korruptesten irgendwann lieber in die Politik flüchten.

    Das System hinter der Gier: Wohnen als Druckmittel

    Warum ist das alles so? Weil Immobilienbesitz die faulste Art ist, Geld zu verdienen. Man befriedigt ein Grundbedürfnis – ein Dach über dem Kopf –, für das Menschen fast alles tun würden. Man muss kein Marketing betreiben, man muss das Produkt nicht verbessern. Immobilienbesitzer sitzt einfach da, lassen die Hausverwaltung die Schmutzarbeit machen und erhöhen die Miete, weil der Knopf im Aufzug jetzt neuerdings leuchtet.

    Das Schlimmste ist: Es ist politisch gewollt. Wohnraum darf nicht zu günstig sein, denn wenn das Leben billig wäre, hätten die Menschen keinen Drang mehr, in Jobs zu schuften, die sie eigentlich hassen. Die Immobilienpreise sind das Benzin im Motor des Kapitalismus, der uns alle zum Arbeiten zwingt, nur um uns einen Rückzugsort leisten zu können.

    Die Lösung: Enteignung als Kinderschutz?

    Ich sage es, wie es ist: Wir müssen den Privatgrund abschaffen. Wir müssen enteignen. Und bevor die „Häuslbauer“ jetzt aufschreien: Denkt doch an die Kinder! Großgrundbesitzer scheffeln Millionen, beeinflussen die Politik und laden zweifelhafte Gäste auf karibische Inseln ein. Wenn wir den Grundbesitz in die öffentliche Hand nehmen, schützen wir unsere Gesellschaft vor dieser Machtkonzentration.

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    Wenn du mich unte...

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    21 m
  • Kulturtechnik Alkohol: Warum wir unsere Probleme lieber ersaufen als lösen
    Feb 5 2026

    In dieser Folge räume ich mit einem grundlegenden Missverständnis auf. Bisher habe ich diesen Podcast immer mit den klassischen Late-Night-Shows aus dem Fernsehen verglichen. Doch das weckt vielleicht falsche Hoffnungen auf Glanz, Glamour und eine gut gelaunte Band im Hintergrund.

    In Wirklich ist dieser Podcast aber mehr wie eine Bar. Die früher einmal schick war, mit dunklem Holz und großen schweren Ledersesseln, aber jetzt nur noch eine Absteige ist, für Schnapsleichen, die noch einen Absacker, vor dem nachhause gehen brauchen.

    In dieser Bar sitze ich am Barhocker neben dir und monologisiere dich ungefragt zu. Und du bist zu höflich und bleibst sitzen.

    Zwischen Whisky-Bar und Gosse: Das wahre Gesicht der Show

    Das Paradoxe daran: Ich selbst trinke gar nichts mehr. Seit über eineinhalb Jahren bin ich abstinent, angefangen hat es nach einer Reha wegen meines Herzens. Jetzt ist es eine Gewohnheit.

    Ich vermisse nicht den Alkohol – ich vermisse den Spaß am Leben, den man scheinbar nur im Rausch hat. Während ich allein in meiner Kammer monologisiere, ist der Rest der Welt da draußen unterwegs, hat den „besten Sex“ mit Fremden und wacht am nächsten Tag mit einem halb gegessenem und halb verdautem Kebab im BEtt auf.

    Der gesellschaftlich anerkannte Alkoholmissbrauch als Kulturtechnik

    Ohne Alkohol ist man in unserer Gesellschaft schnell der Aussätzige. Bei Familienfeiern bin ich das Problem, weil ich nicht schon vor dem Mittagessen drei Gläser Wein kippe.

    Wir verteidigen unseren Alkoholkonsum als „Kulturtechnik“, dabei ist er oft nur ein Werkzeug, um nicht über die eigentlichen Probleme reden zu müssen. Wir ersaufen unsere Sorgen, weil wir es uns schlicht nicht leisten können, zu erkennen, wie sehr wir eigentlich im Arsch sind. Das System wird uns nicht retten, also betäuben wir uns lieber. Es ist die ultimative Lösung: Wenn man lang genug trinkt, verschwinden die Probleme zwar nicht, aber man stumpft so weit ab, bis man sie nicht mehr sieht. Wenn man Glück hat, trinkt der Alkohol einen direkt ins Grab – das ist dann die endgültige Problemlösung.

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    14 m
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