Episodios

  • #267: Logistik und Militär: Die große Chance der Transformation der Bundeswehrlogistik (Generalmajor Jochen Deuer)
    Dec 4 2025
    Generalmajor Jochen Deuer, der Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr, führt ein Gespräch mit unserem Host Boris Felgendreher über die große Chance der Transformation der Bundeswehrlogistik. Unter anderem geht es dabei um folgende Themen: • Bedeutungszuwachs der Militärlogistik – Logistik wurde schon vor der Zeitenwende wichtiger, durch größere Materialmengen noch stärker. – Rückblick auf 2014 (Krim) als eigentlicher Beginn des Umdenkens. – 2022 als Beschleuniger: mehr Aufmerksamkeit, mehr Mittel, stärkere öffentliche Debatte. • Aufgaben des Logistikkommandos – Dreistufiges logistisches System: Deutschland → Verlegeweg → Einsatzgebiet. – Verantwortung für Depots, Materialfluss, Folgeversorgung, Ausbildung (Logistikschule) und Kraftfahrwesen (Y-Kennzeichen). – Logistikschule: Ausbildung von Logistikern, auch mit Simulation/VR-Technik. • Rolle der Logistik im modernen Militär – Logistik begrenzt militärische Operationen – Ressourcen bestimmen, was möglich ist. – Unterschiede zwischen Auslandseinsätzen und Landes-/Bündnisverteidigung: v. a. Mengen steigen massiv. – Beispiel: Eine Division kann pro Tag rund 1.000 Tonnen Munition benötigen. • Kombination militärischer und ziviler Kräfte – 17.000 Personen im Logistikkommando (inkl. 4.500 Zivilbeschäftigten). – Militär alleine wird Anforderungen nicht stemmen können. – Industrie bleibt unverzichtbar – in Deutschland, unterwegs (Coupling Bridge) und im Einsatzland. • Übungen & Vorbereitung auf den Ernstfall – Grundbetrieb trainiert das „blaue“ logistische Kerngeschäft; Übungen simulieren den Ernstfall. – Großübung „Wave Blue“ in Litauen mit vollständigem Durchspielen aller Übergabepunkte. • Aktueller Stand zivile–militärische Zusammenarbeit – 90 % der Transporte im Grundbetrieb laufen über zivile Logistikunternehmen. – Enge Zusammenarbeit mit Inhouse-Gesellschaften (HIL, BW Fuhrparkservice). – Funktionierende Routinen im Schwerlasttransport und Tagesgeschäft. • Zentrale Herausforderungen & Ausbau-Bedarf – Wertehaltende Lagerung: deutlich mehr Material, Notwendigkeit professioneller externer Lagerkapazitäten. – Transportkapazitäten: Deutschland als logistische Drehscheibe benötigt massiven Kapazitätsausbau. – Rast- und Sammelräume als neues Element (z. B. Vertrag mit Rheinmetall). – Große Infrastrukturbedarfe in Deutschland (z. B. Häfen wie Bremerhaven). • Digitalisierung & Innovation – SAP-basierte Steuerung, Umstieg auf S4/HANA geplant. – Softwarelösungen wie JADET oder DART BW für Planung und Erkundung. – Interesse an bodengebundenen, autonom fahrenden Logistikdrohnen. – Smart Warehousing und Automatisierung gewinnen an Bedeutung; Beispiel: automatisiertes Ersatzteillager mit Hensoldt. • Chancen für die Wirtschaft / Zugang zur Bundeswehr – Teilnahme an Foren: CPM-Forum, CPM LogNet, „Zukunftsorientierung Kooperation Logistik“. – Neues Beschaffungs- und Planungsgesetz erleichtert Zugang, auch für kleinere Firmen. – Startups besonders interessant in Bereichen wie Sensorik, Automatisierung, Drohnen. – Wichtig: Leistungsfähigkeit, Verlässlichkeit, Sicherheitsbewusstsein (Cyber, hybride Bedrohungen). • Anforderungen an Dienstleister – Robustheit, Ausfallsicherheit, Bewusstsein für Risiken (Cyberangriffe, hybride Bedrohungen). – Transparenz und vertrauensvolle Zusammenarbeit – Leistungsversagen ist im Ernstfall nicht tolerierbar. Hilfreiche Links: Das Logistikkommando der Bundeswehr: https://www.bundeswehr.de/de/organisation/unterstuetzungsbereich/logistik/logistikkommando-der-bundeswehr-in-erfurt BVL: https://www.bvl.de/
