Der Soundtrack meines Lebens Podcast Por VISIONS arte de portada

Der Soundtrack meines Lebens

Der Soundtrack meines Lebens

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VISIONS-Redakteur Jan Schwarzkamp nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch das musikalische Leben seiner Gäste. Die fällt mal nerdig, mal erhellend und immer persönlich aus. Ein Austausch zu Popkultur im Allgemeinen und ein Blick auf das Leben unserer Gäste durch die Linse der Musik im Speziellen.

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VISIONS / VISIONS Verlag GmbH
Ciencias Sociales Música
Episodios
  • Jehnny Beth
    Apr 8 2026

    Am Vorabend ist sie noch, auf Tour mit ihrem zweiten Soloalbum “You Heartbreaker, You”, auf der Bühne der Berghain Kantine zu sehen. Mit kurzem Rock und streng gegelten Haaren, ganz nah am oder gleich im Publikum. Sie und ihre Band spielen unter anderem ein Hardcore-eskes Cover von Björks “Army Of Me”.

    Elf Stunden später sitzt Jehnny Beth, die eigentlich Camille Berthomier heißt, bei Gastgeber Jan Schwarzkamp auf dem Wohnzimmersessel.

    Sie kommt an Heiligabend 1984 in Poitier zur Welt und wächst dort auf. Ihre Eltern sind Theaterregisseure, weshalb sie früh in Kontakt mit der Schauspielerei kommt, aber auch mit Jazz und klassischer Musik.

    Also singt die kleine Camille bald Chet Baker und hat irgendwann sogar eine Jazz-Girl-Band.

    Den größten Einfluss hat aber Nicolas Congé auf sie. Der ist Musiker und hat einen guten Geschmack. Mit ihm zieht sie, 22-jährig, nach London.

    Sie wird Jehnny Beth, er wird Johnny Hostile. Zusammen haben sie das Duo John & Jehn. Er produziert auch Savages, die Post-Punk-Band, in der Beth ab 2011 singt und mit der sie ihren internationalen Durchbruch feiert.

    Auch nach ihrem Alleingang und der Rückkehr nach Frankreich bleibt Hostile der treue Kreativpartner an Beths Seite.

    Die hat sich längst auch als Schauspielerin etabliert, als sexpositive, bisexuelle Feministin, die gern gesehener Gast ist auf Platten von Künstlern wie Trentemöller, Tindersticks, Gorillaz und Idles. Mit Bobby Gillespie von Primal Scream veröffentlicht sie 2021 gar ein komplettes Duett-Album.

    Quasi nebenbei moderiert sie für den deutsch-französischen Sender Arte die Sendung “Echoes”. In der spielen vornehmlich Indiebands und Künstler:innen Live-Shows, drumherum lädt Beth zum Interview.

    Außerdem hat sie über 132 Episoden lang eine Radiosendung für den Streaming-Dienst von Apple, “nur, damit ich alle meine Helden treffen kann.” Darunter: Geoff Barrow, Mike D, Peaches, Mike Patton, Henry Rollins…

    Im Gespräch zu “Der Soundtrack meines Lebens” erfahren wir unter anderem, dass Steve Albinis Band Shellac daran schuld sind, dass sie mit ca. 13 den Bass in die Hand nimmt. Und dass ein Freund ihr ab etwa dem zehnten Lebensjahr Bands und Künstler wie Pixies, Iggy Pop und Joy Division nahebringt.

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    1 h y 15 m
  • Sabin Tambrea
    Mar 25 2026

    Sabin Tambrea, der Mann mit dem ungewohnten Namen und der prägnanten wie filigranen Erscheinung, wird im November 1984 im rumänischen Tîrgu Mureș geboren. Sein Vater, ein Orchestermusiker, setzt sich auf einer Konzertreise 1986 nach Frankreich ab, er will nicht länger unter der Regentschaft des rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu leben.

    Erst ein gutes Jahr später gibt es für Sabin Tambrea eine Familienzusammenführung, als er mit der Mutter und seiner älteren Schwester nach Deutschland umzieht. Sie leben erst in Marl, dann in Hagen. Dort wächst Tambrea auf.

    Seine Eltern sind Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Stadt und auch der Dortmunder Philharmoniker. Entsprechend musikalisch wird Tambrea erzogen.

    Er spielt früh Violine, studiert Bratsche, Klavier, das Dirigieren, singt im Kinderchor, mischt bei “Jugend musiziert” mit. Da macht er an der Violine gleich sechs Mal den ersten Platz.

    Mit 18 entscheidet er sich um. Er will gerne Schauspieler werden. 2006 wird er an der Hochschule für Schauspiel Ernst Busch in Berlin aufgenommen. Vier Jahre studiert er dort. Schon in Hagen hatte er am Theater seinen Einstand gegeben, in Berlin macht er nahtlos weiter.

    Parallel beginnt er ab Ende der 00er Jahre in Film- und TV-Produktionen zu spielen. Er ist zu sehen in der “Ku’damm”-Chronologie, taucht in “Babylon Berlin” und dem “Tatort” auf und räumt gleich mehrere Preise für seine Verkörperung von König Ludwig II ab.

