Episodios

  • Neues aus Berlin und Brüssel: Wohin fährt der Data Omnibus?
    Apr 6 2026
    Folge 40 des Data Navigator Podcast ist eine Sonderfolge ohne Gast: Hubertus von Roenne und Martin Schirmbacher ordnen die aktuellen regulatorischen Entwicklungen rund um den Data Act ein. Es gibt Neues aus Berlin und aus Brüssel. Teil 1: Das Data-Act-Durchführungsgesetz Wir beginnen mit dem Blick nach Berlin: Das Durchführungsgesetz zum Data Act hat dann jetzt doch überraschend schnell den Bundestag passiert. Wir erklären, warum es überhaupt ein nationales Begleitgesetz braucht und was die beiden Schwerpunkte sind: die Zuständigkeit der Bundesnetzagentur als zentrale Aufsichtsbehörde und die Ausgestaltung der Bußgelder. Dabei schauen wir auf die vier Bußgeldstufen – von fünfzigtausend bis fünf Millionen Euro – und erklären, warum die hohen Beträge nur für Gatekeeper nach DSA und DMA relevant sind. Besonders diskutieren wir die überraschende Herausnahme von Art. 4 Abs. 13 Data Act aus dem Bußgeldkatalog – einer Kernvorschrift, die regelt, unter welchen Voraussetzungen Hersteller IoT-Daten ihrer Kunden weiternutzen dürfen. Wir erörtern, ob das mit der europarechtlichen Pflicht zu wirksamen Sanktionen vereinbar ist und was die Bundesnetzagentur alternativ an Durchsetzungsinstrumenten hat – insbesondere Anordnungen und Zwangsgelder. Teil 2: Der Digitale Omnibus Im Hauptteil widmen wir uns dem Digitalen Omnibus der EU-Kommission. Wir erläutern die Hintergründe: den Draghi-Bericht, den Druck der Mitgliedstaaten und das Versprechen der Kommission, die europäische Digitalregulierung zu vereinfachen. Kern des Vorhabens ist die Konsolidierung von Data Act, Data Governance Act und Open Data Directive in einem einzigen Datengesetz – dem Data Act. Wir analysieren die wesentlichen Stoßrichtungen des Omnibus: Widersprüche zwischen bestehenden Gesetzen beseitigen, Definitionen schärfen, Ausnahmen für KMUs erweitern und die Überschneidungen zwischen Datennutzung und DSGVO klarer adressieren. Anschließend schauen wir auf die Konsultationsphase und die rund 170 eingegangenen Stellungnahmen. Auf Herstellerseite reichen die Forderungen von einer Ausnahme für B2B-Daten über die Beschränkung auf reinen Lesezugang bis zur sektoralen Herausnahme etwa von Batteriedaten. Wir ordnen ein, warum viele dieser Extrempositionen keine Chance haben werden. Auf Nutzerseite registrieren wir einen erfreulichen Trend: Mehr Nutzer melden sich zu Wort, liefern konkrete Use Cases – etwa aus dem ÖPNV – und fordern die Einbeziehung historischer Daten aus der Zeit vor dem 12. September 2025. Wir diskutieren, warum diese Altdaten für Predictive Maintenance und für die Bewertung und Finanzierung von Bestandsanlagen essentiell sein können. Zum Abschluss werfen wir einen Blick auf den weiteren Zeitplan, die zu erwartenden Trilogverhandlungen und die beteiligten Akteure – von Axel Voss über die irische Council-Präsidentschaft bis zur DG Connect. Außerdem geben wir konkrete Tipps: Jetzt mit Herstellern und Nutzern in den Dialog treten, die Bundesnetzagentur im Blick behalten und auf sektorale Standardisierungsinitiativen achten.