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    46 m
  • #266: Die Zukunft der Luftfracht in der globalen Logistik (Ashwin Bhat, CEO, Lufthansa Cargo) - Englische Episode
    Nov 3 2025
    Ashwin Bhat, der CEO von Lufthansa Cargo, hat sich am Rande der BVL Supply Chain CX mit unserem Host Boris Felgendreher zu einem umfangreichen Gespräch rund um die Zukunft der Luftfracht in der globalen Logistik getroffen. Dabei ging es unter anderem um folgende Themen: Einführung & Werdegang von Ashwin – Seine Reise von Indien über die Schweiz nach Deutschland; Ausbildung in Chemie, erster Job bei Swissair Cargo 1992, später CEO von Lufthansa Cargo. Vorstellung der Lufthansa Cargo Gruppe – Mischung aus Belly-Kapazität (Passagiermaschinen) und Frachtflugzeugen, globale Präsenz, Fokus auf Qualität, Zuverlässigkeit und Fachkompetenz. Veränderungen der Branche seit 1992 – Von Fax und Telex zu digitaler Kommunikation, riesiger technologischer Fortschritt, Einstieg von Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit. Aktuelle globale Lage – Geopolitische Unsicherheiten, wirtschaftliche Volatilität, aber Chancen durch Wandel; „Globalisierung ist nicht tot, sie verändert sich.“ Verschiebung globaler Handelsströme – Wachstum in Südostasien, Nordafrika und Südamerika; neue Handelsrouten, neue Güter wie Halbleiter. E-Commerce-Boom – Überraschend starkes Wachstum aus China, dauerhafte Veränderung des Konsumverhaltens, kein vorübergehendes Phänomen. Wichtige Luftfracht-Segmente – Hochwertige Güter: Pharmazeutika, Halbleiter, Automotive, Valuables. Luftfracht = 2 % des Welthandelsvolumens, aber 35 % des Werts. Digitale Transformation bei Lufthansa Cargo – Einführung von Automatisierung, KI-Tools, Digitalisierung von Buchungen, Transparenz durch IATA „One Record“. Rolle der Menschen trotz Technologie – „Air Cargo war, ist und bleibt ein People Business“ – Technologie bringt Effizienz, aber Beziehungen bleiben menschlich. KI-Anwendungen – Automatisierte Buchungen, fahrerlose Fahrzeuge im Lager, persönlicher KI-Einsatz. Nachhaltigkeit – Fokus auf neue Flugzeuge, nachhaltige Treibstoffe (SAF), Elektrifizierung am Boden, Solarenergie; Problem: geringe SAF-Verfügbarkeit & ungleiche Regulierung in Europa. Sicherheits- und Risikofaktoren – Drohnen, Cybersecurity, gefährliche Güter (z. B. Lithiumbatterien), daher Fokus auf Sicherheitskultur. Kundenbeziehungen & Wertewandel – Weg vom reinen Preis-/Kapazitätsdenken hin zu Ethik, Sicherheit, Zuverlässigkeit, nachhaltigen Lösungen. Blick in die Zukunft – Globalisierung im Wandel, neue Güter und Kunden, technologische Veränderungen, Fokus auf Führung, Anpassungsfähigkeit und Mut („Bold Moves“). Hilfreiche Links: Lufthansa Cargo: https://www.lufthansa-cargo.com/de/ Aswhin Bhat auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ashwin-bhat-661930/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/ BVL: https://www.bvl.de/
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    36 m
  • #265: Das Zusammenspiel von Logistik und Marketing (Prof. Andreas Kaplan, KLU und Nils Haupt, Hapag-Lloyd)
    Oct 30 2025
