D-RR307 Rheinsberg & das Bilderbuch für Verliebte Podcast Por  arte de portada

D-RR307 Rheinsberg & das Bilderbuch für Verliebte

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Nach der Sommerfrische, dem Prinzen Heinrich und der Rheinsberger Kultur, geht es heute literarisch zu, auf den Spuren von Kurt Tucholsky im Bilderbuch für Verliebte. “Das ganze Glück ihrer großen Liebe” (Kurt Tucholsky) Der subjektive Einstieg Manchmal wird man von Büchern eingeholt und wirft einen voll aus der Realität des Lebens. Ein kleines Büchlein von Kurt Tucholsky hatte das vor etwa zwei Jahren geschafft, als ich die Geschichte mal wieder in die Hand nahm. Ein wenig glücksschwebend angesichts des Wiederlesens mit Claire und Wölfchen beschloss ich. Da wo die glücklich waren, da will auch ich mal hin. Philosophie auch in der Musikkunst Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Gefühl, Freiheit, Liebe – das alles soll Rheinsberg sein? Besuche ich etwa einen Glücksort und schwelge in Leichtigkeit? Gedacht und getan: Im letzten Herbst. Dass daraus im November ein Spätsommer werden würde, war noch nicht klar. Das Wetter jedenfalls tat sein Bestes, um Städtchen und Literatur ins beste Licht zu setzen. Der Literat Kurt Tucholsky betrat 1912 mit Rheinsberg nicht nur die literarische Bühne, er veröffentlichte damit auch seinen ersten Bestseller. Die reale Geschichte? – Else Weil auf einem Infoschild in Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Ein Jahr davor (oder war es schon 1910?) verbrachte er mit seiner damaligen Verlobten Else Weil ein ähnliches Wochenende – in Rheinsberg. Oder war es genau dieses Wochenende von Wölfchen alias Kurt und Else alias Claire? Else Weil jedenfalls wurde Kurt Tucholskys erste Frau. Die Story Romantik a la Rheinsberg: Obelisk, Postsäule am Triangelplatz – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Die Figuren verschwimmen mit der Realität. Kurt Tucholsky und Else Weil waren um 1910 da. Ihre Alter-Egos Wolfgang und Claire traten erst mit der Veröffentlichung des Buchs im Jahr 1912 auf den Plan. Diese Vermischung hört man des Öfteren auch in den Originaltönen aus Rheinsberg. Die Charaktere geraten immer öfter durcheinander. Aber ohne Kurt kein Wölfchen und Clairchen und ohne Else auch keine Reise mit Kurt. Die beiden Geschichten könnten identisch sein und spiegeln großes Glück. Glück des Moments. Glück des Lebens? Der touristische Influencer? Das wollte ich auch herausfinden. Einige Facts deuten darauf hin. Die Sommerfrische hatte um die Wende zum 20. Jahrhundert dazu geführt, dass immer mehr Berliner begannen das Umland zu entdecken. Tucholsky Porträt im Museum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Er hatte es zwar nicht beabsichtigt, aber das Büchlein sorgte im Jahr nach dem Erscheinen für einen regelrechten Rheinsberg-Boom. Es soll Sonderzüge gegeben haben, die bis zu 6.000 Menschen an einem Wochenende nach Rheinsberg und an die brandenburgischen Seen brachten. Das schafft heute allenfalls „Lonely Planet“. War Rheinsberg der „Overtourism-Sündenfall“? Wenn ja, hat es das damals 2.000 Einwohner zählende Städtchen wohl verkraftet. Merkpunkt: Die Bahn konnte und könnte sehr viel bewirken in Sachen Tourismus. Damals wurden auch kleine Orte an die Schiene angeschlossen, Mobilität ermöglicht. Das ist heute weitgehend Historie. Glücklicherweise gibt es den Bahnhof Rheinsberg und Verbindungen nach Berlin bis heute. Nur: Wie gehen Touristen heute mit Rheinsberg, Tucholsky und der kleinen wie großen Geschichte um? Den Kernsatz dazu hört Ihr im Podcast von Stadtführerin Jeanette Lehmann. Das Museum Kurt Tucholsky Museum: Dauerausstellung – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Kurt Tucholsky: Den Journalisten, Satiriker, Autoren und Menschen besser kennenlernen. Wer das möchte ist hier an der richtigen Stelle. Es ist ein kleines, aber sehr feines Museum, das sich zudem (auch im Tucholsky Sinne) um schreibende und bildende Künstler:innen mit diversen Veranstaltungen kümmert. Ich bin mit, dem noch relativ neuen Museumleiter, Peter Graf durch die Dauerausstellung gegangen, habe das kleine Büchlein, die Erstausgabe von „Rheinsberg“ gesehen, Tucholskys Schaffen kennengelernt und bin dem Menschen Kurt T. und seinem Schicksal begegnet. Das rührt an. Die Erstausgabe: Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Es ist sicher kein „Claire und Wölfchen Museum“; so wie Tucholsky auch nicht auf den Autoren des Bilderbuchs für Verliebte zu reduzieren ist. Wer nach Rheinsberg kommt, sollte das Kurt Tucholsky Museum im Schloss aber zur Pflichtstation machen. Es lohnt sich. Es gibt ein Kombiticket. Damit kann man die Schlossführung mitmachen und danach auch das Museum besuchen. Machen! Das Schild Die öffentliche Liebeserklärung an das „Bilderbuch für Verliebte“ findet man in der Straße und Anlage „Am Markt“, gleich gegenüber von Ratskeller und Triangelplatz. Liebeserklärung an eine Stadt – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Tucholsky hat den Text nicht verfasst. Niemand weiß so ...
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