    Aktuell ist Tambrea als Vampir Quito in der zweiten Staffel der Mystery-Thriller-Serie “Oderbruch” zu sehen. Die Folgen sind seit dem 20. Februar auch in der ARD-Mediathek verfügbar.

    Irgendwie hat es Tambrea geschafft, obendrein noch zwei Romane zu veröffentlichen: 2021 “Nachtleben” und 2024 das biografische “Vaterländer”, in dem er die Geschichte seiner rumänisch-ungarischen Familie aufarbeitet.

    Er ist überzeugter Antifaschist und offener Atheist, lebt in Berlin und ist seit 2018 mit der Schauspielkollegin Alice Dwyer verheiratet. 2024 wurden die beiden Eltern.

    Im Gespräch berichtet Tambrea einfühlsam davon, wie viel Zeit er als Kind an seinem Instrument investieren musste, wie es bei “Jugend musiziert” so abläuft, warum er irgendwann die Option, Dirigent zu werden in Erwägung gezogen hat, und warum dann doch alles anders kam.

    Und anstatt sich nur von Gastgeber Jan Schwarzkamp portraitieren zu lassen, hat Tambrea den Spieß umgedreht und seinen Interviewpartner vor der CD-Wand in Schwarz/Weiß verewigt.

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    1 h y 54 m
  • Bent Saether
    Mar 11 2026

    Ein alter Bekannter aus dem VISIONS-Kosmos ist zu Gast in “Der Soundtrack meines Lebens”: Bassist und Sänger Bent Saether, Co-Gründer von Motorpsycho aus Trondheim.

    Im Februar 2001, auf dem Cover von VISIONS #91 grinst Bent Saether schief in die Kamera. Es ist das erste Mal und bis heute einzige Mal, dass Motorpsycho auf dem Titel sind. Dabei prägen sie das Heftgeschehen seit den frühen 90ern. Die unfassbar variable wie produktive Band aus dem norwegischen Trondheim und VISIONS war immer eng miteinander verbunden.

    Naheliegend also, Saether für ein ausführliches Gespräch zum Podcast “Der Soundtrack meines Lebens” einzuladen.

    Saether kommt im Februar 1969 in Oslo zu Welt und wächst zunächst im Osloer Stadtteil Ammerud auf, bevor er mit seiner Familie in die ländlichen Ortschaften Ski und mit zehn Jahren auf einen Bauernhof in Snåsa zieht.

    Auf die weiterführende Schule geht er in Steinkjer, um fürs Studium an die Technisch-Naturwissenschaftliche Universität nach Trondheim zu ziehen. Er belegt Englisch und Sozialanthropologie.

    Zu diesem Zeitpunkt ist er längst Musiker. Mit 20 Jahren gründet Saether die Band Motorpsycho mit Gitarrist und Sänger Hans Magnus Ryan und Schlagzeuger Kjell Runar Jenssen. Saether singt ebenfalls, spielt vornehmlich Bass und schreibt Songs am Fließband.

    In den vergangenen 37 Jahren haben nur die Schlagzeuger und kreativen Kooperationspartner mehrmals gewechselt, im Kern sind Motorpsycho Saether und Ryan.

    Wie die beiden sich kennengelernt haben, davon berichtet Saether im Gespräch mit Host Jan Schwarzkamp. Seitdem die beiden in kreativer Ehe leben, kennt das musikalische Universum von Motorpsycho keine Grenzen. Was ursprünglich irgendwo zwischen Grunge, Metal und Noise begonnen hat, passt längst in keine Schublade mehr.

    Seit ihrer Gründung vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht wenigstens ein Tonträger erscheint. Auf ihren, Stand jetzt, 29 Alben, vier Album-Kooperationen, sieben Live-Alben, 24 EPs und diversen Singles und mehreren Compilations haben Motorpsycho sich an vielem erfolgreich ausprobiert: Jazz, Country, Westcoast-Pop, Folk, Indierock, Psychedelic, Post-Rock, Prog, Punk, Avantgarde und unzählige Cover-Versionen.

    Und für den 27. März haben sie mit "The Gaia II Space Corps" bereits das nächste Album angekündigt.

    In ihrer Heimat sind sie mit ihrem Œuvre, wenn nicht zu Stars, so doch zu musikalischen Nationalhelden geworden, ausgezeichnet mit Preisen und oberen Charts-Platzierungen, europaweit haben sie sich eine treue Anhängerschaft erspielt mit Fans, die ergeben und bisweilen verzweifelt versuchen, alle Tonträger der Band zusammenzutragen.

    Nebenbei ist Saether auf den ersten drei Alben der Heavy-Rock-Band Spidergawd und auf diversen Platten der Americana-Band Sugarfoot zu hören, außerdem arbeitet er gelegentlich als Produzent anderer norwegischer Bands.

    Er lebt mit seiner Familie in Trondheim.


    Auf Tour zum 2025er Album "Motorpsycho" haben wir Saether in den Backstage-Katakomben des Berliner Columbiatheaters getroffen, wo er ausschweifend, sympathisch und nerdig-fundiert seine musikalische Sozialisation aufarbeitet, immer auch mit Verweis darauf, in welcher Phase Motorpsycho sich von was haben inspirieren lassen.

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    1 h y 43 m
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