    Zu Gast in dieser Folge des BVL Podcasts, die live auf der Bühne der BVL Supply Chain CX in Berlin aufgenommen wurde, sind Prof. Dr. Andreas Kaplan, Präsident der Kühne Logistics University und Nils Haupt, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Hapag-Lloyd. Gemeinsam mit unserem Host Boris Felgendreher diskutieren sie das Zusammenspiel von Logistik und Marketing. Dabei geht es unter anderem um folgende Themen: Image der Logistikbranche: - Logistik gilt in Deutschland noch als altmodisch und wenig attraktiv. - In Ländern wie Vietnam wird sie als Zukunftsbranche wahrgenommen. - Fehlende Studierende in Logistik – andere Fachrichtungen (BWL, Finanzen, IT) sind populärer. - Imagefilme und Werbung bedienen oft veraltete Klischees (Schiffe, Container). Attraktivität & Ausbildung: - Große Unternehmen (DHL, Lufthansa, Hapag-Lloyd) bleiben attraktive Arbeitgeber. - KLU (Kühne Logistics University) versucht, Logistik als Hightech-Fach zu positionieren. - Neue Studiengänge mit Fokus auf Data Science, KI und Business Analytics. Technologie & Digitalisierung: - Diskussion über Automatisierung, Robotik, künstliche Intelligenz (KI). - Wachsende Bedeutung von IT in der Logistik (z. B. 8 % IT-Mitarbeiter bei Hapag-Lloyd). Bildung & interdisziplinäre Ansätze: - KLU bildet breit auf – BWL, Nachhaltigkeit, Data Science. - Ziel: Manager mit logistischem Verständnis in Vorständen. - Logistiker brauchen auch Marketing- und Kommunikationskompetenz. Ausbildung & Praxisbezug: - Hapag-Lloyd als größter Ausbilder der maritimen Branche in Deutschland. - Enge Zusammenarbeit mit Universitäten (z. B. CEO unterrichtet an der KLU). - Praktiker sollen mehr in Schulen und Unis gehen, um Logistik greifbarer zu machen. Internationalisierung: - Hoher Anteil internationaler Mitarbeitender in Hamburg. - Englisch als Unternehmenssprache bei Hapag-Lloyd. - Deutsche Studierende sollten Auslandserfahrung sammeln. - Deutschland bleibt attraktiver Studien- und Logistikstandort. Neue Berufsbilder & Nachhaltigkeit: - Neue Abteilungen z. B. zu Menschenrechten und Lieferkettengesetz. - Nachhaltigkeit, alternative Kraftstoffe und soziale Verantwortung als wachsende Felder. - Studierende stark interessiert an Nachhaltigkeit – Unternehmen teils weniger investitionsbereit. KI & Marketing: - Wandel durch KI im Marketing: Automatisierung, Content-Generierung, SEO-Veränderungen. - KI kann Kosten sparen, ersetzt aber noch nicht menschliche Kreativität. - Authentizität bleibt entscheidend für Markenkommunikation. Influencer & neue Medien: - Influencer-Marketing (Beispiel: YouTuber Tomatolix auf Containerschiff) als wirksames Mittel, junge Zielgruppen zu erreichen. - Bedeutungsverlust klassischer Medien → Fokus auf Owned Media und Social Media. Zusammenarbeit mit Agenturen: - Rolle der Agenturen verändert sich: KI übernimmt Teile der Ideenfindung. - Agenturen müssen sich anpassen und KI produktiv nutzen, um relevant zu bleiben. Zukunft & Wünsche: - Andreas: Logistik soll als Hightech- und Zukunftsbranche anerkannt werden. - Nils: Konsumenten sollen sich der logistischen Prozesse hinter Produkten bewusster werden. Hilfreiche Links: Kühne Logistics University: https://www.klu.org/ Hapag-Lloyd: https://www.hapag-lloyd.com/de/home.html Prof. Dr. Andreas Kaplan auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/andreaskaplan/ Nils Haupt auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/nils-haupt-16a8045/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/ BVL: https://www.bvl.de/
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    32 m
  • #264: Wie managt man Supply Chains im Krisenmodus? (Karina Lück, Burkhard Sommer, PwC)
    Oct 16 2025