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    52 m
  • Data Act und Windenergie aus Verbandssicht
    Mar 23 2026
    Thema von Folge 39 des Data Navigator Podcast ist - mal wieder - die Bedeutung des Data Act für die Windenergie. Unser Gast ist Stefan Grothe, Fachreferent Technik beim Bundesverband Windenergie (BWE), dem mit über 17.000 Mitgliedern größten Verband im Bereich der erneuerbaren Energien. Wir starten mit einem Überblick über das Windenergie-Ökosystem: Wer sind die typischen Beteiligten – von Betreibern und Betriebsführern über Hersteller und freie Serviceanbieter bis hin zu Direktvermarktern und Netzbetreibern? Stefan Grothe erklärt, warum die Betreiberstruktur in Deutschland besonders heterogen ist – von der Bürgerenergiegesellschaft bis zum großen Energieversorger. Ein Schwerpunkt liegt auf den Daten, die an Windenergieanlagen anfallen: Leistungsdaten, Wetterdaten, Temperatur, Schwingungsüberwachung und Spannungsdaten – üblicherweise als Zehn-Minuten-SCADA-Daten . Besonders spannend: Der Datenfluss ist bidirektional – Netzbetreiber und Direktvermarkter können Anlagen auch aktiv steuern, etwa bei Netzengpässen oder negativen Strompreisen. Wir diskutieren, welche neuen Möglichkeiten der Data Act eröffnet: höher aufgelöste Daten für besseres Condition Monitoring, präzisere Vorhersagen zur Lebensdauer von Großkomponenten und neue Geschäftsmodelle rund um Predictive Maintenance. Dabei spielen auch Subsysteme eine wichtige Rolle – etwa Condition-Monitoring-Systeme an Getriebe, Lagern und Rotorblättern, deren Daten bisher oft beim Hersteller oder Dienstleister verbleiben. Beim Thema Geschäftsgeheimnisse und IP-Schutz zeigt sich Stefan Grothe differenziert: Reverse Engineering über Datenanalysen sei grundsätzlich denkbar, aber in der Praxis erst nach langer Betriebszeit relevant, wenn unabhängiger Service überhaupt möglich wird. Deutlich wird auch, dass die Kenntnis über den Data Act in der Branche noch lückenhaft ist. Zum Abschluss wirft Stefan Grothe einen Blick auf wirtschaftliche Treiber: Sinkende Haftungscaps in Wartungsverträgen, steigende Anforderungen an Stromgestehungskosten und die zunehmende Bedeutung besserer Datenanalysen für Versicherer und Finanzierer machen den Data Act für die Branche strategisch relevant.
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    47 m
  • Data Act aus Sicht eines Maschinenherstellers
    Mar 9 2026
    Thema von Folge 38 des Data Navigator Podcast ist die Bedeutung von Daten in der modernen Landwirtschaft – und was der Data Act konkret für Landmaschinenhersteller und Landwirte bedeutet. Unser Gast ist Georg Larscheid, Vice President Global Digital Business bei Claas, einem der weltweit führenden Landtechnikhersteller. Wir schauen darauf, welche Daten auf modernen Landmaschinen entstehen - von Maschinendaten über Prozess- und Produktionsdaten bis hin zu agronomischen Daten wie Ertrags- oder Proteinkarten. Georg Larscheid gibt dabei einen Einblick, wie über 100 Sensoren auf einer modernen Maschine arbeiten und welche davon tatsächlich für nachgelagerte Analytik und Entscheidungsunterstützung genutzt werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wer welche Daten braucht und welchen Mehrwert daraus zieht: Hersteller nutzen Maschinendaten zur Weiterentwicklung ihrer Produkte, Landwirte profitieren von Prozess- und agronomischen Daten zur Optimierung ihrer Betriebsführung – von der standortspezifischen Düngung bis zur gezielten Pflanzenschutzapplikation. Die Sicht des Herstellers: Landwirte wollen keine Rohdaten, sondern Lösungen und Entscheidungshilfen. Im zweiten Teil sprechen wir über die zentralen Spannungsfelder beim Datenteilen. Georg Larscheid erklärt anschaulich, warum der Schutz von Geschäftsgeheimnissen und geistigem Eigentum für Hersteller wie Claas essentiell ist: Über den Zugang zu Regeldaten automatisierter Systeme sei ein Reverse Engineering von Algorithmen möglich. Daneben diskutieren wir das Spannungsfeld zwischen Innovation und Standardisierung: Interoperabilität ist für Landwirte unverzichtbar, doch Standardisierung hinkt der Innovation naturgemäß hinterher. Zum Abschluss berichtet Georg Larscheid, wie Claas den Data Act konkret umgesetzt hat – von der internen Klassifizierung sensibler und nicht-sensibler Daten über die Zusammenarbeit zwischen Rechtsabteilung und Entwicklerteams bis hin zur Liveschaltung einer Datenexport-Schnittstelle im Kundenportal. Seine ehrliche Bilanz: Die Nutzung der Exportfunktion durch Landwirte ist bisher noch sehr verhalten. Sein Wunsch an die Weiterentwicklung des Data Act: mehr Klarheit beim IP-Schutz und eine stärkere Berücksichtigung der Wertschöpfungskette. Daten seien ein Betriebsmittel, das selbst einen Wert hat.