    In dieser Folge des BVL Podcasts geht es um die vielfältigen Risiken und Bedrohungen für die globalen Lieferketten. Unser Host Boris Felgendreher begrüßt Karina Lück, Director Operations Strategy and Transformation bei PwC Germany und Dr. Burkhard Sommer, Partner and Head of the Maritime Competence Center bei PwC Germany und diskutiert, wie man Supply Chains im Krisenmodus managt. Unter anderem geht es um folgende Themen: Aktuelle Bedrohungslage für Lieferketten (Oktober 2025): - Stärkerer geopolitischer Einfluss auf Warenströme (v. a. USA, China). - Strafzölle, Einfuhrbestimmungen → Unsicherheit und kurzfristige Veränderungen. - Engpässe an maritimen Chokepoints wie Suezkanal, Straße von Hormuz, Schwarzes Meer, Südchinesisches Meer. - Piraterie, Terror, regionale Konflikte → Risiko für Seewege. Herausforderungen für Logistikverantwortliche: - Informationsflut, kurze Reaktionszeiten, steigende Komplexität. Notwendig: breite Informationsbasis, Austausch mit Behörden und Branchenkollegen. Reaktionen von Unternehmen: - Einrichtung von Taskforces und Risikoabteilungen (Geopolitik, Cybersecurity, Lieferketten). - Transparenz in der Wertschöpfungskette als Schlüssel. - Resilienz bleibt ausbaufähig – Corona-Erfahrungen wurden nicht vollständig umgesetzt. Besonderheiten für KMU: - Mittelständler und kleine Speditionen haben weniger Ressourcen → Informationsaustausch und Kooperationen sind überlebenswichtig. Flexibilität vs. Planungssicherheit bei Zöllen: - Empfehlung: „No-Regret-Moves“ (z. B. richtige Zolltarife prüfen, Netzwerkanalysen durchführen), keine überstürzten Produktionsverlagerungen. Produktionsverlagerungen & Handelsstrukturen: - Zunahme neuer Freihandelsabkommen. - Kapazitätsausbau in den USA, besonders im Medtech-Bereich. - Teilverlagerung von China nach Südostasien (Vietnam, Thailand), oft aber weiterhin in chinesischem Besitz. - Mittelständler nutzen Netzwerke und Handelskammern zur Orientierung. Standort Europa / Deutschland: - Vorteile: Ausbildungsniveau, Rechtssicherheit, strategische Gründe (z. B. Halbleiterproduktion). - Nearshoring wird wichtiger, aber Umsetzung dauert. Trends in der maritimen Logistik: - Weniger globaler Massenverkehr, mehr regionaler Handel (v. a. innerhalb Asiens). - Asien & Naher Osten als Wachstumstreiber, Europa gesättigter Markt. Risikobild maritime Logistik: - Seeweg bleibt Haupttransportträger. - Bedrohungen: Wetter, Piraterie, Konflikte, Drohnenangriffe, Cyberattacken. - Angriffe werden billiger → asymmetrische Bedrohung. - Drohnenabwehr & Cybersicherheit als neue Kernfelder. Strategien zur Resilienzsteigerung: - Krise als Chance für Investitionen („Never waste a good crisis“). - Datenqualität & Transparenz verbessern. - Priorisierung je nach bestehender Infrastruktur. - Bestände strategisch aufbauen (Puffer, Lagerkapazitäten). - Robotik & Automatisierung erhöhen Flexibilität, erfordern aber Investitionen. Hilfreiche Links: PwC: https://www.pwc.de/de Karina Lück auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/karina-l%C3%BCck/ Dr. Burkhard Sommer auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/burkhard-sommer/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/ BVL: https://www.bvl.de/ BVL Supply Chain CX: https://cx.bvl.de/
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    48 m
  • #263: Wie BOSCH Mobility seine Ersatzteil Supply Chain transformiert (Matthias Huelsmann, SVP Supply Chain)
    Oct 8 2025
    Matthias Huelsmann, Senior Vice President Logistics bei Bosch Mobility Aftermarket, spricht in dieser Folge des BVL Podcasts mit unserem Host Boris Felgendreher über die Transformation der End-to-End Supply Chain des Aftermarket Geschäfts von Bosch Mobility. Unter anderem geht es dabei um folgende Themen: Einführung & Kontext: – Vorstellung von Matthias Hülsmann und Einstieg ins Thema: Transformation der Aftermarket-Supply-Chain bei Bosch Mobility. – Überblick über das Aftermarket-Geschäft: 250.000 Ersatzteilartikel, 157 Länder, 52 Distributionszentren, 16.000 Mitarbeitende. Struktur des Ersatzteilgeschäfts: – Unterschied PKW/Nutzfahrzeuge, global verteilte Produktionsstätten. – Hohe Komplexität: 1000 Quellen, 100.000 Lieferadressen, Lieferzeiten 1–4 Monate, Kundenbelieferung in 1–3 Tagen. Kundenfokus & Verfügbarkeit: – Endkunde als Maßstab der Logistikleistung („lachender Kunde“). – Ziel: Hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit, ohne Bestände massiv zu erhöhen. – +11 % Verfügbarkeit in 33 Monaten. Projekt „Promise Chain“ (Start 2023): – Strategischer Perspektivwechsel: Fokus von funktionaler Optimierung auf Endkunden-Experience. – Neuer Purpose: „Deliver a Promise of Mobility“. – End-to-End-Prozesslandkarte von Auftrag bis Auslieferung, neue cross-funktionale Teamstruktur (z. B. „Confirm-A-Promise“, „Plan-A-Promise“ etc.). Historischer Zustand & Notwendigkeit der Veränderung: – Früher weniger cross-funktional, stärker technisch fokussiert. – Neue Organisation bringt Agilität und Prozessgeschwindigkeit. Roadmap & Steuerung: – Kein klassischer 3-Jahresplan, sondern iteratives Arbeiten in 3-Monats-OKR-Sprints. – Langfristiges Ziel: Amazon-Niveau an Performance im Aftermarket. KPIs & Erfolge: – Messung über Sortimentverfügbarkeit und Bestandsreduktion. – 11 % bessere Lieferperformance bei 20 % weniger Bestand. – Sechs Kunden-Awards in 18 Monaten. Zentrale Hebel der Transformation: – Inventory Policy: Segmentierung nach technischen/kommerziellen Gütern, ABC-Analyse, 27-Feld-Matrix. → zweistellige Millionenbeträge eingespart. – Transparenz: Globale Power-BI-Landschaft, weltweite Sicht auf Bestände trotz 5 ERP-Systemen. – Forecast Accuracy: Advanced Analytics (Holt-Winters, ARIMA), +36 % Genauigkeit. Nutzung historischer Daten & Vehicle-in-Operation-Modelle. Transport & Netzwerk: – Optimierung weniger zentral als Bestand. – Luftfracht als Notlösung, Fokus auf Planung statt Reaktion. – Regional unterschiedliche Strategien (z. B. China vs. Europa). People & Kultur: – High Performance Supply Chain Teams nach Lencioni-Modell. – Hohe Motivation und Sinnstiftung als entscheidender Faktor. – Führung versteht sich als „Blockadenbeseitiger“. Zukunft & nächste Schritte: – 100 % Verfügbarkeit als Ziel. – Ausbau von Antizipation, AI & Agententechnologien. – Ausweitung von Logistik zu End-to-End-Fulfillment gemeinsam mit Einkauf & Produktion. Hilfreiche Links: Bosch Mobility Aftermarket: https://www.boschaftermarket.com/de/de/index.html Matthias Huelsmann auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/matthiashuelsmann/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/ BVL: https://www.bvl.de/
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    48 m
  • #262: Die Omni-Channel Logistik und Supply Chain von MediaMarktSaturn (Markus Mehrtens, MediaMarktSaturn)
    Oct 1 2025
    Markus Mehrtens, Head of Logistics Sourcing & Partners bei MediaMarktSaturn spricht in dieser Folge des BVL Podcasts mit unserem Host Boris Felgendreher über die Transformation von MediaMarktSaturn hin zu einem echten Omnichannel-Händler. Dabei geht es unter anderem um folgende Themen: - Markus Mehrtens: Verantwortungsbereich Logistik & Partnerschaften bei MediaMarktSaturn, europaweite Tätigkeit in 11 Ländern mit >1000 Stores. - MediaMarktSaturn: Historie, Zugehörigkeit zu Ceconomy, Wandel vom stationären Handel zum Omnichannel (25% Online-Anteil). - Angekündigte Partnerschaft mit JD.com aus China (Technologie- & Supply-Chain-Kompetenzen, mögliche