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    52 m
  • Was macht die Bundesnetzagentur mit dem Data Act?
    Feb 23 2026
    Thema von Folge 37 des Data Navigator Podcast ist die Bundesnetzagentur als künftige Aufsichtsbehörde für den Data Act. Unser Gast ist Andrea Sanders-Winter, Leiterin der Digitalabteilung bei der BNetzA. Wir sprechen darüber, warum gerade die Bundesnetzagentur die geeignete Behörde für die Durchsetzung des Data Act ist – und welche Erfahrungen sie aus über fünf Jahren Digitalregulierung mitbringt, von Netzneutralität und Geoblocking über elektronische Vertrauensdienste bis hin zur KI-Verordnung. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Stand des nationalen Gesetzgebungsverfahrens: Wie weit ist das Durchführungsgesetz, welche Rolle spielen die BfDI und sektorale Fachbehörden – und wie realistisch ist die geplante Personalausstattung? Außerdem ordnen wir die Diskussion um die Bußgeldhöhe ein und erfahren, wie die Bundesnetzagentur ihre Durchsetzungsstrategie zwischen Unterstützung, Verwaltungsverfahren und Sanktionen ausbalancieren will. Im zweiten Teil geht es um die konkreten Vorbereitungen der Bundesnetzagentur: Aufbau von IT-Systemen für Beschwerdeverfahren, ein umfangreiches Informationsangebot auf der Website, FAQ-Formate und geplante Veranstaltungsreihen für Unternehmen und Verbände. Andrea Sanders-Winter erläutert, wie die Abstimmung mit der EU-Kommission und den europäischen Competent Authorities funktioniert und warum eine konsistente Auslegung über Ländergrenzen hinweg entscheidend ist. Zum Abschluss blicken wir auf die Marktreaktionen: Welche Fragen stellen Unternehmen bereits, wo liegen die größten Unsicherheiten – etwa beim Schutz von Geschäftsgeheimnissen oder den Auswirkungen des Digitalen Omnibus – und was wünscht sich die Bundesnetzagentur von den Unternehmen? Die klare Botschaft: Informiert euch, erkennt die Chancen des Data Act und nutzt die Unterstützungsangebote der Behörde.
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    50 m
  • Standardisierung für den Datenaustausch
    Feb 9 2026
    Thema von Folge 36 des Data Navigator Podcast ist Standardisierung für den Austausch von Daten. Wir sprechen mit Benjamin Helfritz, Leiter der Stabsstelle Digitale Ökosysteme beim DIN. Am Beispiel des Digitalen Produktpass (DPP) erklärt Benjamin, worauf es bei Standards und Normung für eine Digitalisierung mit Daten ankommt. Wir sprechen über die Entstehung und Funktionsweise von Normen und Standards und den zentralen Organisationen für solche Standards. Dabei geht es auch um die Rolle des DIN, von Cen/CENELEC auf europäischer Ebene und ISO. Außerdem erörtern wir die Frage, warum Standards eine notwendige Voraussetzung für funktionierende Datenmärkte sind und nicht nur „Nice-to-have“? In der Episode arbeiten wir auch heraus, inwieweit sich der Digitale Produktpass auch für die Zurverfügungstellung von Daten nach dem Data Act eignet.