Automatisierung). - Flagship-Store Hamburg: "Technik zum Anfassen". Erlebnischarakter, Gaming-Arena, Podcast- und Event-Bereiche. - Omnichannel-Strategie: Verzahnung von Online- und Offline-Kanälen, Kunden wählen flexibel Abholung oder Lieferung. - Logistikprozesse im Detail: * Next-Day-Delivery aus Logistikzentren. * Next-Day-Pickup in der Filiale. * Same-Day-Pickup über Bestandstransparenz. * 30-Minuten-Pickup-Prozess via Pick-&-Pack-App. * 90-Minuten-Lieferung nach Hause mit Partnern wie Lieferando, Uber, Wolt. * Ship-from-Store-Ansatz in Stoßzeiten. - Herausforderungen: Kapazitätsmanagement in Peak-Zeiten (Black Friday etc.), Prozesssicherheit, Fachkräftemangel. - Erweiterte Services: Paketshops in Märkten, Pickup-Automaten, erweiterte Abholmöglichkeiten außerhalb Öffnungszeiten. - Automatisierung & Digitalisierung: Potenzial für modulare Lösungen in Lagern, Nutzung von Eigenentwicklungen wie der Pick-&-Pack-App. - Mitarbeiter & Unternehmenskultur: Pragmatismus, „Let’s go“-Mentalität, Aufstiegsmöglichkeiten im Handel, starke Teamarbeit in Peak Seasons. - Retouren & Nachhaltigkeit**: Retourenmanagement, Refurbished-Ansätze, Verpackungsoptimierungen, neutrale Verpackung für Sicherheit. - Ausblick: Kooperation mit JD.com könnte Automatisierung, KI und Resilienz in Lieferketten stärken; weitere Projekte zu Geschwindigkeit, Fehlervermeidung, nachhaltigen Verpackungen. Hilfreiche Links: MediaMarktSaturn: https://mediamarktsaturn.com/de Markus Mehrtens auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/markus-mehrtens-4b991a20/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/ BVL Supply Chain CX: https://cx.bvl.de/en/
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    49 m
  • #261: Die Transformation der Supply Chain und Logistik von Thalia (Marco Rebohm, Chief Supply Chain Officer, Thalia)
    Sep 10 2025
    Marco Rebohm, Chief Supply Chain Officer bei Thalia, ist heute zu Gast und spricht mit unserem Host Boris Felgendreher über die ambitionierte Transformation von Thalias Supply Chain und Logistik. Unter anderem geht es dabei um folgende Themen: - Buchhandel-Besonderheiten: eigene Terminologie (Remission), komplexes Netzwerk (Verlage, Barsortimenter, Auslieferungen) - Marktbild: Amazon als Game-Changer; Thalia als DACH-Marktführer stationär und digital (konsequentes Omnichannel) - Kennzahlen Thalia: \~1,9 Mrd. € Umsatz, >550 Filialen, \~6.800 Mitarbeitende, Tolino-Plattform - Differenzen zu anderen Branchen: wenige Transport-Player, Buchpreisbindung limitiert Preissetzung/Abverkauf - Standardprozess: Novitäten → Zentrallager/Cross-Dock → Filialallokation → Remission (körperlos/physisch) - Filiallogistik: geringe Backroom-Kapazitäten, Boxen/Paletten/CEP, teils JIT-Handling - Transformation: „Neues Lager ≠ neue Logistik“ → ganzheitliche Roadmap statt Einzellösung - Netzwerk: Zwei Zentrallager-Säulen – Hörselgau (Partner Rhenus) + neues eigenes Lager in Marl - Automatisierung/IT: AutoStore live in Hörselgau; größtes AutoStore (geplant) in Marl; SAP EWM, OMS, Forecast & Replenishment, perspektivisch APS - Vertikale Integration: geplanter eigener Druckbetrieb (Books-on-Demand) - Organisationsaufbau: Skalierung von \~60 auf \~500 (später 900–1000) FTE; Inhouse-Expertise, Programmmanagement - Sortimentsstrategie: drei Säulen – Buch, Geschenkartikel, Spielwaren (inkl. Zukäufe wie Krömer/Toysino, „Muck“ Münster) - Begründung Komplexität: Saisonalität & Long-Lead-Chains akzeptiert; AutoStore/Schnelldreherzonen passen zur SKU-Struktur - Make vs. Buy: bewusster Shift zur Prozesshoheit; Partner bleiben wichtig, aber Kernkompetenz intern - Risiken & Learnings: Bauverzögerungen (Wetter/Boden) → 7 Monate; Gegensteuerung über strenges Programm- und Meilenstein-Management - Ausblick: 10 Go-Lives in kurzer Folge; danach Stabilisierung und ab 2027 Feintuning & Innovation (Startups, KI) Hilfreiche Links: Thalia: https://www.thalia.de/ Marco Rebohm auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/marco-rebohm-077282188/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/ BVL: https://www.bvl.de/
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    56 m
  • #260: Autonome Fahrzeuge für die Hafen-, Betriebshof- und Militärlogistik (Hendrik Kramer, CEO, Fernride)
    Sep 4 2025
    Hendrik Kramer ist Mitgründer und CEO von Fernride und hat die große Vision einer "Human-Assisted Autonomy” in der Logistik. Aktuell heißt das, dass beispielsweise im Hamburger Hafen Terminal-Traktoren von Leuten, die in Büros sitzen, ferngesteuert werden. Ob diese Technik schon reif genug ist, um flächendeckend in der Logistik ausgerollt zu werden, und wo es in Zukunft mit Fernride hingehen soll, das erklärt Hendrik unserem Host Boris Felgendreher in dieser Folge des BVL Podcasts. Unter anderem geht es dabei um folgende Themen: - Vision & Mission von Fernride: Automatisierung gefährlicher und repetitiver Jobs im B2B-Kontext (Logistik, Verteidigung, Bau). - Erster Fokus-Use-Case: Hafenlogistik – horizontaler Containertransport in Terminals. - Problemfelder: Fachkräftemangel, unattraktive Jobs, demografischer Wandel. - Technischer Ansatz: „Human Assisted Autonomy“ – KI soweit wie möglich, Mensch wo nötig (1 Operator für 4 Trucks). - Strategie der letzten Jahre: Fokus auf einen Anwendungsfall (Terminal-Traktoren) → Produkt statt nur Prototyp. - Investoren & Kommerzialisierung: Anspruch gestiegen – funktionierende, sichere Produkte statt Visionen. - Veränderungen seit 2022: Ukraine-Krieg, neue geopolitische Lage, gestiegene Bedeutung europäischer Souveränität. - Partnerschaft mit HALA (Hamburger Hafenlogistik AG): Langjährige Tests in Tallinn → Produkt unter realen Bedingungen erprobt und zertifiziert. - Vergleich alte/neue Technik: AGVs (eingezäunt, selten eingesetzt) vs. flexible Terminal-Traktoren mit Retrofit-Option. - Arbeitsplätze: Wandel vom Fahrer zum Büro-basierten Operator; höhere Attraktivität, neue Zielgruppen (inkl. Frauen, jüngere Generation). - Hardware & Technologie: Retrofit oder ab Werk; Drive-by-Wire, Sensorpakete, Compute. Profitieren von Fortschritten aus PKW-Autonomie (Waymo, Tesla). - Partnerschaften & Zulieferer: Zusammenarbeit mit OEMs und Zulieferern (z. B. KRONE). - Weitere Use-Cases: Werksgelände (VW), Distributionszentren (DB Schenker), später auch öffentliche Straßen (Short-Haul). - Regulatorik: Deutschland als Vorreiter (Level-4-Gesetz, Fernlog-Verordnung). Gute Rahmenbedingungen. - Wettbewerbsumfeld: Europa muss eigene Lösungen entwickeln → Ziel: globaler Champion „das nächste Siemens“. - Militärlogistik: Neue geopolitische Notwendigkeit (Ukraine, NATO). Use Cases: sichere Versorgung an Frontlinien. Dual-Use-Strategie. - Zukunft & Wachstum: Fokus auf langfristige Skalierung, Partnerschaften, europäische Souveränität. - Hiring: Kein Hyperscaling, aber kontinuierlich Aufbau eines starken Engineering-Teams und Logistik-Expertise. Hilfreiche Links: Fernride: https://www.fernride.com/ Hendrik Kramer auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/hendrik-kramer/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/ BVL: https://www.bvl.de/
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    56 m