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    1 h
  • Data Act im Öffentlichen Nahverkehr
    Jan 26 2026
    Thema von Folge 35 des Data Navigator Podcast ist die Rolle des Data Act für den öffentlichen Nahverkehr. Gast in der ersten Folge 2026 ist Kilian Spuck, Head of Digital Law, IT-Vergaberecht, Datenschutzrecht & Energierecht bei der Berliner BVG. Wir schauen darauf, welche Daten bei den Berliner Verkehrsbetrieben heute schon entstehen, welche davon besonders kritisch oder wertvoll sind, wer sie erzeugt und wer sie wie nutzt. Ein Schwerpunkt liegt auf Datenzugang und Abhängigkeiten in komplexen Systemen: Wie kommt die BVG an Maschinendaten, was erhebt sie selbst – und wie transparent ist eigentlich, wer welche Daten bekommt? Dazu besprechen wir, ob und wie Daten zentral ausgewertet werden und welche konkreten Schlüsse sich daraus für Betrieb, Planung und Service ableiten lassen. Im zweiten Teil ordnen wir den EU Data Act aus Nutzerperspektive ein: erste Reaktionen, Erfahrungen im Umgang mit Herstellern und die Bedeutung für den Verkehrssektor insgesamt. Aus unserem Data Navigator Forum greifen wir zentrale Punkte auf – fairer Zugang zu Maschinendaten, Datennutzung als Innovationstreiber sowie mögliche Rollen von Drittanbietern – und beleuchten typische Herstellerbedenken (z.B. Geschäftsgeheimnisse, personenbezogene Daten). Zum Abschluss geht es um Umsetzung und Praxis: Stand im Sektor, größte Hürden, Unterstützungsbedarf und Erwartungen an Politik, Behörden und Verbände. Kilian gibt außerdem konkrete Empfehlungen für andere ÖPNV-Unternehmen – und wir werfen einen Blick nach vorn: Welche Veränderungen könnte der Data Act bei der Datennutzung auslösen, und was wäre in den nächsten Jahren wünschenswert?
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    53 m
  • Der Data Act aus Sicht eines Landwirts
    Dec 15 2025
    Episode 34 des Data Navigator Podcast zeigt die Sicht eines Nutzers. Bei uns ist Dag Frerichs, Landwirt beim Osterhof an der dänischen Grenze, kurz vor Sylt. Es geht um die Digitalisierung der Landwirtschaft und die Erhebung von Daten bei der Nutzung von Landmaschinen. Wir sprechen über die Rolle der Digitalisierung auf dem Osterhof und anderen landwirtschaftlichen Betrieben. Um welche Daten geht es überhaupt und wie fallen diese Daten an. Welche Daten sind wirklich wichtig und wer nutzt diese? Anschließend geht es um die Abhängigkeiten von Maschinenherstellern einerseits und Softwareanbietern andererseits. Wie transparent ist die Datenerhebung und -verwendung eigentlich? Natürlich reden wir über die Chancen, die der EU Data Act bietet. Was sind hier die konkreten Erfahrungen mit Herstellern aus Deutschland und Übersee? Wir werten auch noch einmal das Data Navigator Forum aus, an dem Dag teilgenommen hat. Schließlich schauen wir auf die größten praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung und die Erwartungen der Agrarbauern an Politik, Behörden, die DLG und Verbände. Wie sieht Dag Unterstützungsbedarf und welche konkreten Erwartungen gibt es an die verschiedenen Stakeholder?
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    52 m
  • Blitz-Recap: Data Navigator Forum
    Dec 1 2025
    Am 28. November 2025 fand das 1. Data Navigator Forum in Berlin statt. Unmittelbar im Anschluss haben sich Hubertus von Roenne und Martin Schirmbacher hingestellt und den Tag Revue passieren lassen. Ein bunter und sehr konstruktiver Tag mit konkreten Ergebnissen, über deren erste Eindrücke wir in Episode 33 des Data Navigator Podast berichten. Wir gehen ein bisschen durch den Tag und besprechen die Erkenntnisse aus den Impulsen von Damian Boeselager (MdEP), Staatssekretärin Prof. Luise Hölscher (BMDS) und Diana Harlinghausen (Bundesnetzagentur). Es geht um Sinn und Zweck des Data Act, um das Durchführungsgesetz zum Data Act und die Regelungen zu Zuständigkeiten, Personalbedarf und darum, wie sich die Bundesnetzagentur für die zukünftigen Aufgaben rüstet. Danach haben wir uns in drei parallelen Workshops (Erneuerbare Energien, Public Mobility, Landwirtschaft) den wirklichen Fragen bei der Umsetzung des des Data Act gewidmet: Welche Daten sind wirklich relevant? Wo bestehen welche Spannungsfelder? Welche Vorschläge und Ideen gibt es zum weiteren Vorgehen? Anschließend haben wir die Ergebnisse zusammen getragen und ausgewertet. Am Schluss blickten wir dann auf Lösungsansätze aus der Praxis: Merle Uhl vom DIN sprach über Standardisierung, Matthias Niebuhr über die von ihm mitgedrafteteten MCT und SCC, Hubertus von Roenne über organisierte Austauschformate und ich über Rechtsschutzmöglichkeiten.
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    54 m